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Plexus cardiacus

vegetatives Nervengeflecht an der Herzbasis
Der Plexus cardiacus (hier: Cardiac plexus) in einer Darstellung des rechten Grenzstranges und seinen Verbindungen

Der Plexus cardiacus (lat. für „Herzgeflecht“) ist ein Geflecht aus Nervenfasern an der Herzbasis außerhalb des Herzbeutels zur vegetativen Steuerung des Herzens. Es enthält mehrere Nervenzellknoten (Ganglia cardiaca), von denen der größte, das Wrisberg-Ganglion, in der Höhlung des Aortenbogens nahe dem Ligamentum arteriosum liegt.

AufbauBearbeiten

Grundsätzlich lässt sich der Plexus cardiacus in zwei Teile gliedern, die jedoch funktionell eng miteinander verbunden sind: In einen oberflächlichen Teil (Pars superficialis, auch Plexus cardiacus superficalis) und in einen stärker ausgeprägten, tiefen Teil (Pars profunda, auch Plexus cardiacus profundus).[1] Zur Steuerung des Herzens dienen die Äste aus dem tiefen Anteil. Dieser liegt hinter dem Aortenbogen und seitlich der Gabelung der Luftröhre und enthält Fasern der Herznerven beider Seiten. Der oberflächliche Teil dagegen liegt unterhalb des Aortenbogens vor der rechten Pulmonalarterie und enthält überwiegend Fasern der linken Herznerven.[2]

Der Plexus cardiacus folgt in seinem Verlauf primär den Herzkranzarterien. Auf den Aortenbogen setzt er sich als Plexus aorticus thoracicus fort; außerdem steht er auf beiden Seiten mit dem Plexus pulmonalis in Verbindung.

Der Plexus cardiacus erhält sympathische Fasern aus dem zweiten bis vierten Brustsegment des Rückenmarks (Th2–Th4) über den Nervus cardiacus cervicalis superior aus dem Ganglion cervicale superius, den Nervus cardiacus cervicalis medius aus dem Ganglion cervicale medium und den Nervus cardiacus cervicalis inferior aus dem Ganglion stellatum. Darüber hinaus erhält er parasympathische Fasern aus dem Nervus vagus (Rami cardiaci). In den Nervenbahnen laufen auch schmerzleitende sowie Fasern von den Chemo- (Glomera aortica) und Pressorezeptoren.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag zu Plexus cardiacus im Flexikon, einem Wiki der Firma DocCheck, abgerufen am 26. November 2015.
  2. E. Hausmann: Über die Anatomie des menschlichen Herzens. In: Springer Verlag (Hrsg.): Zeitschrift für Anatomie und Entwicklungsgeschichte. 119, Nr. 3, 1956, ISSN 1863-2653, S. 263–279. doi:10.1007/BF00523597.

LiteraturBearbeiten

  • Walther Graumann, Dieter Sasse: CompactLehrbuch Anatomie. Band 4. Schattauer, 2005, ISBN 978-3-7945-2064-0, S. 518 (Google Books).
  • Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher: Prometheus. Lernatlas der Anatomie. Innere Organe. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Georg Thieme, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-13-139532-0, S. 127 (Google Books).
  • Gerhard Aumüller, Gabriela Aust, Jürgen Engele, Joachim Kirsch, Giovanni Maio, Artur Mayerhofer, Siegfried Mense, Dieter Reißig, Jürgen Salvetter, Wolfgang Schmidt, Frank Schmitz, Erik Schulte, Katharina Spanel-Borowski, Gunther Wennemuth, Werner Wolf, Laurenz J. Wurzinger und Hans-Gerald Zilch: Duale Reihe: Anatomie. 3. Auflage. Georg Thieme, Stuttgart, ISBN 978-3-13-152863-6, S. 608 (Google Books).
  • Helga Fritsch und Wolfgang Kühnel: Taschenatlas der Anatomie: Band 2: Innere Organe. 11. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-13-150921-5, S. 28 (Google Books).