Philips Videopac G7000

stationäre Spielkonsole der zweiten Konsolengeneration, veröffentlicht von Philips
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Der Philips Videopac Computer G7000 (kurz: Philips Videopac G7000 genannt, in den Vereinigten Staaten als Magnavox Odyssey 2 (Eigenschreibweise: Magnavox Odyssey²), in Brasilien als Philips Odyssey, in Japan als Odyssey2 (jap.: オデッセイ2 Hepburn: odessei2) vermarktet) ist eine im Jahr 1978 erschienene stationäre Spielkonsole des niederländischen Unternehmens Philips.

Philips Videopac G7000
Videopac computer ubt.jpeg
Hersteller Philips
Typ stationäre Spielkonsole
Generation 2. Konsolengeneration
Veröffentlichung
JapanJapan September 1982
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Februar 1979
EuropaEuropa Dezember 1978
Hauptprozessor Intel 8048H
Grafikprozessor Intel 8245
Speichermedien Spielmodule
Controller Joystick
Onlinedienst keiner
Verkaufte Einheiten unbekannt
Erfolgreichstes Spiel unbekannt
Vorgänger Magnavox Odyssey
Nachfolger Philips G7400

Technische DatenBearbeiten

Das Gerät enthält einen Intel-8048H-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 5,91 MHz. Im Prozessor sind 64 Byte RAM integriert, die Hälfte davon wird jedoch als Register und Stack verwendet und kann daher als Speicher nicht benutzt werden. Zusätzlich ist ein 6810-RAM-Baustein mit 128 Byte vorhanden. Im Prozessor integriert ist ein ROM von 1 KB. Dieses enthält Programmroutinen, die von diversen Spielen verwendet werden, zum Beispiel die in fast allen Spielen vorkommende Anzeige „SELECT GAME“. Die Auflösung beträgt 160 × 200 Bildpunkte bei zwölf möglichen Farben, für die Tonausgabe ist ein Tonkanal (monophon) vorgesehen.

Eine Besonderheit des Gerätes ist die eingebaute Folientastatur. Die verwendeten beiden Joysticks sehen zwar aus wie analoge Controller, es handelt sich aber dabei um gewöhnliche digitale 8-Wege-Steuerknüppel mit einem Feuerknopf, wie sie auch beim Atari 2600 verwendet wurden. Bei einigen G7000-Konsolen sind die Joysticks fest mit der Konsole verbunden, bei anderen Varianten werden sie über Stecker angeschlossen. Es gibt G7000-Konsolen mit integriertem Netzteil, wie auch Konsolen mit externem Netzteil. Die G7000-Konsole hat (außer in der Version für Frankreich) keinen Netzschalter.

Das Philips G7200 enthält außer der Konsole einen Schwarz-Weiß-Monitor im selben Gehäuse.

Die Spiele sind auf Videopac genannten Steckmodulen gespeichert, die bis zu 8 KB fassen und zum Teil mehrere Spiele enthalten. Philips brachte ca. 60 Module heraus, weitere Titel erschienen von Fremdherstellern wie Parker (in Kooperation mit Sega und Konami), Imagic oder Jopac. Die Videopac-Module konnten mit einem Griff sicher aus der Konsole gezogen werden, ohne dass die Konsole dazu ausgeschaltet werden musste, wie es bei den Mitbewerbern üblich war. Die Module wurden anfänglich in einer Kartonverpackung ausgeliefert, später dann in stabilen Plastikboxen mit durchsichtiger Front, hinter der die Spieleanleitung gleichzeitig als Cover diente.

VariantenBearbeiten

  • G7000/00: lose, silberne Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/08: feste, schwarze Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/15: lose, silberne Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/20: lose, schwarze Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/21: feste, schwarze Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/22: feste, schwarze Joysticks; internes Netzteil
  • G7000/30: lose, schwarze(?) Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/35: lose, schwarze Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/36: feste, schwarze Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/37: feste, schwarze Joysticks; internes Netzteil
  • G7000/49: feste, schwarze Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/53: lose, schwarze Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/54: feste, schwarze Joysticks; Steckernetzteil
  • G7000/75: lose, schwarze(?) Joysticks; Steckernetzteil

GeschichteBearbeiten

 
Eine Magnavox Odyssey 2 mit dazugehörigen festverbundenen Joysticks

Das G7000 wurde in Amerika unter der Bezeichnung Magnavox Odyssey (Eigenschreibweise: Magnavox Odyssey²) vom Tochterunternehmen Magnavox vertrieben. Erfolgreich verkauft wurde es vor allem in Europa. Mit dem Modul Nr. 9 konnte die Konsole über einen Assembler programmiert werden, die entworfenen Programme (bis zu 100 Schritte) konnten damit aber nicht gespeichert werden. Dies ging erst mit dem Basic-Modul C7420 (mit eigener CPU, ROM und RAM), das die G7400-Konsole zu einem vollständigen Heimcomputer machte. Die Basic-Programme konnten hier auf einem Kassettenrecorder gespeichert werden.

Viele Konkurrenzprodukte, beispielsweise das Atari 2600, waren dem G7000 in technischer Hinsicht überlegen (höhere Auflösung, polyphone Klänge, mehr Farben). Es wurde versucht, diesen Nachteil durch neue Konzepte, wie Kombinationen aus Brett- und Videospielen und durch Lernprogramme zu kompensieren. Einige Spiele sind fast 1:1-Kopien von erfolgreichen Atari 2600- Spielen, wie z. B. 22 Space Monster (auf dem Atari 2600 : Space Invaders), 38 Supermampfer (auf dem Atari 2600: Pac-Man), 33 Kunstspringer (auf dem Atari 2600: Circus Atari), 29 Dämme sprengen (gleiches Spielprinzip wie bei Breakout). Selbst heute entwickeln noch einzelne Programmierer neue Spiele für diese Konsole (Stichwort: Homebrew).

 
Philips Videopac G7400

Der Nachfolger Philips Videopac G7400 hatte eine verbesserte Grafikdarstellung. Module, die diese Fähigkeiten ausnutzen können, werden als Videopac+ bezeichnet. Einige dieser Videopac+-Module sind bis auf ein Hintergrundbild identisch mit normalen Videopac-Modulen, sie funktionieren daher auch im G7000, andere laufen nur auf dem G7400. Diese enthalten ROMs bis zu 16 KB. Der Netzschalter des G7400 war jedoch recht störanfällig.

Auch diese Spielkonsole wurde vom Video Game Crash im Jahr 1983 nicht verschont. So konnte die durchaus leistungsfähige G7400-Konsole kein großer Erfolg mehr werden. Einige Module waren zwar schon entwickelt, wurden aber nicht mehr veröffentlicht. Sie wurden später von einigen Videopac-Fans wiederentdeckt und zumindest als Binär-ROM für den O2EM-Emulator verfügbar gemacht.

 
Der Videopac G7200 (siehe Bild) war mit einem eingebauten 9 Zoll großem (23 cm) Schwarz-/Weiß-Bildschirm ausgestattet und wurde nur in Europa vertrieben.

SoftwareBearbeiten

 
Module 01

Spielmodule für das Philips G7000/G7400Bearbeiten

  • 01 Autorennen, Wirbelwind und Geheimschrift (auch als Plus-Version)
  • 02 Memory, Rendezvous im Weltraum und Knobeln
  • 03 American Football
  • 04 See- und Luftkrieg und Panzerschlacht
  • 05 Black Jack
  • 06 Bowling und Basketball
  • 07 Der kleine Mathematikus und Paß auf
  • 08 Baseball
  • 09 Computer Programmer
  • 10 Golf
  • 11 Krieg im Weltall (auch als Plus-Version)
  • 12 Das Millionenspiel
  • 13 Vorschulrechnen
  • 14 Revolverhelden
  • 15 Samurai
  • 16 Schiffe versenken und Schützenfest
  • 17 Chinese Logic
  • 18 Laserkrieg
  • 19 Catch The Ball und + Naughts & Crosses
  • 20 Burgenschlacht (auch als Plus-Version)
  • 21 Das Geheimnis der Pharaonen
  • 22 Das Weltraum-Monster (auch als Plus-Version)
  • 23 Einarmiger Bandit
  • 24 Flipper
  • 25 Skirennen
  • 26 Korbball
  • 27 Tischfußball
  • 28 Volleyball
  • 29 Dämme sprengen
  • 30 Schlachtfeld
  • 31 Musikant (mit Tastaturschablone)
  • 32 Labyrinth und Supermind
  • 33 Kunstspringer
  • 34 Satellite Attack (auch als Plus-Version)
  • 35 Billard
  • 36 Fußball und Eishockey
  • 37 Affenjagd
  • 38 Supermampfer
  • 39 Freiheitskämpfer (auch als Plus-Version)
  • 40 4-gewinnt
  • 41 Eroberung der Welt (Brett- und Videospiel)
  • 42 Die Suche nach den Ringen (Brett- und Videospiel)
  • 43 Pickel Peter (auch als Plus-Version)
  • 44 Supermampfers Rache
  • 45 Morse
  • 46 Wall Street (Brett- und Videospiel)
  • 47 The Mousing Cat
  • 48 Back Gammon
  • 49 Turtles
  • 50 Super Bee
  • 51 + Terrahawks
  • 52 + Killer Bees
  • 53 + Nightmare
  • 54 + Loony Ballon
  • 55 + Neutron Star
  • 56 + Norse Man (nur auf G7400 bzw. Jopac spielbar)
  • 57 + Blobbers
  • 58 + Air Battle
  • 59 + Helicopter Rescue (nur auf G7400 bzw. Jopac spielbar)
  • 60 + Trans American Rally (nur auf G7400 bzw. Jopac spielbar)
  • 61 Interpol (unveröffentlicht)
  • 62 + Clay Pigeon (unveröffentlicht, Prototyp)
  • 63 + Flashpoint (unveröffentlicht, spätere Entwicklung)
  • 64 Shark Hunter (unveröffentlicht, Prototyp)
  • 65 Spider Man
  • 66 Route 66
  • 67 Martian Threat
  • 68 MelRep
  • 69 Play Tag
  • 70 Terrahawks 2
  • 71 DD Dark Dungeon +
  • 72 FF Free Food For Fish +
  • 73 A Newscaster
  • 74 CSV Verkehrsspiele und Traffic Games Module 1+2
  • 75 Schach-Modul C7010 (Schachcomputer-Modul mit zusätzlich CPU/RAM, läuft sowohl auf G7000 als auch auf G7400)
  • 76 Computer-Modul C7420 (BASIC-Programmier-Modul mit zusätzlich CPU/RAM, nur mit G7400 kompatibel)

Von Parker BrothersBearbeiten

Von ImagicBearbeiten

Von Revival StudiosBearbeiten

  • "Air Assault"
  • "Astrododge", "Astrododge Versus"
  • "Cavity"
  • "Colorclash"
  • "Down!"
  • "Mage", "Mage 2", "Mage 3"
  • "Mayhem"
  • "Ralph Baer's Pinball"
  • "Stairrunner"
  • "Strikeforce"

Als HomebrewBearbeiten

  • "Amok!"
  • Cold Case
  • Laser Blitz
  • Moon Town
  • Spaceman Splorf: Planet of Doom
  • Tower Turtles

Add-OnsBearbeiten

  • The Voice
  • C7030 RAM Cart (Sören Gust)
  • C7050 Non-Volatile Game Emulator
  • C7051 Game Recorder Cartridge
  • C7060 Game Selector (Rene van Enden)
  • C7061 Game Selector (autorisiert durch Rene)

WeblinksBearbeiten

 Commons: Philips Videopac Computer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien