Nymphaeum Traiani

beeindruckender Brunnen mit Tabernakelfassade, Endpunkt eines Aquädukts in Ephesos

Das Nymphaeum Traiani ist eine antike Brunnenanlage (Nymphäum) in Ephesos bei Selçuk in der türkischen Provinz İzmir.

Das Nymphaeum Traiani in Ephesos
Nymphaeum Traiani

Wie aus der zweizeiligen Stifterinschrift[1] auf dem Architrav des Untergeschosses hervorgeht, wurde der Brunnen von Tiberius Claudius Aristion und seiner Gattin Iulia Lydia Laterane für die Artemis von Ephesos und Kaiser Trajan (daher der moderne Name) als Endpunkt einer 210 Stadien (ca. 39 km) langen Wasserleitung gestiftet. Auf Grund dieser Inschrift lässt sich die Errichtung in die Jahre zwischen 102 und 114 n. Chr. datieren.

Das 11,90 × 5,40 m große, rechteckige Brunnenbecken wurde an drei Seiten von einer ursprünglich etwa 9,50 m hohen Fassade gerahmt. Während die Architrave des Untergeschosses an den beiden Seiten gerade durchlaufen, besitzt die rückwärtige Hauptseite ein verkröpftes Gebälk. Dadurch, dass die Architrave des Obergeschosses dazu verschränkt versetzt wurden, bildet sich in der Mitte eine große Nische, in der eine Statue des Kaisers Trajan aufgestellt war. Auch in den anderen Interkolumnien waren Statuen aufgestellt.

Das Wasser floss unter der Statue – also zu Füßen des Kaisers – in das Brunnenbecken. Dem Hauptbecken war zur Straße hin ein schmaleres Schöpfbecken vorgelagert, von dem das Wasser entnommen werden konnte.

Das Nymphaeum Traiani wurde 1957 im Zuge einer Ausgrabung der Kuretenstraße freigelegt. 1962 erhielt es durch die Aufstellung einer Architekturprobe des Architekten H. Pellionis sein heutiges Aussehen.

LiteraturBearbeiten

  • Peter Scherrer (Hrsg.): Ephesos. Der neue Führer. ÖAI, Wien 1995, ISBN 3-900-30519-6, S. 118.
  • Hilke Thür (Hrsg.): ... und verschönerte die Stadt ... Ein ephesischer Priester des Kaiserkultes in seinem Umfeld. ÖAI, Wien 1997, ISBN 3-900305-18-8.
  • Claudia Dorl-Klingenschmid: Prunkbrunnen in kleinasiatischen Städten. Funktion im Kontext. Pfeil, München 2001, ISBN 3-931-51691-1 (Studien zur antiken Stadt 7).
  • Ursula Quatember: The Water Management and Delivery System of the Nymphaeum Traiani at Ephesus. In: Gilbert Wiplinger (Hrsg.): Cura Aquarum in Ephesus. Proceedings of the Twelfth International Congress on the History of Water Management and Hydraulic Engineering in the Mediterranean Region, Ephesus/Selçuk, Turkey, October 2-10, 2004. Peeters, Leuven 2006, ISBN 3-900305-46-3, S. 73–77 (12. Suppl. BaBesch = Sonderschriften des Österreichischen Archäologischen Instituts 42).
  • Ursula Quatember: Das Nymphaeum Traiani in Ephesos. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2011, ISBN 978-3-7001-4010-8 (Forschungen in Ephesos XI 2).

WeblinksBearbeiten

Commons: Nymphaeum Traiani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Inschriften von Ephesos 424.

Koordinaten: 37° 56′ 17,2″ N, 27° 20′ 31,5″ O