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Sankt Petersburg–Murmansk
Strecke der Murmanbahn
Karte der Eisenbahnlinie
Streckenlänge:1448 km
Spurweite:1520 mm (Russische Spur)
Stromsystem:25 kV ~
Bau der Bahn 1916/1917

Die Murmanbahn ist eine Bahnstrecke im Norden Russlands.

Inhaltsverzeichnis

Geografische LageBearbeiten

Die Murmanbahn verläuft zwischen Sankt Petersburg über Murmansk mit Bajenga. Die von ihr in Kola, kurz vor Murmansk, abzweigende Strecke nach Petschenga und Nikel ist (abgesehen von dem Inselbetrieb Erzbahn Kirkenes–Bjørnevatn) die nördlichste Bahnstrecke Europas.

Technische ParameterBearbeiten

Die Streckenlänge beträgt 1448 km[1] in der rusischen Breitspur von 1525 mm.

GeschichteBearbeiten

Die Murmanbahn wurde im Ersten Weltkrieg, zwischen 1915 und 1917, erbaut, um die Armee des Zarenreichs ganzjährig mit Rüstungsgütern ihrer westlichen Alliierten Großbritannien und Frankreich versorgen zu können. Wegen des Zeitdrucks wurde die Strecke mit so geringem Aufwand wie möglich trassiert. Neben russischen Arbeitskräften wurden dabei etwa 60.000 österreichisch-ungarische und deutsche Kriegsgefangene eingesetzt,[2][3] von denen etwa 25.000 beim Bau umkamen.[4][5]

Während des Zweiten Weltkriegs war die Bahn wieder von größter strategischer Bedeutung, da über sie die Waren der Nordmeergeleitzüge ins Landesinnere und an die Front transportiert wurden (vgl. auch Leih- und Pachtgesetz). Daher erfolgten, größtenteils vergeblich, deutsche Luftangriffe vom Stützpunkt Petsamo durch die so genannten Eismeerjäger (Jagdgeschwader 5) sowie Kommandounternehmen durch die Spezialeinheit Brandenburg auf die stark durch Flak verteidigte Murmanbahn.

BetriebBearbeiten

Die Murmanbahn wird von der Oktoberbahn betrieben. Sie besitzt eine große wirtschaftliche Bedeutung, weil Murmansk (zusammen mit ein paar benachbarten Buchten) der einzige ganzjährig eisfreie Hafen Nordwestrusslands ist und von dort Waren mit der Bahn in zentrale Regionen des europäischen Russland transportiert werden können.

ZukunftBearbeiten

Vom Bahnhof Wychodnoj wird eine abzweigende Strecke nach Lawna gebaut, um von dort aus sibirische Steinkohle zu exportieren.[6]

LiteraturBearbeiten

  • Reinhard Nachtigal: Die Murmanbahn – Die Verkehrsanbindung eines kriegswichtigen Hafens und das Arbeitspotential der Kriegsgefangenen (1915–1918). Verlag Bernhard Albert Greiner, Remshalden 2001, ISBN 3-935383-05-3.
  • Reinhard Nachtigal: Die Murmanbahn 1915–1919 – Kriegsnotwendigkeit und Wirtschaftsinteressen. Verlag Bernhard Albert Greiner, Remshalden 2007, ISBN 3-935383-96-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kirov Railway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://biarmia.narod.ru/img/1943/1943.html (offline)
  2. http://biarmia.narod.ru/library/doc/zh_d.html (offline)
  3. Georg Wurzer: Die Kriegsgefangenen der Mittelmächte in Russland im Ersten Weltkrieg. Verlag V&R unipress, Göttingen 2005, ISBN 978-3-89971-241-4, S. 368
  4. Markus Rabanser: Die Murmanbahn, S. 13
  5. Georg Wurzer: Die Kriegsgefangenen der Mittelmächte in Russland im Ersten Weltkrieg. S. 374ff
  6. jst: Neue Bahnstrecke bei Murmansk. In: Eisenbahn-Revue International 5/2019, S. 262.