Moses Görgün

syrischer Geistlicher, Metropolit der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Europa
(Weitergeleitet von Mor Severius Moses)

Moses Görgün, (weltlicher Name Hasyo Mushe Görgün, ehemals Mor Severius Moses; * 5. Juni 1981 in Füssen) ist seit 2016 Erzbischof der Erzdiözese Deutschland der sogenannten Genuin Orthodoxen Kirche von Griechenland. Davor war er der erste Metropolit der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Europa.

LebenBearbeiten

Syrisch-Orthodoxe KircheBearbeiten

Erzbischof Moses besuchte von 1998 bis 2000 die Schule des Klosters St. Jakob von Sarug im westfälischen Warburg und studierte dort syrische Theologie. Im Jahre 2000 trat er in das Kloster St. Ephraem der Syrer im niederländischen Glanerbrug ein und wurde dort als Mönch eingekleidet. 2001 empfing er dort mit 21 Jahren die Priesterweihe. Von 2000 bis 2004 war er in den Niederlanden Jugendseelsorger für sechs Gemeinden und arbeitete als erster syrisch-orthodoxer Priester gezielt seelsorgerisch. Nach dieser Tätigkeit wurde er von 2005 bis 2006 als Gemeindepriester in Schweden eingesetzt. Im Jahr 2006 absolvierte er ein Aufbaustudium in der Abtei Maria Einsiedeln.

Malankara Orthodox-Syrische KircheBearbeiten

 
Metropolit und Erzbischof Moses der Genuin Orthodoxen Kirche

2006 löste er sich vom Patriarchat von Damaskus und unterstellte sich mit den beiden Mönchen Isa Oygur und Johannes Budak der Jurisdiktion der Malankara-Orthodox-Syrischen Kirche mit dem Ziel, in Europa eine Seelsorgearbeit aufzubauen. 2007 wurde durch die Malankara-Orthodox-Syrische Kirche eine eigene Erzdiözese von Europa gegründet; Erzbischof Moses wurde am 21. November 2007 für die Erzdiözese Europa mit dem Beinamen Mor Severius geweiht und der Kirche ein autonomer Status zuerkannt.

Im Februar 2009 wurde die autonome Erzdiözese von der indischen Generalsynode zur quasi-autokephalen Antiochenisch Syrisch-Orthodoxen Kirche (Syrisch-Orthodoxen Kirche von Europa) erhoben. Erzbischof Moses war seitdem Metropolit von Deutschland und Primas der Kirche. 2012 gründete er das Kloster St. Gabriel in Altenbergen in Thüringen und leitete von dort aus die Europazentrale.[1]

Erste ExkommunikationBearbeiten

Der jetzige Erzbischof Moses wurde von der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien am 5. Dezember 2007 exkommuniziert, da er Metropolit in einer von der Syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien exkommunizierten kirchlichen Gruppe wurde. Damit ist seine Bischofsweihe aus der Sicht der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien ungültig.[2]

Zweite ExkommunikationBearbeiten

Am 16. März 2009 erhob die Synode der Indisch-Orthodoxen Kirche die Erzdiözese in den Status einer Autokephalie, und sie erhielt den Namen Syrisch-Orthodoxe Kirche von Europa. Mor Severius Moses Görgün wurde zum Primas und Metropoliten der Kirche ernannt. Im Mai bestätigte die Indisch-Orthodoxe Kirche, dass die Befugnis der neuen Kirche auf Europa beschränkt sei und dass sie keine Befugnis über die Kirche in Indien habe. Dennoch weihte Mor Severius Moses Görgün am 21. März 2010 Mor Bartholomaos Joseph zum Metropoliten von Angamaly, einer Diözese im Befugnisbereich der Indisch-Orthodoxen Kirche.

Infolge dieser Zuwiderhandlung exkommunizierte Baselios Marthoma Didymos I. Mor Severius Moses Görgün und entzog der Kirche seine Anerkennung. Dies führte dazu, dass die Kirche ihren Namen änderte, um ihre Präsenz außerhalb Europas widerzuspiegeln; seit dem 28. April 2010 hieß sie Antiochenisch Syrisch-Orthodoxe Kirche. Mor Severius Moses Görgün ignorierte weiterhin die Wünsche der Indisch-Orthodoxen Kirche und weihte am 17. Juni 2010 Mar Timotheos Yuhanon zum Bischof von Idukki und Mar Gregorios Mathews zum Bischof von Kottayam, beides Diözesen in Indien (siehe Antiochenisch Syrisch-Orthodoxe Kirche).

Genuin Orthodoxe Kirche von GriechenlandBearbeiten

2016 wechselte er zur Genuin orthodoxen Kirche von Griechenland (Kirche der wahren Christen Griechenlands (Kallinikos-Synode)) und wurde Erzbischof der neu geschaffenen Erzdiözese Myreon in Deutschland.[3][4] Sein Sitz blieb das Kloster in Altenbergen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Erstes orthodoxes Kloster in Thüringen steht in Altenbergen Thüringer Landeszeitung Gotha vom 2. September 2014. Abgerufen am 28. April 2017
  2. Dekret des Patriarchen von Antiochien zur Exkommunikation (Memento des Originals vom 3. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.suryoyo.uni-goettingen.de (PDF-Datei; 1,30 MB).
  3. Kloster in Altenbergen ist jetzt Bischofssitz der Orthodoxen Kirche von Griechenland Thüringer Allgemeine, 30. Dezember 2016. Abgerufen am 28. April 2017
  4. Genuin Orthodoxe Kirche von Griechenland. Erzdiözese Myreon in Deutschland Homepage