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Die russische RPG-7

Die reaktiven Panzerbüchsen sind tragbare Waffen zur Panzerabwehr, gehören somit zu den Panzerabwehrhandwaffen. Sie verschießen HEAT- bzw. Hohlladungsgeschosse mittels rückstoßarmer Antriebe. Die Granaten erzielen selbst bei geringen Geschossgeschwindigkeiten eine hohe Durchschlagskraft.

Inhaltsverzeichnis

EntwicklungBearbeiten

In der Sowjetunion wurde bereits 1931 die Panzerabwehrrakete RS-65 entwickelt. Sie wurde von der Schulter abgefeuert und hatte einen Schutzschild. Das Kaliber betrug 6,5 cm, als Antrieb diente Pyroxilin. 1938 wurde die Produktion eingestellt.[1] Da der Gefechtskopf aus konventioneller Sprengladung, und nicht wie später aus einer Hohlladung, bestand, war die Waffe nicht effektiv genug.[2]

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde deutlich, dass die konventionellen Panzerbüchsen bei neueren Panzermodellen bald nicht mehr die geforderten Durchschlagleistungen erreichten. Verschiedene kriegführende Länder entwickelten deswegen leichte Infanteriewaffen mit Hohlladungsgeschossen, aber verschiedenen Abschussprinzipien:

 
US-Soldaten mit der Bazooka

Der Raketenantrieb ist beim Start nachteilig, weil die heißen Abgase den Schützen gefährden. Entweder wird die Brenndauer so beschränkt, dass der ganze Treibsatz abgebrannt ist, sobald die Rakete das Abschussrohr verlässt (wie bei der Bazooka), oder es muss ein Schutzschild (wie beim Panzerschreck) vorhanden sein. Das rückstoßfreie Prinzip ist für den Start gut, allerdings haben die Geschosse aufgrund der geringen Geschwindigkeit eine stark ballistische Bahn und eine geringe Reichweite. Dabei wird ein Großteil der Ladung nicht zum Antrieb des Geschosses verwendet, sondern entweicht hinten aus dem Rohr und bildet einen Gegenimpuls, so dass die Waffe praktisch rückstoßfrei ist.

FunktionBearbeiten

Die meisten modernen reaktiven Panzerbüchsen kombinieren das rückstoßfreie Prinzip, um die Granate aus einem Startrohr zu verschießen, und einen Raketentreibsatz, der einige Zeit nach dem Verlassen des Startrohres zündet. Das ist ein Kompromiss, um die Reichweite der Granaten zu erhöhen und den Schützen vor dem Feuerstrahl des Raketentreibsatzes zu schützen. Die sowjetische RPG-7 war eine sehr erfolgreiche Waffe nach diesem Prinzip.

 
Feuerstrahl einer AT4

Personen hinter dem Schützen sind durch die heißen Gase gefährdet, und die Stellung des Schützen wird durch den Feuerstrahl und die Rauchentwicklung verraten. Abschuss aus geschlossenen Räumen ist problematisch, deswegen werden bei modernen Fabrikaten (z. B. Armbrust) Gegenmassen zur Aufnahme des Reaktionsimpulses verwendet.

EinsatzBearbeiten

Je nach Einsatzzweck können unterschiedliche Granaten verwendet werden. Auch Sprenggranaten zur Bekämpfung infanteristischer Ziele sowie Leuchtgranaten zum Ausleuchten des Gefechtsfeldes bzw. Brandmittel können von manchen Modellen verschossen werden. Neben den gepanzerten Fahrzeugen können auch befestigte Stellungen, tieffliegende Hubschrauber sowie „weiche“ Ziele wie Lastkraftwagen, Lager usw. aus geringer Entfernung bekämpft werden.

Reaktive Panzerbüchsen werden meist von der Schulter, in stehender, kniender oder liegender Stellung abgeschossen, einige Systeme kann man jedoch auch mit einer Lafette sowie einem Ballistikcomputer ausrüsten, um ihre Reichweite und Treffergenauigkeit zu erhöhen.

Den modernen Panzerungen (ERA, Chobham) sind die klassischen reaktiven Panzerwaffen nicht gewachsen. Teilweise werden daher Tandemhohlladungen eingesetzt, so bei der RPG-29.

Manche Modelle haben eine fest eingebaute Munition und können nicht nachgeladen werden (z. B. M72). Bei nachladbaren Modellen wird unterschieden zwischen Kalibermunition und Überkalibermunition. Kalibermunition hat außen den Innendurchmesser des Abschussrohrs und kann von hinten geladen werden. Das hat den Vorteil, dass der Schütze nicht die Deckung und Schussposition zu wechseln braucht, während der Ladeschütze die Waffe nachlädt. Überkalibermunition hat zum Teil einen größeren Durchmesser als das Abschussrohr, ragt aus diesem heraus und muss demnach von vorne geladen werden.

Heute werden reaktive Panzerbüchsen zunehmend von Panzerabwehrlenkwaffen ersetzt, so im Libanonkrieg 2006.

BezeichnungBearbeiten

Die Bezeichnung reaktive Panzerbüchse (obwohl technisch nicht sauber) wird für diese Waffenfamilie vor allem in der Fachliteratur verwendet. Umgangssprachlich wird oft Panzerfaust (vor allem für Überkaliber-Modelle) als Synonym gebraucht. Die häufig eingesetzte englische Bezeichnung lautet rocket-propelled grenade bzw. rocket propelled grenade (raketenangetriebene Granate) (kurz RPG) und ist ein Backronym aus dem russischen Rutschnoi Protiwotankowy Granatomjot (siehe RPG (Waffe)).

BeispieleBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Günter Wollert, Reiner Lidschun, Wilfried Kopenhagen: Illustrierte Enzyklopädie der Schützenwaffen aus aller Welt. Band 1: Schützenwaffen heute. Militärverlag der DDR, Berlin 1988, ISBN 3-327-00513-3.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Peter Gosztony: Die Rote Armee. Geschichte und Aufbau der sowjetischen Streitkräfte seit 1917. München 1980, S. 190. Dort befindet sich auf S. 160 ein Foto der Waffe.
  2. Gordon L. Rottman: The Rocket Propelled Grenade (Weapon, Band 2), Osprey Publishing, 2010, ISBN 9781849081535, S. 11 [1]