Quick Reaction Alert

Stufe der militärischen Gefechtsbereitschaft

Quick Reaction Alert (QRA) bezeichnet eine Stufe der Gefechtsbereitschaft in der Militärfliegerei.

BedeutungBearbeiten

 
F/A-18C J-5018 mit Sidewinder und Amraams bewaffnet, trägt einen Zusatztank mit aufgemalter Notfrequenz 121,5 MHz

Die Bezeichnung „QRA“ wird einheitlich in allen NATO-Staaten verwendet, aber auch nicht der NATO zugehörige Staaten wie die Schweiz[1] verwenden diesen Begriff. Einige Staaten verwenden andere Begriffe, jedoch ist die Systematik gleich. Heutzutage wird der Begriff „QRA“ ausschließlich für die Alarmbereitschaft von Flugzeugen zur Luftabwehr (Abfangjäger)[2], respektive den Luftpolizeidienst[3] verwendet. Dies hat seit den Anschlägen vom 11. September 2001 an Bedeutung gewonnen. Zur Zeit des Kalten Krieges hatten die Luftstreitkräfte, die über Nuklearbewaffnung verfügten, auch Trägerflugzeuge mit Nuklearwaffen (sowohl taktische Jagdbomber, als auch strategische Bomber) unter QRA-Bereitschaft. Nach Auslösung der Alarmierung muss die Alarmrotte innerhalb einer festgelegten Zeit (z. B. 15 Minuten) in der Luft sein. Je nach Alarmlage können diese Zeiten auf 10 bzw. 5 Minuten verkürzt werden. Bei 10 Minuten sitzen die Piloten bereits im Cockpit, bei 5 Minuten stehen die Maschinen startbereit auf der Startbahn. Die nächsthöhere Stufe ist die Combat air patrol, bei der sich die Flugzeuge bereits auf Patrouillenflug in der Luft befinden. Welche QRA-Stufe (QRA 15, QRA10, …) festgelegt wird, ist abhängig von der Bedrohungslage, sowie von vorhandenen Informationen zu erwarteten Vorkommnissen im Luftraum.

GeschichteBearbeiten

Während des Kalten Krieges sollten militärische Einheiten, die sich in „Quick Reaction Alert“ befanden, unmittelbar auf einen Überraschungsangriff des Warschauer Pakts reagieren, beziehungsweise im Sinne des Gleichgewichts des Schreckens einen solchen Angriff verhindern. Auf Seiten des Warschauer Pakts und der Nuklearstreitkräfte der Sowjetunion existierte ein vergleichbares Gefechtsbereitschaftsystem. Bei den Luftstreitkräften der Nationalen Volksarmee der DDR wurde diese Bereitschaft als „Diensthabendes System“ (DHS) bezeichnet.

Bei den mit Atomwaffen ausgestatteten Geschwadern der Luftstreitkräfte in Westeuropa befanden sich rund um die Uhr je zwei atomar bestückte Flugzeuge, die binnen 30 Minuten startbereit waren. Kontingente atomarer Mittelstreckenraketen (Pershing IA und Pershing II) und Marschflugkörper mussten binnen 15 Minuten feuerbereit sein.

Bereits um 1986 reduzierte die NATO die Alarmbereitschaft ihrer nuklearen Waffensysteme deutlich: Einerseits wurde ein Überraschungsangriff des Warschauer Pakts für unrealistisch erachtet, andererseits sollten Atomwaffen erst nach Übereinkunft innerhalb der NATO zum Einsatz kommen, was mit einer entsprechenden Verzögerung verbunden gewesen wäre.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • NATO ändert Alarmplan für die Nuklearverbände. In: Mediatus. Nr. 11/86. Forschungsinstitut für Friedenspolitik, Starnberg 1986.

WeblinksBearbeiten

Commons: Quick Reaction Alert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Auftrag aus der Sitzung SiK-S vom 19. April 2011: Gewährleistung Luftpolizeidienst (Memento des Originals vom 5. August 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vbs.admin.ch
  2. Bericht über Ausbau 24h Bereitschaft in 20Min Online
  3. Praesentation Aufbau Luftpolizeidienst 24h