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Der Neunzylindermotor, kurz Neunzylinder, ist eine seltene Art von Hubkolben-Verbrennungsmotoren. Es gibt ihn als Reihenmotor – dann nur als Zweitakt-Dieselmotor, sowie als Sternmotor – in aller Regel Ottomotoren. Die Reihen-Dieselmotoren sind meist wassergekühlt, die Sternmotoren dagegen luftgekühlt.

BauartenBearbeiten

ReihenmotorBearbeiten

Reihenmotoren mit neun Zylindern, praktisch ausschließlich als Zweitakt-Dieselmotor, werden zum Antrieb von Schiffen eingesetzt. Bekannte Hersteller solcher Schiffsdieselmotoren sind die Sulzer AG in der Schweiz und MAN Diesel & Turbo (Marke B&W) und ihre Lizenznehmer, heute zumeist koreanische und chinesische Werften.

SternmotorBearbeiten

Siehe auch den Hauptartikel Sternmotor.

Bereits im Ersten Weltkrieg waren viele Flugzeugtypen mit luftgekühlten Neunzylinder-Umlaufmotoren versehen, bei denen Kurbelgehäuse, Zylinder und der Propeller um die starre Kurbelwelle rotierten. Als Flugmotor waren Neunzylinder-Sternmotoren konventioneller Bauart lange Zeit im Einsatz, da sie eine vergleichsweise hohe Motorleistung boten. Der Aufbau (Ventilsteuerung mit Nockentrommel, Kurbelwelle mit einem Haupt-Pleuel und acht Nebenpleueln) und damit die Wartung ist jedoch aufwendiger als bei Reihenmotoren.

Konstruktive BesonderheitenBearbeiten

Die mäßige Laufruhe von Neunzylinder-Reihenmotoren, auch dies ein Grund für den fast völlig ausbleibenden Einsatz im Kraftfahrzeugbau, resultiert ähnlich wie bei Fünfzylindermotoren aus der ungeradzahligen Kurbelversetzung. Zusätzliche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Herstellung der mechanischen Kernkomponenten (Kurbelwelle beim Neunzylinder-Reihenmotor bzw. Zylinderblock und Anschlusspunkte der Nebenpleuel an das Hauptpleuel beim Neunzylinder-Sternmotor) aus der ungewöhnlichen Teilbarkeit des Vollkreiswinkels durch neun (360° : 9 = 40°).

Im versetzten Hintereinander-Bau – aus Kühlungsgründen – entstanden aus zwei Neuner-Sternen auch luftgekühlte Achtzehnzylinder-Motoren.

TriviaBearbeiten

Das Faszinosum von Neunzylinder-Sternmotoren motivierte einzelne Kraftfahrzeug-Hobby-Erbauer, ungewöhnliche Einbauorte für Flugzeugmotoren zu wählen. So sind in den 2000er Jahren ein Goggomobil und ein Motorrad mit Neunzylinder-Stern-Flugmotoren russischer Bauart mit ca. 700 PS entstanden.