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Routen der Frantic-Flüge

Mit dem Codenamen Operation Frantic (auf deutsch: „Unternehmen hektisch“) wird eine Serie von sieben shuttle bombing operations („Pendel-Bombardierungen“) der US-amerikanischen Luftstreitkräfte im Jahr 1944 bezeichnet. Bei alliierten Shuttle-bombing-Operationen während des Zweiten Weltkrieges flogen Bomber der United States Army Air Forces von England oder Süditalien aus Luftangriffe auf Ziele in Mitteleuropa und landeten danach in der Sowjetunion. Dort wurden sie betankt und neu aufmunitioniert, um auf dem Rückflug nach England oder Süditalien einen weiteren Angriff auszuführen. Die Flugzeuge landeten auf drei Flugfeldern in der Ukraine (Poltawa, Mirgorod, Pirjatin). Die Operation Frantic begann im Juni 1944 und endete im September desselben Jahres.

Der erste Angriff der Operation fand am 2. Juni 1944 statt, als 130 viermotorige Bomber und 70 Jagdflugzeuge der US Army Air Forces von Foggia in Italien starteten und Treibstoffanlagen in Ungarn und Rumänien angriffen. Danach landeten sie in Poltawa und flogen am nächsten Tag zurück, wobei sie unterwegs Flugplätze in Rumänien bombardierten.[1]

Nach dem Angriff alliierter Bomber auf das Hydrierwerk Schwarzheide am 21. Juni 1944 verlegten die Alliierten erneut 114 Langstreckenbomber des Typs Boeing B-17 auf den sowjetischen Flugplatz Poltawa (Lage). Dies blieb der deutschen Luftwaffenführung nicht verborgen, die daraufhin einen Angriff vorbereitete. In der Nacht des 22./23. Juni griffen Kampfflugzeuge der Kampfgeschwader 4, 27, 53 und 55 unter der Führung von Oberstleutnant Wilhelm Antrup[2] den Flugplatz an und zerstörten 43 B-17 am Boden. Weitere 26 wurden beschädigt. Außerdem wurden ein Munitionsdepot und 900.000 Liter Flugbenzin vernichtet.[3]

Die Operation endete nach ihrer letzten Mission am 18. September 1944, bei der die Aufständischen des Warschauer Aufstands durch den Abwurf von Nachschubgütern unterstützt wurden. Josef Stalin verweigerte anschließend seine Zustimmung zu weiteren Missionen.

LiteraturBearbeiten

  • Mark J. Conversino: Fighting With The Soviets: The Failure of Operation Frantic, 1944–1945. University Press of Kansas, Lawrence 1997, ISBN 0-7006-0808-7.
  • Roger E. Bilstein: Airlift and Airborne Operations In World War II. Air Force Historical Research Center, Maxwell Air Force Base Alabama, 1998.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Operation Frantic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Horst Boog: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 7. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2001, S. 126.
  2. Henry L. deZeng IV, Douglas G. Stankey: Luftwaffe Officer Career Summaries, Section A–F. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) 2016, S. 68–69, archiviert vom Original am 28. Dezember 2016; abgerufen am 22. Januar 2017 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ww2.dk
  3. Horst Boog: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 7. 2001, S. 364.