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Mummenfass oder Mummefass nannte man im Herzogtum Braunschweig das Fass für die Mumme, einer ursprünglich stark alkoholhaltigen Biersorte aus Braunschweig. In Magdeburg diente das Mummefass der Aufbewahrung und dem Transport des „Magdeburgischen Stadtbieres“.[1][2] Das Volumenmaß fasste 100[3] bis 105[4] Stübchen (etwa 375 bis 395 Liter).

Ludeke Krage, der Bürgermeister der Braunschweiger Neustadt, soll in einem Mummefass während des „Aufruhrs der Armut“ im Jahr 1513 aus der Stadt in Richtung Hannover geflohen sein.[5]

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Janz: Hahndorfer Geschichten & Geschichte. Band 1, BoD – Books on Demand, Norderstedt 2010, S. 176, ISBN 978 3 8391 3779 6
  • Heinz Ziegler: Studien zum Umgang mit Zahl, Mass und Gewicht in Nordeuropa seit dem Hohen Mittelalter. Scripta Mercaturae Verlag, St. Katharinen 1997, S. 113, ISBN 978 3 89590 044 0

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinrich Rathmann: Geschichte der Stadt Magdeburg von ihrer ersten Entstehung an bis auf gegenwärtige Zeiten. Band 3, Johann Adam Creutz, Magdeburg 1803, S. 488.
  2. Friedrich Christoph Jonathan Fischer: Geschichte des teutschen Handels. Band 2, Helwingsche Verlagsbuchhandlung, Hannover 1797, S. 669.
  3. Oscar Mothes: Illustrirtes Bau-Lexikon. Band 2, Otto Spamer, Leipzig und Berlin 1866, S. 497.
  4. Werner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter. Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende der Stadtfreiheit 1491-1671, Band 1, Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1966, S. 240.
  5. Verein für niederdeutsche Sprachforschung: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung. 1884, S. 88.