No Hijab Day

Kampagne

Im Jahr 2018 wurde die erste NoHijabDay-Kampagne durch die kanadische Aktivistin Yasmine Mohammed initiiert. Der NoHijabDay ist eine Reaktion auf den World Hijab Day. Das Ziel ist nach eigenen Angaben, den Mut der Frauen zu feiern, die familiäre, gesellschaftliche und religiöse Zwänge überwunden haben und sich dazu öffentlich bekennen, den Hidschāb abzulegen.[1] Sie sagte dazu:

Der „No-Hijab-Tag“ ist ein Tag für die Unterstützung der Frauen auf der ganzen Welt, die keinen Hijab mehr tragen wollen, Frauen, die sich selbst entscheiden, was sie auf ihrem Kopf tragen oder nicht tragen wollen, Frauen, die gegen frauenfeindliche Regierungen kämpfen, die sie dafür ins Gefängnis stecken, dass sie ihren Hijab abnehmen oder gegen misshandelnde Familien und Gemeinden, die sie ächten, misshandeln oder sogar töten würden.[2]

VorgeschichteBearbeiten

Im Jahr 2013 wurde der erste World Hijab Day ausgerufen. Da dieser sich nicht nur gegen die Diskriminierung von Frauen richtet, die einen Hijab tragen, sondern auch Frauen darin unterstützen will, sich in der Öffentlichkeit „züchtig“ zu kleiden, wurde er von vielen Seiten stark kritisiert, da der repressive Charakter, den ein Hijab-Zwang haben könne, ausgeblendet würde.

Im Februar 2013 kritisierte Maryam Namazie den World Hijab Day in einem Text scharf, indem sie ihn mit einem Female Genital Mutilation Day oder World Child Marriage Day verglich. Sie wurde in einem 1 BBC Report mit den Worten zitiert:

"Millionen Frauen und Mädchen wurden in den letzten Jahrzehnten wegen „unangemessener“ Verschleierung belästigt, mit Bußgeldern belegt, eingeschüchtert und inhaftiert", was sie in einem Blog-Beitrag über die iranische Frauenfußballmannschaft geschrieben hatte.

"Wer jemals mit Iran Air geflogen ist, kann bestätigen, wie schnell die Schleier abgenommen werden, sobald das Flugzeug iranischen Luftraum verlässt. Und jeder, der nur etwas über den Iran weiß, kennt den langen und schweren Kampf gegen die Zwangsverschleierung und Benachteiligung von Frauen."

Im Jahr 2014 rief Maryam Namazie zu Solidarität mit „Frauen, die der Verschleierung widerstehen und sich weigern“ auf.[3]

Im Dezember 2015 veröffentlichte die Washington Post einen Kommentar von Asra Nomani und Hala Arafa mit dem Titel "Als muslimische Frauen bitten wir Sie ausdrücklich, keinen Hijab im Namen interreligiöser Solidarität zu tragen".[4] Sie sagten, der World Hijab Day würde die "irreführende Interpretation" unterstützen, dass die Kopfbedeckung immer freiwillig getragen werden würde und hijab "nur" Kopftuch bedeute.

In einem eigenen Kommentar bezog sich Maajid Nawaz auf den Artikel von Nomani & Arafa und beschrieb den World Hijab Tag als „schlimmer als gedacht“ und schlug vor, den Namen in „Hijab-ist-eine-Freie-Entscheidung-Tag“ zu ändern.[5]

Ensaf Haidar, die Frau des nach wie vor inhaftierten säkularen Bloggers Raif Badawi, bezeichnete den World Hijab Day in einem Tweet als „islamische Propagandakampagne“ und rief dazu auf, für "die Opfer, die darunter leiden, den Hijab oder Niqab tragen zu müssen", einzutreten.[6]

MedienechoBearbeiten

Im Jahr 2019 berichtete das Frauenmagazin Emma erstmals über den NoHijabDay und schrieb:

"Der 1. Februar ist übrigens kein ganz zufälliger Termin. Es ist der Tag, an dem 40 Jahre zuvor Ajatollah Khomeini zu Zeiten der sogenannten „islamischen Revolution“ aus dem Pariser Exil in den Iran zurückkehrte. Das Land kippte quasi über Nacht in den Gottesstaat, der fundamentalistische Islam wurde zur Staatsdoktrin erklärt. Khomeini und seine Gefolgsleute hatten ein unmissverständliches Symbol für ihren Triumph auserkoren: Die (Zwangs)Verschleierung der Iranerinnen."[7]

Auch der Humanistische Pressedienst berichtete über den ersten #NoHijabDay zum 1. Februar 2019[8]

Die Zeitung Die Welt fragte in einem Artikel "Verharmlost der „World Hijab Day“ die Unterdrückung von Frauen?"[9]

Organisatoren und UnterstützerBearbeiten

In Deutschland wird der #NoHijabDay unter anderem unterstützt und organisiert von:

AnmerkungenBearbeiten

  1. ‘Removing your hijab can get you killed – even in the West’ - spiked. 2. Februar 2019, abgerufen am 30. Januar 2021.
  2. OPINION: Support Muslim women in fight against hijab | Toronto Sun. 2. Februar 2019, abgerufen am 30. Januar 2021.
  3. On World Hijab Day | Maryam Namazie. 4. Februar 2014, abgerufen am 30. Januar 2021 (amerikanisches Englisch).
  4. As Muslim women, we actually ask you not to wear the ‘hijab’ in the name of interfaith solidarity - The Washington Post. 21. Dezember 2015, abgerufen am 30. Januar 2021.
  5. Maajid Nawaz: The Great Hypocritical Muslim Cover-Up. The Daily Beast. Archiviert vom Original am 5. März 2016. Abgerufen am 6. März 2016.
  6. https://twitter.com/miss9afi
  7. Musliminnen rufen zum #NoHijabDay auf. Abgerufen am 30. Januar 2021.
  8. "World Hijab Day" wird zum "No Hijab Day". Abgerufen am 30. Januar 2021.
  9. Martin Niewendick: Kopftuch-Debatte: Verharmlost „World Hijab Day“ Unterdrückung? In: DIE WELT. 31. Januar 2019 (welt.de [abgerufen am 30. Januar 2021]).
  10. Homepage des Zentralrats der Ex-Muslime. In: http://exmuslime.com/. Abgerufen am 30. Januar 2021 (deutsch).
  11. TDF-Webredaktion: TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V. - TERRE DES FEMMES unterstützt Frauenrechtskampagne gegen "World Hijab Day": #NoHijabDay #FreeFromHijab. Abgerufen am 30. Januar 2021 (deutsch).