Psephisma (altgriechisch ψήφισμα, Plural ψηφίσματα Psephismata) war im politischen System der griechischen Polis ein durch Stimmenmehrheit gefällter Beschluss (wörtlich: durch Abstimmung mit Psephoi, „Stimmsteinen“), insbesondere ein durch eine Volksabstimmung bestätigter Beschluss im Gegensatz zu dem hergebrachten, unveränderlichen (Natur-)Gesetz und Brauch (Nomos).[1] In Athen war es der durch die Volksversammlung bestätigte Beschluss im Gegensatz zum Probuleuma (προβούλευμα), dem in einer Ratsversammlung gefassten (Vor-)Beschluss.

In der römischen Kaiserzeit bezeichnete Psephisma speziell eine auf einem Volksbeschluss beruhende Dankadresse einer griechischen Polis an den Kaiser.[2]

Im übertragenen Sinn wird eine Inschrift mit der Aufzeichnung eines derartigen Beschlusses dann auch als Psephisma bezeichnet (z. B. das Psephisma von Lumbarda).

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aristoteles, Politik 4, 1292a 1-38; Der Staat der Athener 41, 2.
  2. Plinius der Jüngere, Briefe 10, 43.