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Museum der Gartenkultur

Museum in Deutschland

Das nichtstaatliche Museum der Gartenkultur in der bayerisch-schwäbischen Stadt Illertissen ist mit derzeit (2014) annähernd 10.000 Exponaten zur Geschichte der Gartenkultur das größte Museum seiner Art in Deutschland.[1]

Initiatoren, Träger, Betreiber und FinanzierungBearbeiten

Träger und Betreiber ist die in Neu-Ulm eingetragene „Stiftung Gartenkultur“. Den Vorstand der Stiftung bilden die drei Initiatoren des Museums: der Illertissener Staudengärtner Dieter Gaißmayer (Vorsitzender), der Chemiker Reinhard Hemmer und der Landschaftsarchitekt Wolfgang Hundbiss (Ausstellungskurator).

Die Kosten der Errichtung des Museums beliefen sich auf gut 700.000 Euro, die aus Mitteln mehrerer Stiftungen, öffentlichen Zuschüssen und anderen Quellen aufgebracht wurden.[2]

Lage und GliederungBearbeiten

 
Das „Erste Literarische Bienenhaus“

Das Ende Februar 2013 eröffnete Museum befindet sich auf einem städtischen Gelände unmittelbar neben der Staudengärtnerei Gaissmayer, etwa 3,5 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums, in der Nähe des Flugplatzes.

Das Museumsareal umfasst ein Gebäude und eine Freifläche. Das Gebäude ist ein 60 Meter langer, 900 Quadratmeter großer T-förmiger Neubau, der neben dem eigentlichen Ausstellungsraum ein Glashaus, einen Museumsladen, eine Bibliothek mit 1.600 zum Teil über 100 Jahre alten und neuzeitlichen Gartenbüchern und Fachzeitschriften, ein Café und einen Schulungsraum für Gruppen aufweist.

Auf dem Parkplatz des Museums befindet sich in einem umfunktionierten alten Bienenhaus (ein Hinweis auch auf das Illertissener Bienenmuseum) das „Erste Literarische Bienenhaus“ (ErLiBi), ein Öffentlicher Bücherschrank.[3] Außerdem gibt es eine Akku-Lade- und -Wechselstation für Elektrofahrräder des movelo-Verleihnetzes.[4] Eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist derzeit (2014) nicht vorhanden.

Für den Besuch des von Freitag bis Sonntag geöffneten Museums ist eine Eintrittsgebühr zu entrichten.[5]

KonzeptBearbeiten

Das Museumskonzept besteht aus mehreren Bausteinen:

  • Gartenarsenal: In der Dauerausstellung im Museumsbau werden in ganz Europa zusammengetragene Geräte aller Sparten des Gartenbaus aus den letzten drei Jahrhunderten gezeigt. Darunter befinden sich manche heute skurril anmutende Gerätschaften, wie zum Beispiel eines der von Lucien Hippolyte Bernel-Bourette 1905 erfundenen Pagoscope zur Vorhersage von Nachtfrösten. Außerdem werden Arbeitstechniken im Gartenbau früherer Zeiten erläutert und auf die Geschichte der regionalen Gartenkultur eingegangen. Die Dauerschau wird um zeitlich begrenzte Sonderausstellungen ergänzt.
  • Sortenarsenal: Im 1,5 Hektar großen Freiland wird in mehreren Abteilungen, sogenannten Kabinetten, die Kultivierung alter, oft kaum mehr bekannter Nutz- und Zierpflanzenarten und -sorten dargestellt. Der Schwerpunkt liegt auf Stauden, aber ein bundesweit einmaliges Formobst-Kabinett ist ebenso dabei wie ein Rosengarten.[6] Auch die Möglichkeiten ihrer Nutzung in der heutigen Zeit, auch unter dem Aspekt der Biodiversität, werden angesprochen.
  • Gartenwissen/Gartenbildung: Zusammen mit dem Bestand der Bibliothek soll eine Palette von Veranstaltungen wie Workshops, Seminare, Vorträge, Exkursionen und saisonale Markttage als Begleitprogramm das alte Gartenwissen weitertragen.
  • Offene Gärten: Hierbei handelt es sich um Kooperationen mit und Besichtigungen von öffentlichen bzw. zu bestimmten Zeiten öffentlich zugänglichen privaten Gärten, Parks und anderen Stätten gärtnerischen Wirkens von besonderem historischem Interesse im näheren und weiteren Umfeld.
  • In Zusammenarbeit mit dem Illertissener Integrationsbeirat wird ein Teil des Museumsfreigeländes ab 2014 als Interkultureller Garten genutzt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Ein-gruenes-Netzwerk-der-Gartenkultur-id24177211.html
  2. Kulturfonds Bayern zahlt 162 000 Euro. Südwest Presse Online, 10. September 2012
  3. Gartentipps
  4. Garten-Museum ist jetzt auch Akku-Tankstelle. Südwest Presse Online, 13. Mai 2013
  5. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 23. März 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museum-der-gartenkultur.de
  6. Neues Gartenkultur-Museum. taspo.de, 2. April 2013

Koordinaten: 48° 14′ 25,7″ N, 10° 7′ 56,2″ O