Postprint

wissenschaftlicher Beitrag in Manuskriptform, der das Begutachtungsverfahren einer Fachzeitschrift durchlaufen hat

Als Postprint bezeichnet man einen veröffentlichten wissenschaftlichen Beitrag in Manuskriptform, der im Gegensatz zum Preprint das Begutachtungsverfahren (Peer-Review) einer Fachzeitschrift bzw. eines Verlages bereits durchlaufen hat. Somit unterscheidet sich ein Postprint eines Artikels in der Regel nicht inhaltlich von der veröffentlichten Verlagsversion, sondern lediglich im Layout.[1]

Bedeutung für Open AccessBearbeiten

Die Veröffentlichung von Postprints auf Dokumentenserver spielt für den grünen Weg des Open Access eine wichtige Rolle.[2] Im Jahr 2020 listet die SHERPA/RoMEO-Liste 2.562 wissenschaftliche Verlage auf, von denen 75 Prozent zumindest die Veröffentlichung von Postprints als Form der Selbstarchivierung in ihren Vertragsrichtlinien formal erlauben (mit möglicherweise abweichenden Regelungen für jeweils einzelne Zeitschriftentitel).[3] Viele Publikationsverträge enthalten eine Embargofrist für die Veröffentlichung von Postprints, welche meistens 6 bis 12 Monate beträgt. Open Access-Richtlinien von Forschungsorganisationen verfolgen den Zweck, die Bereitschaft bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu fördern, Postprints nach Ablauf der Embargofrist zu veröffentlichen. Im Jahr 2020 haben in Deutschland 72 Universitäten und Hochschulen, sowie die vier größten Forschungsförderer (HGF, Fraunhofer, WGL, MPG) eine Open Access-Richtlinie erlassen.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. SHERPA/RoMEO - Definitions and Terms. Abgerufen am 16. April 2020 (englisch).
  2. Die Farbenlehre des Open Access. Ulrich Herb in Telepolis, 14.10.2006, abgerufen am 16. April 2020.
  3. Statistics for the 2562 publishers in the RoMEO database. SHERPA/RoMEO, abgerufen am 16. April 2020 (englisch).
  4. Germany - Open Science Policy. OpenAIRE, abgerufen am 16. April 2020 (englisch).