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Rhein-Main-Theater

Theater in Deutschland

Das Rhein-Main-Theater in Niedernhausen im Taunus wurde 1993 bis 1995 für eine langfristige Aufführung der deutschsprachigen Fassung des Musicals Sunset Boulevard von Andrew Lloyd Webber errichtet.

Rhein-Main-Theater in Niedernhausen

Zahlen und FaktenBearbeiten

Es bietet Platz für 1.566 Zuschauer auf Parkett und zwei Rängen und kostete ca. 25 Mio. Euro. Dem Theater angeschlossen ist das Tagungs- und Kongresshotel Ramada Hotel Micador mit 254 Zimmern und einem Wellness-Bereich.

Das Theater hatte eine eigene Station namens „Rhein-Main-Theater“ an der nördlich angrenzenden Ländchesbahn (Bahnstrecke Niedernhausen im Taunus - Wiesbaden Hbf), welche zu den Vorstellungszeiten angefahren wurde. Diese war die weltweit erste Haltestelle, welche ausschließlich für ein Theater gebaut wurde. Die Baukosten betrugen 1 Million Euro. Auch verkehrten zusätzlich Theaterzüge von Frankfurt (Main) Hauptbahnhof. Der 200 Meter lange Bahnsteig wurde von 1996 bis 1998 genutzt; seit der Einstellung des regelmäßigen Musical-Betriebes fahren hier alle Züge ohne Halt durch. Die Stahlgitter-Konstruktion des einseitigen Bahnsteiges wurde mittlerweile entfernt und zurückgebaut.

GeschichteBearbeiten

Die deutschsprachige Fassung des Musicals Sunset Boulevard wurde hier mit Uwe Kröger und Helen Schneider in den Hauptrollen am 7. Dezember 1995 uraufgeführt. Zur Premiere war auch Andrew Lloyd Webber anwesend. Nachdem die Auslastung des Theaters laut Veranstalterangabe von anfänglich mehr als etwa 80 Prozent bei acht Aufführungen in der Woche immer weiter auf nur noch etwa 30 Prozent zurückging, rechnete sich das Stück schließlich nicht mehr. Auch Peter Weck als Intendant und Hauptdarsteller Yngve Gasoy-Romdal und Daniela Ziegler konnten das Musical nicht mehr retten. Der Spielbetrieb von Sunset Boulevard wurde schließlich im August 1998 komplett eingestellt, die letzte Vorstellung fand bereits am 5. Mai 1998 statt, nach nicht einmal drei Jahren Laufzeit. Bis zum Ende wurden in Niedernhausen insgesamt 992 Vorstellungen gegeben.[1]

Danach versuchte der Betreiber, einen neuen Dauermieter zu finden, was aber nicht gelang. Nach mehreren Besitzerwechseln finden heute wechselnde und auch international namhafte Veranstaltungen im Theater statt. Im Februar 2006 stellte Atze Schröder sein Programm Deutschland ein Märchenland vor knapp 1.000 Besuchern vor. Im März 2006 fanden Vorstellungen der Tournee-Produktion des Musicals Aida über fünf Wochen lang statt. Am 16. März 2012 fand die Musikshow The Dome im Rhein-Main-Theater statt.[2][3] Im März 2017 folgte Sister Act mit fast vier Wochen Laufzeit.[4]

Vor dem Bau des Theaters und des Hotels gab es für das Gelände an der Autobahnauffahrt Niedernhausen zur BAB 3 jahrelang Überlegungen zur Nutzung. Geplant war unter anderem, hier ein Erlebnisbad („Taunamare“) zu errichten. Mit dem Bau wurde schließlich Ende der 1980er Jahre auch begonnen, jedoch musste der Bauherr Insolvenz anmelden, wovon die mehrere Jahre bestehende Bauruine Zeugnis gab.

Nachdem jahrelang kein eigenständiger Internet-Auftritt mehr vorhanden war, es wurde u. a. auf den Betreiber des Theaters (Depro Concert GmbH[5][6]) weitergeleitet, ist wieder eine eigene Homepage im Einsatz.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. GÖTTIN IM STAUB, 30. Oktober 1995, Wolfgang Höbel, Der Spiegel
  2. Gemischtes Programm in Autobahnnähe, 26. Juli 2010, Oliver Bock, Frankfurter Allgemeine Zeitung
  3. Michael Hierholzer: Kommentar: Lauter Flops. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 20. September 2019]).
  4. VRM GmbH & Co KG: "Sister Act" verkürzt in Niedernhausen: Musical nur für einen Monat im Rhein-Main-Theater - Wiesbadener Kurier. Abgerufen am 20. September 2019.
  5. VRM GmbH & Co KG: Rhein-Main-Theater in Niedernhausen: Neustart mit anderem Betreiber? - Wiesbadener Kurier. Abgerufen am 20. September 2019.
  6. Oliver Koch, Niedernhausen: Rhein-Main-Theater: Nonnen statt Nationalheldin. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 20. September 2019]).

Koordinaten: 50° 8′ 51″ N, 8° 19′ 44″ O