Musculus digastricus

Muskel

Der Musculus digastricus[1] oder Musculus digastrius[2] (lat.: zweibäuchiger Muskel), früher auch als Musculus biventer mandibulae bezeichnet, ist ein Muskel des Kopfes, der aus zwei unterschiedlichen Anlagen hervorgeht, weshalb er auch von zwei Hirnnerven innerviert wird. Er besteht aus zwei Bäuchen:

  • Der kleinere Venter anterior (vorderer Bauch, bei Tieren Venter rostralis) entspringt an der Unterkieferinnenseite (Fossa digastrica) und verläuft von da aus nach posterior und superior.
  • Der größere Venter posterior (hinterer Bauch, bei Tieren Venter caudalis) entspringt an der Incisura mastoidea des Schläfenbeins (Mensch) bzw. dem Processus paracondylaris bei Haustieren und zieht nach anterior und inferior.
Musculus digastricus
Digastricus.png
Halsmuskulatur des Menschen
Ursprung
Venter posterior: Incisura mastoidea des Schläfenbeins - Venter anterior: Fossa digastrica des Unterkiefers
Ansatz
Zwischensehne (Os hyoideum)
Funktion
Öffner der Mundspalte
Innervation
Nervus mylohyoideus (Venter anterior)
Ramus digastricus des Nervus facialis (Venter posterior)

Außerdem ist der Muskel paarig angelegt, das heißt, er ist jeweils auf der rechten und linken Körperhälfte zu finden. Die beiden Köpfe treffen sich in der Mitte und bilden eine gemeinsame Zwischensehne (Mensch, Pferd) oder einen Sehnenstreifen, welche den Ansatz des Muskels bildet. Die Zwischensehne ist mit einer Bindegewebsschlaufe am Zungenbeinkörper befestigt.[3]

Er ist Teil der suprahyalen Muskulatur.

FunktionBearbeiten

Der Musculus digastricus ist ein Öffner der Mund- bzw. Maulspalte und ist damit ein Antagonist der Kaumuskulatur.

InnervationBearbeiten

Der vordere Bauch wird vom Nervus mylohyoideus des Nervus mandibularis (Nervus trigeminus, V3), der hintere vom Ramus digastricus des Nervus facialis innerviert.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Federative Committee on Anatomical Terminology (FCAT): Terminologia Anatomica. Thieme, Stuttgart 1998, ISBN 3-13-114361-4.
  2. H. Triepel: Nomina Anatomica. Mit Unterstützung von Fachphilologen. Verlag J.F. Bergmann, Wiesbaden 1910.
  3. DocCheck Medical Services GmbH: Musculus digastricus. Abgerufen am 13. Februar 2021.

LiteraturBearbeiten

  • Dieter Sasse: CompactLehrbuch Anatomie. Band 2, Schattauer Verlag, 2004, ISBN 3-7945-2062-9, S. 453.