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Rathenauplatz (Frankfurt am Main)

Bauwerk in Deutschland

Der Rathenauplatz ist ein Platz in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Er geht nach Süden in den Goetheplatz über. Beide waren ursprünglich Teile des im Mittelalters angelegten Roßmarkt. Der nördliche Teil des Roßmarkts wurde seit 1780 Comoedienplatz oder Theaterplatz genannt, nach dem 1780 von Johann Andreas Liebhardt errichteten und 1904 abgerissenen Stadttheater. In der Weimarer Republik wurde der Platz nach dem 1922 von nationalistischen und antisemitischen Terroristen ermordeten Reichsaußenminister Walther Rathenau benannt. Während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 trug er den Namen Horst-Wessel-Platz.

Rathenauplatz
Wappen Frankfurt am Main.svg
Platz in Frankfurt am Main
Rathenauplatz
Blick vom Roßmarkt über den Goetheplatz zum Rathenauplatz
Basisdaten
Ort Frankfurt am Main
Ortsteil Innenstadt
Angelegt Mittelalter
Neugestaltet 2008
Einmündende Straßen Kalbächer Gasse, Börsenstraße, Biebergasse, Steinweg
Goetheplatz, Goethestraße
Bauwerke Comoedienhaus (1782–1904)
Nutzung
Platzgestaltung Fußgängerzone
Technische Daten
Platzfläche 4000 m²

Der Rathenauplatz ist, bis auf die an seiner Westseite verlaufende Fahrbahn, Fußgängerzone. In den Platz münden drei Straßen: Von Norden die Börsenstraße, von Osten die Biebergasse und von Westen die Kalbächer Gasse, die im Allgemeinen nur unter ihrem mundartlichen Namen Freßgass bekannt ist. Im Süden grenzt der Rathenauplatz an den Goetheplatz. Dieser Teil des Roßmarktes erhielt seinen Namen 1844, als hier das Goethe-Denkmal von Ludwig Schwanthaler errichtet wurde. Den Übergang der beiden Plätze bildet die Verbindungslinie des von Osten einmündenden Steinwegs und der nach Westen führenden Goethestraße.

Die Blockrandbebauung ist geprägt von monumentalen Gründerzeitbauten, die nach Kriegsbeschädigungen wiederaufgebaut und teilweise in den 1990er Jahren renoviert und umgebaut wurden, sowie von Geschäftshäusern im schlichten Stil der Wiederaufbauzeit der 1950er Jahre.

Unter dem Rathenauplatz verlaufen Tunnel der S-Bahn Rhein-Main zwischen den Bahnhöfen Hauptwache und Taunusanlage und der U-Bahn-Linien U6 und U7 zwischen Hauptwache und Alte Oper. Auf dem Platz lagen von 1952 bis 1986, mit Unterbrechung während des Tunnelbaus 1969 bis 1976, Gleise der Städtischen Straßenbahn, die von der Linie 12 genutzt wurden.

LiteraturBearbeiten

  • Fried Lübbecke: Das Antlitz der Stadt. Nach Frankfurts Plänen von Faber, Merian und Delkeskamp 1552–1864. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-7829-0276-9.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rathenauplatz (Frankfurt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 6′ 50″ N, 8° 40′ 36″ O