Hauptmenü öffnen

Die Opéra-ballet war eine Untergattung der französischen Oper des Hochbarock.

Sie wurde 1695 in der Pariser Oper ins Leben gerufen mit der Aufführung des Stückes Le Ballet des saisons nach einem Libretto von Jean Pic.[1] Die Musik war zusammengetragen aus Arbeiten von Jean-Baptiste Lully und wurde ergänzt und arrangiert von Pascal Collasse. André Campras L'Europe galante erschien zwei Jahre später und wird als Musterbeispiel für diese Untergattung der französischen Barockoper betrachtet.[1]

Ein Bühnenstück, bei dem Gesang die Handlung voranbrachte, galt zu jener Zeit in Frankreich als Oper, und für eines, das nicht bei Pastorale oder tragédie en musique einzuordnen war, bot sich die Bezeichnung ballet an, auch wenn darin nicht ausschließlich getanzt wurde. Zwar wählte man später für Lullys tragédies en musique oft die Bezeichnung opéra-ballet, doch hatte letztere das Merkmal, dass es für jede Einheit eigene Figuren und eine eigene Handlung gab.[1] Entsprechend nannte das livret eher entrées als Akte. Ein umfassender Handlungsrahmen konnte z. B. durch den Titel gegeben werden, oder einzelne Handlungsstränge liefen in einem Epilog zusammen. Weitestgehend verbindungslos waren die entrées der Stücke aus der Unterkategorie fragments – Campras Les fêtes vénitiennes stellt diesen Typ besonders erkennbar dar.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Rebecca Harris-Warrick: Dance and Drama in French Baroque Opera. A History, Cambridge University Press, Cambridge 2016, ISBN 978-1-107-13789-9, S. 207–209.