Regensburger Kochbuch

seit 1867 erschienenes Kochbuch

Das Regensburger Kochbuch der Marie Schandri aus Regensburg ist ein seit dem Jahre 1867 in beinahe 100 Auflagen erschienenes klassisches Kochbuch. Zusammen mit den Nachfolgern des Titels kommt es auf eine Laufzeit von mehr als 150 Jahren. Es ist weniger ein Abbild einer traditionellen bayerischen Küche als eine Zusammenstellung von in Bayern beliebten und bewährten Gerichten der bürgerlichen Küche und enthält auch Hinweise zur Küchen- und Ernährungslehre. Es ist neben dem von der Miesbacher Lehrerin Maria Hofmann begründeten Bayerischen Kochbuch eines der am weitesten verbreiteten traditionellen Kochbücher im süddeutschen Raum.[1]

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1867 erschien es erstmals in einem Regensburger Verlag.[2] Als Autorin wird Marie Schandri genannt, die offenbar 40 Jahre lang als Köchin im Gasthof „zum Goldenen Kreuz“ am Haidplatz in Regensburg gearbeitet hatte. Der Titel lautete Regensburger Kochbuch – 1050 Original-Kochrecepte auf Grund vierzigjähriger Erfahrung, zunächst für die bürgerliche Küche. 1869 wurde Anna Hubers Die vollständige Fastenküche angefügt. Das Buch hatte in der 1871 erschienenen vierten Auflage 479 Seiten und erschien im Regensburger Verlag von Alfred Coppenreuth, vormals „Montag und Weiß’sche Buchhandlung“. Lange Zeit wurde vermutet, dass es sich bei Marie Schandri um das Pseudonym von Isabella Coppenrath (1833–1891), der Frau des Verlegers Alfred Coppenrath handelte. Neuere Forschungen haben ergeben, dass Marie Schandri tatsächlich existierte.[3][4] Das Kochbuch wurde kontinuierlich in den folgenden Jahrzehnten weiterentwickelt, so 1897 um den Abschnitt Einmachkunst Anna Hubers, ab 1949 durch M. Notburga Gschwandtner. Das Kochbuch erhielt den für das 20. Jahrhundert typischen roten Einband. Ab der 97. Auflage wurde das Kochbuch wiederum neu überarbeitet und als „Neues Regensburger Kochbuch“ vom Pfanneberg Fachbuchverlag weitergeführt. Im Jahr 2013 erschien die 99. als von M. Waltraud Rößner und M. Jutta Ullrich bearbeitete Auflage.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Regina Frisch: Biografie eines Kochbuchs: Das Bayerische Kochbuch erzählt Kulturgeschichte. 2. Auflage. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7917-2796-7.
  2. Regensburger Tagebuch (Blog): Mari Schandri und ihr Regensburger Kochbuch. Abgerufen am 17. August 2021.
  3. Das Erbe der Marie Schandri. In: nr. sieben. Mittelbayerische, abgerufen am 22. August 2021.
  4. Nachlaßakten Regensburg Stadt im Staatsarchiv Amberg (Signatur: 348/1868)
  5. Das neue Regensburger Kochbuch - Deutsche Digitale Bibliothek. Abgerufen am 16. August 2021.