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LebenBearbeiten

 
Rüdiger Proske (li.) interviewt Steffen Wernéry (m.) und Wau Holland (re.) vom „Chaos Computer Club“ für die ARD, kurz nach dessen legendärem „HASPA-Hack“ Ende 1984

Rüdiger Proske wurde als Sohn eines hohen Beamten der Reichsbahn geboren. Er besuchte die Schule in Königsberg/Pr. und machte sein Abitur in Breslau. Im Zweiten Weltkrieg wurde Proske als Jagdflieger 1940 über London abgeschossen. Während der Gefangenschaft studierte er an der Universität Toronto die Fächer Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er 1947 Redaktionsmitglied bei den von Eugen Kogon und Walter Dirks gegründeten Frankfurter Heften. Von 1949 bis 1952 war er der zweite Bundesvorsitzende der „JEF (damals: Junge Gemeinschaft der Europa-Union)“. Von 1950 bis 1952 war er gemeinsam mit Charles Maignal als Herausgeber der Monatszeitschrift Aussprache tätig.

1952 begann er als stellvertretender Leiter der Abteilung Politik im Hause Hamburg des NWDR. 1957 beauftragte der Sender ihn mit dem Aufbau des Regionalfernsehens des NDR („Nordschau“): 1958 stieg er zum Hauptabteilungsleiter des Zeitgeschehens auf, 1960 zum Chefredakteur. Seit 1961 baute er das politische Magazin Panorama auf.[2] Proske gilt als der Erfinder des politischen Journalismus in Magazinform des Deutschen Fernsehens.

Seit 1965 arbeitete Proske als freier Schriftsteller und Dokumentarist im Fernsehen und in der Wirtschaft zu Wissenschafts- und Zukunftsfragen.

Nach 1995 protestierte er gegen die erste Wehrmachtsausstellung 1995–1999, die er als unwissenschaftlich bezeichnete.[3]

Rüdiger Proske war Mitglied der Gruppe 47 und Freund von Hans Werner Richter.

VeröffentlichungenBearbeiten

Fernsehsendungen und ReportagenBearbeiten

  • 1954: Derweil sich die Erde dreht
  • 1957: Auf der Suche nach Frieden und Sicherheit (zusammen mit Max H. Rehbein und Carsten Diercks, 7 Folgen)
  • 1957: Pazifisches Tagebuch (zusammen mit Max H. Rehbein und Carsten Diercks, 5 Folgen)
  • 1961–1986: Auf der Suche nach der Welt von morgen (82 Folgen)
  • 1974: AOK – Um der Gesundheit Willen
  • 1989: Mitten in Europa – Deutsche Geschichte (19 Folgen)

Dazu drehte er eine große Anzahl von Filmdokumentationen für Behörden (z. B. Europäische Union, Forschungsministerium, Innenministerium, Wirtschaftsministerium) und Industrieunternehmen (z. B. für ESSO, Siemens, Volkswagen, Mercedes).

Bücher (als Autor)Bearbeiten

  • 1949: Probleme industrieller Arbeitsbedingungen, Verl. d. Frankfurter Hefte
  • 1966: Zum Mond und weiter Bastei Verlag
  • 1968: Unsere Welt – gestern, heute, morgen, 1800–2000 (Herbert Butze, Anton Zischka, Gerhard Linne, Axel Eggebrecht, Dr. Helga Tettenborn, Rüdiger Proske), Bertelsmann Lexikon Verlag
  • 1968: Auf der Suche nach der Welt von morgen, Zwei Auflagen, Olde Hansen Verlag
  • 1969: Der Mond. Das grösste Abenteuer unserer Zeit, Zwei Auflagen, Olde Hansen Verlag
  • 1969: Station Mond, Olde Hansen Verlag
  • 1969: Der Mond, Buch und Zeit Verlagsgesellschaft Köln
  • 1971: Modelle und Elemente künftiger Gesellschaften, (Rüdiger Proske, Jörg Klamroth, Heiner Thömen), RoRoRo Verlag
  • 1972: Am Ende unserer Zukunft, Olde Hansen Verlag
  • 1973: Reisen rund um diese Welt, (Rüdiger Proske, Max H. Rehbein) Olde Hansen Verlag
  • 1976: Die Grundlagen des Spätmarxismus (Hans Jürgen Eysenck, Horst Nachtigall, Ernst Topitsch, Rüdiger Proske), Verlag A.G.Bonn aktuell
  • 1985 Zukunftsbewältigung., Rowohlt TB-V., Rnb.
  • 1989: Völkerkunde, die uns angeht., Bertelsmann Vlg., M.
  • 1989: Mitten in Europa – Deutsche Geschichte, Buchfassung der Fernsehreihe
  • 1992: Das Ende der Politik Ullstein Verlag
  • 1996: Wider den Missbrauch der Geschichte deutscher Soldaten zu politischen Zwecken, v.Hase & Koehler Verlag
  • 1999: Wider den liederlichen Umgang mit der Wahrheit, v.Hase & Koehler Verlag
  • 2002: Vom Marsch durch die Institutionen zum Krieg gegen die Wehrmacht, v.Hase & Koehler Verlag

Bücher (als Herausgeber)Bearbeiten

Reihe Aktuelles Wissen (..., die uns angeht), Bertelsmann Lexikon-Vlg., Gütersloh
  • 1971: Biologie, die uns angeht von Till Brahe
  • 1971: Kybernetik, die uns angeht von Oskar Jursa
  • 1971–1974: Wissenschaft, die uns angeht, 16 Bände
  • 1972: Verhaltensforschung, die uns angeht von Klaus H. Thews
  • 1972: Physik, die uns angeht von Walter Mächtle
  • 1973: Psychologie, die uns angeht von Ueckert/Kakuska/ Lometsch/Nagorny
  • 1973: Chemie, die uns angeht von Willibald Rixner und Gerhard Wegner
  • 1974: Medizin, die uns angeht von Wolfgang Baranowsky
  • 1974: Astronomie, die uns angeht von Joachim Herrmann
  • 1975: Philosophie, die uns angeht von Bernard Willms
  • 1978: Geologie, die uns angeht von Jörg Negendank

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1957: Erster Fernsehpreis der Gesellschaft der Freunde des Fernsehens
  • 1957: Prix Futura
  • 1965: Goldmedaille Filmfestival der 1. Weltausstellung des Verkehrs
  • 1965: Zweiter Preis VI Festival International des Films, Rouan
  • 1966: Zwei ehrende Anerkennungen des Adolf-Grimme-Preises
  • 1966: Zwei Kulturfilmprämien des Bundesministers des Inneren
  • 1967: Adolf-Grimme-Preis mit Silber
  • 1970: Bronze Award Film & TV-Festival of New York
  • 1972: Sonderpreis des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft beim Adolf-Grimme-Preis
  • 1980–1987: Sechs Preise des Bundesministers für Wirtschaft
  • 1989: Bayerischer Fernsehpreis

QuellenBearbeiten

Die in der Version dieses Eintrags vom 11. November 2006 angegebenen Daten wurden in einem Interview mit Rüdiger Proske erhoben.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Presseportal NDR vom 10. Dezember 2010.
  2. Geschichte der Sendung Panorama
  3. Rüdiger Proske zur „Anti-Wehrmachtsausstellung“