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Otto Planetta

österreichischer Nationalsozialist, Putschist und Attentäter

LebenBearbeiten

Planetta war gelernter Handelsangestellter, katholischer Konfession, verheiratet und kinderlos. Seinen Hauptwohnsitz hatte er zum Zeitpunkt des Juli-Putsches in der Laxenburger Straße im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. 1916 meldete sich Planetta freiwillig zum Kriegsdienst in der k.u.k. Armee. Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns ging er zur Volkswehr, danach zur Gendarmerie sowie zum Bundesheer. Sein letzter militärischer Dienstgrad war der eines Stabswachtmeisters.

1929 trat er der NSDAP bei und gründete mit Fridolin Glass und Franz Holzweber den „Deutschen Soldatenbund zur Erfassung der Nationalsozialisten im österreichischen Bundesheer“. Als Arbeitsloser war er später führend an der Aufstellung der SS-Standarte 89 (später SS-Standarte 89 „Holzweber“) beteiligt.

Zu Beginn des Juliputsches gab Planetta am 25. Juli 1934 einen der beiden tödlichen Schüsse auf den damaligen österreichischen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ab.[1] Bereits kurz nach seiner Verhaftung wurden er und sein Mittäter Franz Holzweber durch ein Militärgericht zum „Tode durch den Strang“ verurteilt und am 31. Juli im Wiener Landesgericht durch den Scharfrichter Johann Lang am Würgegalgen hingerichtet. Auf Anweisung des Gerichtes wurde Planetta als Zweiter gehängt. Die Leichen wurden nicht den Angehörigen übergeben, sondern in der Feuerhalle Simmering eingeäschert. Planettas Asche wurde später auf dem Dornbacher Friedhof (Gruppe 13, Reihe 3, Nr. 33) bestattet.

Glorifizierung im NS-StaatBearbeiten

Nach dem „Anschluss Österreichs“ 1938 wurde Planetta zum „Ostmärkischen Freiheitshelden“ hochstilisiert. Es wurden zahlreiche Straßen in „Großdeutschland“ nach Planetta benannt, so die Gemmrigheimer Straße in Zuffenhausen und in Dresden die Habsburgerstraße. Der heutige Maria- und Rudolf-Fischer-Hof in Wien-Favoriten, die Pfarrgasse in Baden bei Wien[2] sowie studentische Kameradschaften wurden nach ihm benannt (etwa die Burschenschaft Bruna Sudetia Wien).

Siehe auchBearbeiten

Literatur (Auswahl)Bearbeiten

  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. Kremayr & Scheriau, Wien 1987, ISBN 3-218-00455-1.
  • Robert Berger (Red.), Peter Krause, Gottfried Stangler: Gaudeamus igitur. Studentisches Leben einst und jetzt. Schallaburg, 28. Mai bis 18. Oktober 1992. Ausstellungskatalog. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums, Band N.F. 296, ZDB-ID 968582-0. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abt. III/2, Kulturabteilung, Wien 1992, ISBN 3-85460-063-1.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dollfuß-Mord: Der zweite Attentäter. In: Kurier. 21. Dezember 2014, abgerufen am 4. Oktober 2017.
  2. Julius Böheimer: Straßen & Gassen in Baden bei Wien. Lexikon der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Stege, Brücken. Grasl, Baden 1997, ISBN 3-85098-236-X, S. 86.