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Päpstliches Collegium Russicum

Das Russicum in Rom.

Das Päpstliche Collegium Russicum (Pontificium Collegium Russicum, Pontificio Collegio Russo di Santa Teresa del Bambino Gesù) war ein Päpstliches Kolleg mit einem Priesterseminar der römisch-katholischen Kirche unter der Verwaltung der Gesellschaft Jesu, SJ in Rom.

Das Institut liegt in der Nähe der Basilika Santa Maria Maggiore, räumlich getrennt vom Pontificio Istituto Orientale neben der Kirche Sant’Antonio Abate all’Esquilino in der Via Carlo Cattaneo 2/A.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Papst Pius XI. gründete das Institut am 15. August 1929, angesichts der Verfolgung der christlichen Kirchen und der Religion im Allgemeinen durch den sowjetischen Staat. Noch in den 1950er Jahren arbeiteten die Absolventen des Russicums als geweihte Priester unter falschen Namen in ihren russischen Gemeinden. Vor der Abreise erhielten die Priester alle heiligen Sakramente, einschließlich der letzten Ölung.[1] Dann wurden sie vom Papst und vom Ordensgeneral der Jesuiten in geheimer Audienz empfangen und verabschiedet. Unter der Verwaltung des Russicums steht auch die St.-Antonius-Kirche neben dem Collegium Russicum. Dort wird nach armenischem, chaldäischem, alexandrinischem, antiochischem, byzantinischem und slawischem Ritus zelebriert und gebetet.

Das Geld für den Aufbau und Unterhalt des Instituts kam aus Spenden von Gläubigen überall auf der Welt.

2016 wurde das Collegium aufgelöst, das Gebäude fiel an das benachbarte Pontificio Istituto Orientale.[2]

RektorenBearbeiten

Bekannte Lehrende des InstitutsBearbeiten

  • Julia Nikolajewna Dansas (* 9. März 1879 in Athen, † 13. April 1942 in Rom), katholische Nonne, Universitätsdozentin und Unteroffizier 18. Orenburger Kosakenregiment

LiteraturBearbeiten

  • Constantin Simon: Russicum. Pioneers and Witnesses of the Struggle for Christian Unity in Eastern Europe
    • Band 1: Leonid Feodorov, Vendelín Javorka, Theodore Romža. Three historical sketches. Rom 2001.
    • Band 2: The first years. 1929–1939. Rom 2002.
  • Constantin Simon: Pro Russia. The Russicum and Catholic work for Russia. Pontificio Istituto Orientale, Rom 2009, ISBN 978-8-87210-365-4.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Letzte Oelung. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1949 (online11. August 1949).
  2. Das Russicum in Rom wird aufgelöst.

Koordinaten: 41° 53′ 48,8″ N, 12° 30′ 2″ O