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Pantherpilz

Art der Gattung Wulstlinge (Amanita)
Pantherpilz
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Pantherpilz (Amanita pantherina)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Wulstlingsverwandte (Amanitaceae)
Gattung: Wulstlinge (Amanita)
Art: Pantherpilz
Wissenschaftlicher Name
Amanita pantherina
(DC. : Fr.) Krombh.

Der Pantherpilz (Amanita pantherina) ist eine Pilzart aus der Familie der Wulstlingsverwandten (Amanitaceae). Die Fruchtkörper des Pantherpilzes zeigen typische Wulstlingsmerkmale: Braune, mit weißen Flocken besetzte Hüte, beringte weiße Stiele mit verdickter „Knolle“ am unteren Ende und helle, dicht stehende Lamellen. Pantherpilze sind Mykorrhizapartner von Laub- und Nadelbäumen und kommen in einer Vielzahl verschiedener Waldformen vor. Die Fruchtkörper erscheinen zwischen Juni und November. Der Pantherpilz ist holarktisch verbreitet.

Der Pantherpilz ist für Menschen giftig. Die Fruchtkörper enthalten Ibotensäure, Muscimol und Muscazon.

MerkmaleBearbeiten

 
Farbtafel des Pantherpilzes aus Giacomo Bresadolas „Iconographia Mycologica, Band 1“ (Milano 1927)

Makroskopische MerkmaleBearbeiten

Die Nominatform des Pantherpilzes zeichnet sich aus durch Fruchtkörper mit ausgebreiteten, flachen braunen Hüten und schlanken weißen Stielen. Die Hüte werden 4–10 cm breit und haben eine bei feuchter Witterung schmierige, bei trockenem Wetter matt glänzende Huthaut. Charakteristisch sind vor allem die weißen Flocken, die Reste des Velums darstellen und konzentrisch um die Hutmitte angeordnet sind. Bei Regen werden sie leicht abgewaschen, ältere Exemplare zeigen also meist ein ausgedünntes Flockenmuster. Die Oberhaut des Hutes ist abziehbar, ihr Farbton variiert von dunkelbraun bis weißbräunlich, der Rand ist deutlich gerieft. Bei jungen Fruchtkörpern hat der Hut noch eine kugelige Form, breitet sich aber im Alter flach aus. Die Lamellen sind weiß, weich und stehen dicht beieinander.

Der Stiel des Pantherpilzes wird 6–12 cm hoch und hat einen Durchmesser von 0,5–2 cm. Er ist weiß, zartflockig und innen faserig, bei alten Exemplaren hohl. Charakteristisch ist die schlanke Knolle an der Stielbasis, die die für die Gattung namensgebenden Wülste aufweist. Darüber sind undeutlich eine oder mehr Gürtelzonen zu erkennen sowie eine Manschette, die mittig oder nur wenig höher am Stiel sitzt und dadurch keine Riefen als Abdrücke der Lamellenschneiden aufweist. Bei jungen Fruchtkörpern steht sie in der Regel ab, wird jedoch im Alter schlaffer und liegt schließlich an. Das weiße Fleisch ist zerbrechlich. Es riecht leicht nach Rettich, schmeckt jedoch schwach süßlich.

Mikroskopische MerkmaleBearbeiten

Wie alle Wulstlingsverwandten verfügt der Pantherpilz über eine monomitische Trama aus ausschließlich generativen, dünnwandigen Hyphen. Die Basidien sind viersporig, die Sporen selbst sind inamyloid.

ArtabgrenzungBearbeiten

Der Pantherpilz kann mit dem Grauen Wulstling (A. spissa) verwechselt werden. Auch eine Verwechslung mit dem häufig gesammelten und als Speisepilz geschätzten Perlpilz (A. rubescens) ist möglich. Der Pantherpilz ist dem gewöhnlichen Fliegenpilz (A. muscarina) ähnlich, dessen Hut jedoch in der Regel eine rote Farbe hat. Dem Königsfliegenpilz (A. regalis) dagegen sieht er zum Verwechseln ähnlich.

ToxizitätBearbeiten

Wie der Fliegen- so wurde auch der Pantherpilz von den sibirischen Völkern für Initiationsriten genutzt. Die giftige Ibotensäure im Pilz wird bei der Trocknung in Muscimol umgewandelt, welches nicht so giftig, dafür aber sehr wirksam sein soll. Die tödliche Giftmenge ist in mehr als 100 Gramm Frischpilz enthalten. Aufgrund des stark schwankenden Wirkstoffgehaltes ist dieser Wert lediglich als Richtwert zu verstehen. Die tödliche Dosis der Ibotensäure liegt bei 38 mg pro kg Körpergewicht.[1]

Ein bis zwei Stunden nach dem Verzehr des Pilzes und der damit verbundenen Vergiftung treten Übelkeit, Durchfall und Erbrechen ein, die Haut rötet und die Pupillen weiten sich. Anschließend macht sich ein Übergang zu Erregungs- und Rauschzuständen bemerkbar, Krampfanfälle und Verwirrtheit können ebenso auftreten. Je nach eingenommener Pilzmenge kann selten ein Koma oder der Tod durch Atemlähmung eintreten.[2]

Zur Behandlung wird der Magen entleert, sofern der Verzehr nicht zu lange zurückliegt. Zur Bindung der Giftstoffe wird Aktivkohle verabreicht und der Darm wird durch die Gabe von Abführmitteln entleert, um die Pilzreste aus dem Darm zu befördern und die Aufnahme von noch mehr Gift zu verhindern. Gegen die Krämpfe werden krampflösende, gegen die Erregungszustände beruhigende Mittel (zum Beispiel Benzodiazepine) gegeben. Um die Nieren anzuregen und das Blut zu „spülen“, kann eine Infusion mit isotonischer Kochsalzlösung angelegt werden.[2]

6,6 % aller Pilzvergiftungen werden vom Pantherpilz verursacht. Die Sterblichkeitsrate liegt bei ein bis zwei Prozent.[3]

GalerieBearbeiten

QuellenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pantherpilz. Drug Scouts, abgerufen am 10. Juni 2017.
  2. a b GEO Themenlexikon: Medizin und Gesundheit: Diagnose, Heilkunst, Arzneien; Teil 3 / Band 11 ISBN 3-7653-9431-9
  3. Roth, Frank, Kormann, 1990

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pantherpilz (Amanita pantherina) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Pantherpilz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!