Nasser Garten

Nasser Garten war ein Stadtteil von Königsberg (Preußen), südlich des Alten Pregels und westlich vom Haberberg gelegen. Er heißt heute russisch Portowoje und liegt im Moskauer Rajon, einem Stadtbezirk im Süden von Kaliningrad, der Hauptstadt der Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg).

Nasser Garten auf einer Karte von 1939

NameBearbeiten

Der Name weist auf ein Überschwemmungsgebiet am unteren Pregel, ebenso wie der nahe gelegene Stadtteil Ponarth.

GeschichteBearbeiten

Der Nasse Garten gehörte zunächst zum Haberberg, einem Dorf mit 24 Bauern, das vom Markgrafen Albert 1522 den Einwohnern des Kneiphofs verliehen wurde. Am Ende des Haberbergs lag der „Alte Garten“ oder „Trockene Garten“, und durch einen Wall von ihm getrennt der „Nasse Garten“. Sogenannte Gärten wurden bereits vom Orden angelegt. Es waren keine Zier- oder Obstgärten, sondern hier wurden Kleinbauern in Gartendörfern angesetzt. Ihr Besitz umfasste eine freie Wohnung oder eine Kate sowie etwa zwei bis drei Morgen Acker, so dass die Gärtner alle sich anbietenden Dienste akzeptieren mussten, um sich und ihre Familien zu ernähren. Sie wurden „Lohngärtner“, „schlechte Gärtner“, „Losmänner“ oder „Einwohner“ genannt und wurden später durch die Instleute ersetzt.

Der Nasse Garten stand in jedem Frühjahr unter Wasser und musste mit von Pferden angetriebenen Schöpfmühlen ausgepumpt werden. 1807 standen die Franzosen vor Königsberg und der General Rüchel ließ den Nassen Garten abbrennen.

LiteraturBearbeiten

  • Ludwig von Baczko: Versuch einer Geschichte und Beschreibung von Königsberg. 2. völlig umgearbeitete Auflage. Goebbels und Unzer, Königsberg 1804, GoogleBooks.
  • Fritz Gause: Königsberg in Preußen. Die Geschichte einer europäischen Stadt, 2. Auflage. Rautenberg, Leer 1987, ISBN 3-7921-0345-1.
  • Kurt von Staßewski, Robert Stein: Was waren unsere Vorfahren? Amts-, Berufs- und Standesbezeichnungen aus Altpreussen, 2. ergänzte und erweiterte Auflage. Selbstverlag des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V., Hamburg 1971, (Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V. 18), (Originalausgabe: 1938, Einzelschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen 2).
  • Lorenz Grimoni, Wolfgang Klein: Der Vorort Nasser Garten – ein weithin unbekannter Stadtteil von Königsberg. Königsberger Bürgerbrief 91 (2018), S. 25–29.

WeblinksBearbeiten

Koordinaten: 54° 42′ N, 20° 29′ O