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Postbahnhof Luckenwalder Straße

ehemaliger Postbahnhof im Berliner Ortsteil Kreuzberg
Postbahnhof Luckenwalder Straße, 1986

Der Postbahnhof Luckenwalder Straße war ein Bahnhof der Post für den Paketverkehr an der Luckenwalder Straße 4/5 im Berliner Ortsteil Kreuzberg. Er war zunächst für die von der Stadt nach Süden und Südwesten abgehenden Bahnstrecken zuständig, das zugehörige Postamt SW 77 galt vor dem Zweiten Weltkrieg als das größte deutsche Paketpostamt. In Teilen des 1997 stillgelegten Postbahnhofs befindet sich heute das Messe- und Veranstaltungszentrum STATION Berlin.

LageBearbeiten

Der Postbahnhof grenzte unmittelbar südöstlich an das Gelände des Gleisdreiecks der Berliner U-Bahn, dessen Struktur den Grundriss der Anlage beeinflusste. Nach Westen hin wurde er von den Gleisanlagen des Potsdamer Bahnhofs, nach Osten von denen des Anhalter Bahnhofs begrenzt. Zwischen der Luckenwalder Straße und der Yorckstraße gelegen gehört das Gelände heute zum Park am Gleisdreieck.

GeschichteBearbeiten

 
U-Bahn am Gleisdreieck, links eine Packkammer des Postbahnhofs, 1988

Auf dem Gelände des 1882 als Personenbahnhof stillgelegten Dresdener Bahnhofs wurden zwischen 1907 und 1915 der Berliner Postbahnhof und das Paketpostamt SW 77 errichtet. Die im historistischen Stil gestaltete Anlage entstand vermutlich nach Plänen von Hermann Struve (1857–1916) und Wilhelm Walter (1850–1914).

 
Lok 2 des Deutschen Technikmuseums auf dem Parkgelände, 2012
 
STATION Berlin, 2012

Der 1913 eröffnete Bahnhof war notwendig geworden, da die Personenbahnhöfe den angewachsenen Paketumschlag nicht mehr bewältigen konnten. Er stellte eine eigene Einheit unter der Leitung der Post dar, die mit vier Elektrolokomotiven den Betrieb abwickelte. In Spitzenzeiten wurden bis zu 400 Rangierfahrten pro Tag durchgeführt.[1] Der Bahnhof erhielt eine Ankunfts- und eine Abgangs-Packkammer, denen jeweils ein Kopfbau vorgesetzt wurde. An die Packkammern wurden fünf überdachte Ladesteige und die Gleise angeschlossen.[2]

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Postbahnhof stark vereinfacht wiederhergestellt. 1962 wurde die Abgangs- und 1968 bis 1971 die Eingangshalle umgebaut. Besondere Bedeutung erlangte er während der deutschen Teilung, da er als einziger Postbahnhof West-Berlin mit dem Bundesgebiet verband.

Die Deutsche Bundespost verfügte am Standort über mehrere eigene Diesellokomotiven, darunter mindestens eine der für West-Berlin untypischen Bundesbahn-Baureihe V 60. Eine von Orenstein & Koppel gebaute zweiachsige Kleinlokomotive befindet sich als Lok 2 im Besitz des Deutschen Technikmuseums und verkehrt gelegentlich auf dem Gelände des Parks.[3]

Im Jahr 1997 wurde der Postbahnhof stillgelegt. Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

NachnutzungBearbeiten

Teile des ehemaligen Postbahnhofs wurden nach dessen Stilllegung unter dem Namen Dresdener Bahnhof für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Im Jahr 2005 wechselten die Eigentümer, unter dem Namen STATION Berlin entstand ein Veranstaltungsort für Messen, Tagungen und Events.[4]

Das südlich gelegene Stellwerk Plw (Postbahnhof Luckenwalder Straße) wurde in den Park am Gleisdreieck integriert und beherbergt heute ein Café.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Industriekultur am Gleisdreieck in industrie-kultur-berlin.de des DTMB, 3/2013 S. 21 (Memento des Originals vom 8. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.industrie-kultur-berlin.de, abgerufen am 8. Mai 2014
  2. Postbahnhof und Paketpostamt SW 77 (Postamt 77) bei luise-berlin.de, abgerufen am 7. Mai 2014
  3. Website des Deutschen Technikmuseums, abgerufen am 10. Juni 2014
  4. STATION Berlin, abgerufen am 18. Februar 2015.

Koordinaten: 52° 29′ 56,2″ N, 13° 22′ 28,3″ O