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Borsten-Miere

Art der Gattung Mieren (Minuartia)
(Weitergeleitet von Minuartia setacea)
Borsten-Miere
Minuartia setacea sl7.jpg

Borsten-Miere (Minuartia setacea)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Alsinoideae
Gattung: Mieren (Minuartia)
Art: Borsten-Miere
Wissenschaftlicher Name
Minuartia setacea
(Thuill.) Hayek

Die Borsten-Miere (Minuartia setacea) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Mieren (Minuartia) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Die Borsten-Miere ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 10 bis 15 cm erreicht. Die meist zahlreichen Stängel stehen mehr oder weniger aufrecht. Die gegenständig angeordneten, sitzenden Laubblätter sind meist 3 bis 20 mm lang und 5- bis 30-mal so lang wie breit. Die Blattspreite ist einfach, ungeteilt, ganzrandig und von linealischer bis pfriemlicher Form. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.[1]

Generative MerkmaleBearbeiten

Die Blütezeit der Borsten-Miere reicht in Mitteleuropa von Mai bis Mitte September. Der Blütenstand ist eine Thyrse. Die Blütenstiele der Endblüten sind zur Blütezeit meist 2- bis 4-mal so lang wie die Kelchblätter und 1- bis 3-mal so lang wie die obersten Laubblätter. Die radiärsymmetrischen Blüten sind zwittrig. Die fünf freien Kelchblätter sind 2 bis 4,5 mm lang, am Ende spitz und von weißer Farbe mit grünen Streifen beiderseits des Mittelnervs. Die fünf ungeteilten, weißen Kronblätter sind etwas länger als die Kelchblätter. Es sind zehn Staubblätter sowie ein oberständiger Fruchtknoten mit drei Griffeln vorhanden.[1]

Die Frucht ist eine sich mit drei Klappen öffnende Kapsel. Die Frucht ist so lang oder etwas länger als die Kelchblätter.[1]

ChromosomenzahlBearbeiten

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.[2]

ÖkologieBearbeiten

Bei der Borsten-Miere handelt es sich um einen Chamaephyten. Die Art gilt als kalkliebend.[1] Sie kommt auf flachgründigen Steinböden, auf Kalk, Dolomit, Basalt, Porphyr etc. vor und ist sommerwärmeliebend. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Diantho-Festucetum, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Xerobromion vor.[2]

VerbreitungBearbeiten

Die Art hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet u. a. in Mittel-, West-, Ost- und Südosteuropa. Sie kommt vor in Frankreich, Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien, Polen, in der Slowakei, in der Ukraine, in Polen, Moldawien, Rumänien, Griechenland, Bulgarien, Albanien und in der Ägäis.[3] Im deutschsprachigen Raum ist die Art nur in Österreich und Deutschland indigen.[4]

In Österreich tritt die Borsten-Miere in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und möglicherweise in Oberösterreich und Tirol zerstreut bis selten auf Fels- und Schotterfluren in der collinen bis submontanen Höhenstufe auf. Die Art gilt in Österreich als gefährdet.[1]

SystematikBearbeiten

Für Österreich werden zwei Unterarten angegeben, die jedoch weiterer Erforschung bedürfen:[1]. In Europa gibt es drei Unterarten:[3]

  • Gewöhnliche Borsten-Miere (Minuartia setacea subsp. setacea): Die Kelchblätter sind hier meist 3 bis 3,5 mm lang und eiförmig-lanzettlich. Die Kronblätter sind 3,5 bis 4,5 mm lang. Die Blühtriebe besitzen meist 5 bis 20 Blüten.
  • Banater Borsten-Miere (Minuartia setacea subsp. bannatica (Rchb.) Nyár.): Die Kelchblätter sind hier meist 3,5 bis 4,5 mm lang und linealisch-lanzettlich. Die Kronblätter sind 5 bis 5,5 mm lang. Die Blühtriebe besitzen meist nur 2 bis 5 Blüten. Sie kommt in Österreich, Ungarn, den früheren Jugoslawien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und in der Slowakei vor.[3]
  • Minuartia setacea subsp. olympica Kamari: Sie kommt nur in Griechenland vor.[3]

BilderBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 321.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 382.
  3. a b c d Karol Marhold: Caryophyllaceae. Minuartia setacea. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.
  4. The Euro+Med PlantBase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity, abgerufen am 29. Dezember 2014.

WeblinksBearbeiten