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Schwarze Teufelskralle

Art der Gattung Teufelskrallen (Phyteuma)
(Weitergeleitet von Phyteuma nigrum)
Schwarze Teufelskralle
Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)

Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Teufelskrallen (Phyteuma)
Art: Schwarze Teufelskralle
Wissenschaftlicher Name
Phyteuma nigrum
F.W.Schmidt

Die Schwarze Teufelskralle oder Schwarze Rapunzel (Phyteuma nigrum) ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Teufelskrallen (Phyteuma) in der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) gehört.

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

 
Illustration aus Flora Batava, Volume 11

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Die Schwarze Teufelskralle ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 70 Zentimetern erreicht. Die Laubblätter sind lanzettlich geformt und in etwa halb so breit wie lang. Die Grundblätter besitzen meist nur einen seicht herzförmigen Spreitengrund mit gekerbtem bis gesägtem Blattrand. Die unteren Stängelblätter sind eilanzettlich und am Grund verschmälert, die mittleren und die oberen weisen nur eine reduzierte Spreite auf.

Generative MerkmaleBearbeiten

Der bei einem Durchmesser von 1,5 bis 3 Zentimetern relativ breite, ei- bis walzenförmigen, ährigen Blütenstand weist ein bis zwei Hochblätter auf. Die Hüllblätter sind linealisch bis lanzettlich.

Die zwittrige, fünfzählige Blüte ist vor dem Aufblühen deutlich gekrümmt. Die fünf Kronblätter sind schwarzviolett oder schwarzblau, selten weiß. Die Kronblätter sind zuerst zu einer Röhre verwachsen, welche während des Aufblühens von unten nach oben aufplatzt. An der Spitze bleiben die Kronblätter jedoch länger verbunden und die Krone ist krallenförmig nach oben gebogen.[1] Der Griffel endet in zwei Narbenästen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[2]

ÖkologieBearbeiten

Die Blüten sind vormännlich. Die Kronblätter pressen die sich nach innen öffnenden Staubbeutel an die Griffelbürste, die den Pollen aufnimmt. Danach wächst der Griffel, bis seine Spitze die Kronröhre überragt. Danach öffnen sich die Narbenäste. Bestäuber sind Bienenverwandte und Schwebfliegen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

 
Habitus am Standort bei Bad Honnef

VorkommenBearbeiten

Die Schwarze Teufelskralle findet sich nur in Mitteleuropa in den Silikat-Mittelgebirgen. Sie ist im Gebiet der Böhmischen Masse zu finden. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Frankreich, Deutschland, Belgien, Tschechien, Österreich und Weißrussland.[3] In Deutschland ist sie vor allem im mittleren Bereich (u. a. Eifel, Siebengebirge, Rothaargebirge) verbreitet. In Österreich ist die Schwarze Teufelskralle selten, während sie in der Schweiz nur adventiv auftritt.

Sie wächst auf mäßig nährstoffreichen, kalkarmen Lehmböden an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Sie gedeiht auf frischen, bodensauren Fettwiesen und an Waldsäumen. Sie ist kalkmeidend und ein Lehmzeiger. Sie wächst von der collinen bis zur montanen Höhenstufe. Eher zerstreut wächst die Schwarze Teufelskralle auch auf Wiesen, Parks und lichten Laubwäldern. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Geranio-Trisetetum aus dem Verband Polygono-Trisetion, kommt aber auch in montanen Arrhenathereten und in tieferen Lagen auch in Carpinion-Gesellschaften vor.[2]

NaturschutzBearbeiten

Diese Art gilt nicht als gefährdet, aber schonbedürftig. Erhard Dörr und Wolfgang Lippert berichten aber, dass die Art infolge intensiver Bewirtschaftung durch Düngung, Drainage oder Aufforstung im Rückgang ist und daher der Schonung bedarf.[4]

SystematikBearbeiten

Die Erstveröffentlichung von Phyteuma nigrum erfolgte 1794 durch Franz Willibald Schmidt.

Zur Kreuzung der Schwarzen Teufelskralle (Phyteuma nigrum) mit der Ährigen Teufelskralle (Phyteuma spicatum) = Phyteuma ×adulterinum siehe unter Ährige Teufelskralle.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schwarze Teufelskralle auf der Website der Uni Marburg.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 897.
  3. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Phyteuma - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 11. Februar 2018.
  4. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 558. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1

WeblinksBearbeiten