Polemon von Laodikeia

Sophist und Rhetor

Polemon von Laodikeia (lateinisch Marcus Antonius Polemo) war ein Sophist und Rhetor im 2. Jahrhundert. Er stammte aus Laodikeia in Karien, stand in Smyrna einer der blühendsten, aus allen Gegenden der hellenischen Welt besuchten Rhetorenschulen vor und gilt als Vertreter der „Zweiten Sophistik“. Er starb unter Mark Aurel im Alter von etwa 56 Jahren durch freiwilligen Hungertod aus Kummer über ein Nervenleiden, durch das er sich an der Ausübung seiner Kunst behindert sah.

Polemon von Laodikeia

Polemon genoss bei seinen Zeitgenossen ein außerordentliches Ansehen und wurde auch von den Kaisern, unter denen er lebte, Trajan, Hadrian und Mark Aurel, mit Auszeichnungen überhäuft. Er galt namentlich als Meister der improvisierten Rede. Erhalten haben sich von seinen Schriften zwei Deklamationen ("Logoi epitaphioi [Λογοι επιταφιοι]", Leichenreden auf Helden von Marathon), die von Orelli (Leipz. 1819) und von Hinck (das. 1873) herausgegeben wurden.

LiteraturBearbeiten

  • Anne-Marie Favreau-Linder: Polémon (M. Antonius). In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 5, Teil 2, CNRS Éditions, Paris 2012, ISBN 978-2-271-07399-0, S. 1194–1205
  • Krystyna Stebnicka: M. Antonios Polemon. In: Paweł Janiszewski, Krystyna Stebnicka, Elżbieta Szabat: Prosopography of Greek Rhetors and Sophists of the Roman Empire. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-871340-1, S. 302–304
  • Willy Stegemann: Polemon 10): Antonius Polemon. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XXI,2, Stuttgart 1952, Sp. 1320–1357.