Raiffeisenbank Straßwalchen

Die Raiffeisenbank Straßwalchen eGen ist eine österreichische Regionalbank mit Sitz in Straßwalchen.

Logo der Raiffeisenbank Straßwalchen eGen  Raiffeisenbank Straßwalchen eGen
Raiffeisenbank Straßwalchen
Staat OsterreichÖsterreich Österreich
Sitz Salzburger Straße 3
5204 Straßwalchen
Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Bankleitzahl 35062[1]
BIC RVSAAT2S062[1]
Gründung 3. November 1895
Website www.strasswalchen.raiffeisen.at
Geschäftsdaten 2020
Mitarbeiter 26
Leitung
Vorstand Johann Rainer
Kurt Nagl

GeschichteBearbeiten

Die Raiffeisenbank Straßwalchen wurde am 3. November 1895 als zweite Raiffeisenkasse im Bezirk Flachgau gegründet. Gründer war Pfarrer Johann Aigner.

Anfangs war sie durch den Namen "Spar- und Darlehenskassenverein Straßwalchen" bekannt. Durch eine Umbenennung im Jahre 1950 wurde der Name zur Raiffeisenbank Straßwalchen registrierte Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung.

Es sollte allerdings mehrere Jahre dauern, bis die Bank ihren heutigen Standard erreichte. Anfangs gab es nur Sonntag und Donnerstag Kassastunden, in denen das Ersparte der Menschen eingesammelt und anschließend an jene weitergereicht wurde, die gerade eine Investition planten.

Der erste Sitz des "Spar- und Darlehenskassenvereins Straßwalchen" war im Pfarrhof in Straßwalchen. Das Geschäft florierte sehr schnell, wodurch ein Umzug von Nöten wurde. Somit wurde das Gasthaus Reibersdorfer zur neuen Geschäftsstelle. Doch auch in diesem Gebäude kam man bald an seine Grenzen. Es bedurfte noch drei weitere Umzüge, bis die Raiffeisenbank Straßwalchen ihren heutigen Platz fand.

  • 1895-1900: Pfarrhof Straßwalchen
  • 1900-1912: Gasthaus Reibersdorfer
  • 1912-1938: Schindeckerhaus (erstes eigenes Gebäude)
  • 1938-1950: Haus des Kaufmannes Traugott
  • 1950: Erbauung einer eigener Raiffeisenkasse
  • 1966/67: Umsiedlung direkt in den Ort

Durch den ständigen Zuwachs an Mitarbeitern musste das Gebäude 1980 umgebaut und erweitert werden. Dadurch gewann man mehr als doppelt so viel Platz. Die Raiffeisenbank Straßwalchen ist auch heute noch an diesem Platz zu finden.[2]

Friedrich Wilhelm RaiffeisenBearbeiten

Friedrich Wilhelm Raiffeisen wurde als siebtes Kind des Ehepaares Gottfried Friedrich und Amalia Christina Susanna Maria Lanzendörfer geboren. Er hat noch sechs Schwestern, von denen drei schon in den Jugendjahren aus dem Leben gerissen wurden. Mit 17 Jahren verließ er sein zu Hause, um eine Karriere beim Militär zu beginnen. Auf Grund eines schweren Augenleidens musste er den Dienst jedoch frühzeitig beenden. Er trat dem politischen Verwaltungsdienst bei und wurde mit 28 Jahren zum Bürgermeister von Weyerbusch. Hier lernte er die Sorgen und Nöte der Menschen kennen. Raiffeisen gründete einen Wohltätigkeitsverein, um das bestehende Leid zu lindern. Mit Erfolg. Trotz seiner Krankheit begann er zugleich mit seinem nächsten Projekt; er gründete einen "Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte". Friedrich Wilhelm Raiffeisen schaffte es, dass die wohlhabendere Bevölkerung als Geldgeber "einsprang". Wieder hatte Raiffeisen Erfolg. 1869 wurde der Unterstützungsverein in eine Genossenschaft umgewandelt- die Geburtsstunde, der uns jetzt bekannten Raiffeisenbank , war gekommen.[3][4]

Das GiebelkreuzBearbeiten

 
Raiffeisen Giebelkreuz

Das Giebelkreuz ist das allgemeine Markenzeichen der Raiffeisen-Gruppe. Es stellt zwei gekreuzte Pferdeköpfe auf einem Hausgiebel dar. Früher diente es dazu, dass die Hausbewohner vor allem Schlechten und Bösen beschützt wurden. Für die Mitglieder von Raiffeisen bedeutet es vor allem Schutz und Sicherheit. Bereits im Jahr 1877 wurde das Giebelkreuz als Markenzeichen ausgewählt. Heute ist es eine der bekanntesten Marken in Österreich.[5]

Die Genossenschaft RaiffeisensBearbeiten

Bei einer Genossenschaft schließen sich mehrere Personen zusammen um einander bei der Erreichung von Zielen zu helfen. Im Unterschied zur Kapitalgesellschaft, geht es hier nicht um die Gewinnmaximierung, sondern um die Unterstützung untereinander. "Was einer allein nicht schafft, dass schaffen viele!", ist das gängige Motto von Raiffeisenbanken. Die Genossenschaftsidee ist im Wesentlichen durch Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstverantwortung, Solidarität und Subsidiarität gekennzeichnet.

Jedes Mitglied muss mindestens einen Geschäftsanteil unterzeichnen und den von der Genossenschaft beschlossenen Betrag zahlen.[6]

Der Aufbau einer Genossenschaft[7]Bearbeiten

GeneralversammlungBearbeiten

Die Generalversammlung ist das oberste Organ der Genossenschaft. Hier wählt man den Obmann, den Obmannstellvertreter, den Aufsichtsrat, den Aufsichtsratstellvertreter, die Vorstandsmitglieder und die Aufsichtsratmitglieder. Jedes Mitglied hat hier ein Recht auf Teilnahme, Stimmrecht, Auskunfts- und Antragsrecht und vor allem auf aktives und passives Wahlrecht.

Die Generalversammlung wird vom Obmann einberufen und findet einmal im Jahr statt.

VorstandBearbeiten

Der Vorstand wird in der Generalversammlung bestimmt und vertritt die Genossenschaft nach außen. In den meisten Genossenschaften wird klar festgelegt, was die Aufgaben des Vorstandes sind.

AufsichtsratBearbeiten

Der Aufsichtsrat ist das Kontrollorgan der Genossenschaft. Er muss regelmäßig die Geschäftsleiter und den Vorstand prüfen und überwachen.

Die Philosophie RaiffeisensBearbeiten

  • Kundennähe
  • Verbundenheit mit der Region
  • Kontinuität und Loyalität
  • Persönliche Partnerschaft
  • Nachhaltigkeit

LiteraturBearbeiten

  • Brigitte Burbach, Ernst Lindenpütz, Heinz Rötzel, Kurt Salterberg: Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Hammer Land. Volksbank Hamm/Sieg eG, 1988.
  • Gisela Immerschitt und Direktor Sepp Voithofer: Unser Jahrhundert in Straßwalchen. Marktgemeinde Straßwalchen, 1995/1996.
  • Manfred Cambruzzi: Raiffeisen in Österreich. Österreichischer Raiffeisenverband. Achte überarbeitete Auflage, 1991.
  • Raiffeisenkasse Strasswalchen. Festschrift. Zur Eröffnung des neuen Raiffeisenhauses in Straßwalchen. Marktgemeinde Straßwalchen, 1968.
  • Wolfgang Werner: Raiffeisenbriefe erzählen Genossenschaftsgeschichte Die Frühzeit der Raiffeisen-Organisation an Hand der Briefe von Raiffeisen an Marchet (1872-1884). Österreichischer Agrarverlag, Wien 1988.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Abfrage für BLZ 35062. In: SEPA-Zahlungsverkehrs-Verzeichnis der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). (Neuladen des Browsers erforderlich.)
  2. Immerschitt Gisela und Direktor Voithofer Sepp: Unser Jahrhundert in Straßwalchen. Marktgemeinde Straßwalchen 1995/96.
  3. Heimatfreunde im Hammer Land: Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Hammer Land. 5249 Hamm/Sieg 1988.
  4. Raiffeisenkasse Strasswalchen. Festschrift. Zur Eröffnung des neuen Raiffeisenhauses in Straßwalchen. Marktgemeinde Straßwalchen, 1968.
  5. Raiffeisenbildungsanbieter (Hrsg.): Meine Bank im genossenschaftlichen Verbund. S. 5.
  6. Wolfgang Werner: Raiffeisenbriefe erzählen Genossenschafsgeschichte Die Frühzeit der Raiffeisen-Organisation an Hand der Briefe von Raiffeisen an Marchet (1872-1884). Hrsg.: Dr. Rudolf Rasser-Institut. Österreichischer Agrarverlag Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., S. 15.
  7. Manfred Cambruzzi: Raiffeisen in Österreich. Hrsg.: Österreichischer Raiffeisenverband. Achte überarbeitete Auflage. S. 26–29.

Koordinaten: 47° 58′ 42,8″ N, 13° 15′ 15,2″ O