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Pinkenburg

Ehemaliges Warthaus, heute Gaststätte
Ehemaliges Warthaus Pinkenburg, heute Gaststätte
Hannoversche Landwehr und Pinkenburg, dargestellt in einen Plan der Stadt Hannover von Ernest Eberhard Braun aus dem Jahr 1762

Die Pinkenburg in Hannover im Stadtteil Groß-Buchholz war eine 1341 erstmals erwähnte und 1387 abgebrochene Warte der Hannoverschen Landwehr. Aus ihr entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Warthaus, das sich im Laufe der Jahrhunderte von einer Zollstation zu einer Gaststätte wandelte. Die heutige Gaststätte Pinkenburg liegt an der Pinkenburger Straße nahe an der Ecke Pinkenburger Gang. Beide Straßen erhielten ihren Namen nach der Pinkenburg.

NameBearbeiten

Der Ursprung des Namens Pinkenburg beruht darauf, dass das Warthaus Teil der Landwehr war, die in ihrer Entstehungszeit dem Schutz gegen das verfeindete Bistum Hildesheim diente. Damals wurde bei Angriffen oder Feuer durch Schlagen einer Metallstange Alarm gegeben. Dies wurde, abgeleitet vom Geräusch, als „pinken“ bezeichnet. Laut dem deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm von 1854 steht „pinken“ für „den ton ‚pink‘ hervorbringen“, bzw. „hämmern, auf den ambos klopfen wie die schmiede“.[1] Das Wort Ping, das heute in Verbindung mit dem Sonar oder der Datenübertragung verwendet wird, lässt sich etymologisch ebenfalls von dem altdeutschen „pinken“ ableiten.

Vermutlich wurde es durch die Angelsachsen in den englischen Sprachraum getragen und wird dort Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals beschrieben als „to produce a sharp sound like that of a bullet striking a sheet of metal“ („einen spitzen Ton produzieren, ähnlich dem eines auf eine Metallplatte treffenden Geschosses“).

GeschichteBearbeiten

In der Mitte des 14. Jahrhunderts entstand vor dem Hintergrund des Lüneburger Erbfolgekrieges zum Schutz von Hannover eine Landwehr als vorgeschobenes Befestigungssystem mit Warttürmen und -häusern. Wahrscheinlich umgab die Landwehr ganz Hannover, erhalten haben sich nur Teile im Waldgebiet der Eilenriede. Die Pinkenburg lag am etwa 8 km langen Teilstück der 1341 entstandenen „Lüneburger Landwehr“ entlang dem Gewässer Schiffgraben. Sie führte vom früheren Warthaus Steuerndieb in der Eilenriede nach Nordosten bis zum Altwarmbüchener Moor. Der Verlauf entsprach in etwa dem heutigen Messeschnellweg.

An diesem Landwehrstück entstand die Warte Pinkenburg zunächst aus militärischen Gründen. An ihr befand sich die einzige Brücke über den Schiffgraben in einem mehrere Kilometer langen Bereich zwischen dem Moor und dem Warthaus Steuerndieb. Die Brücke an der Pinkenburg war mit vier Schlagbäumen gesichert und nachts verschlossen. Später diente die Pinkenburg eher als Zollstation, da vor allem Bier und Holz mit hohen Einfuhrzöllen belegt waren.

 
Die Pinkenburg um 1910
 
selbe Aufnahme als Grußkarte der „Gastwirtschaft zur Pinkenburg von F. Lüssenhop“;
Ansichtskarte, Verlag Otto Kamm, Linden
 
Derselbe Blickwinkel im Jahr 2017

Ab 1689 wurde die Pinkenburg zu einer Landwirtschaft als Brinksitzerstelle mit sieben hannoverschen Morgen Land. Von der Anlage aus begann die früheste Besiedelung von Groß-Buchholz. Wie die anderen Warttürme und -häuser der Landwehr bekam auch die Pinkenburg im Laufe der Jahrhunderte eher einen gastronomischen Charakter. Im 19. Jahrhundert war sie ein Dorfkrug und bis 1865 einzige Gaststätte in Groß-Buchholz. Von 2001 an wurde sie „Bier- und Weinrestaurant“ genannt, ab 2015 beschrieb sie sich als „Steak- und Schnitzelhaus“. Seit 2017 ist die Gaststätte geschlossen, das Gebäude steht im auch Sommer 2018 noch leer. Heute liegt die Pinkenburg im Süden des hannoverschen Stadtteiles Groß-Buchholz. Dort erinnert die Straße Pinkenburger Gang an die 1387 abgebrochene Warte.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Pinkenburger Kreis, Friedrich-Wilhelm Busse: Groß-Buchholz. Bilder und Geschichten aus vergangenen Tagen, Horb am Neckar, 1992, S. 11

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pinkenburger Straße (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jakob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Bd. 13, Sp. 1860 Digitalisat

Koordinaten: 52° 23′ 53,8″ N, 9° 48′ 24,3″ O