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Unter Mikronisierung versteht man die signifikante Verkleinerung der durchschnittlichen Partikelgröße.[1] Die dadurch erzeugten mikronisierten Pulver kommen in den verschiedensten Industriezweigen zum Einsatz. So werden im Bereich technischer Pulver wie auch bei Mehlen und Fruchtpulvern übliche Korngrößen zwischen 100 µm bis 1000 µm auf ein Spektrum von 2 µm bis 200 µm vermindert.

In einzelnen Anwendungsfällen ist eine enge Korngrößenverteilung erforderlich und durch Mikronisierung erreichbar. So werden zur Vermeidung einer Wahrnehmung auf der Haut Korngrößen unter 70 µm angestrebt und zur Vermeidung eines Mundgefühls Korngrößen unter 40 µm.[2]

Die Mikronisierung ist nicht zu verwechseln mit der Mikronisation von Getreide (schlagartige Erhitzung im Infrarotofen).

Inhaltsverzeichnis

VorteileBearbeiten

Ein Vorteil derartig verkleinerter Partikel ist u. a. die vergrößerte Oberfläche, die für viele Wechselbeziehungen mit der Umgebung eine wichtige Größe darstellt (z. B. Diffusionsvorgänge, Dispergiereigenschaften).[3][4]

MethodenBearbeiten

Eine klassische Methode zur Herstellung derart feiner Partikel ist das Zermahlen (Strahlmühle, Kaltmahlung), ein weiteres einfaches Verfahren ist das Schmelze-Dispersionsverfahren, weiter wird durch Zerstäuben (Sprühkühlung, PGSS-Verfahren)→Sprühtrocknung, sowie durch Perlpolymerisation die gewünschte Verkleinerung erreicht.

Bei dem Zerstäubungs- oder Schmelz-Dispersionsprozeß erhält man zum überwiegenden Teil kugelförmige, regelmäßige Partikel mit kleiner Oberfläche, während man bei den Mahlprozessen gebrochene, unregelmäßige Partikel mit großer Oberfläche bekommt. Bei der Perlpolymerisation erhält man perlenförmige Partikel.

Mit dem PGSS-Verfahren können dagegen unterschiedliche Partikelformen hergestellt werden. Es können sphärische Partikel hergestellt werden, die eine kompakte Form und eine geringe relative Oberfläche aufweisen. Es lassen sich aber auch fadenförmige Partikel mit einer sehr großen relativen Oberfläche erzeugen. Zwischenformen wie Hohlkugeln, poröse Partikel oder Mikroschwämme können ebenfalls hergestellt werden.[5][6]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Micronize auf merriam-webster.com, abgerufen am 31. März 2017.
  2. Mikronisieren und Feinstmahlen bis zu 2 µm auf acu-pharma.com, abgerufen am 31. März 2017.
  3. Vorteile der Kornverkleinerung auf lohmann-chemikalien.de, abgerufen am 31. März 2017.
  4. Nanosuspensionen (MS-Powerpoint-Datei)
  5. Eintrag zu Mikronisierte Wachse. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 30. März 2017.
  6. Sebastian Pörschke: Herstellung pulverförmiger Biowachse und mögliche Anwendungen. Dissertation, Ruhr-Universität Bochum, 2014, urn:nbn:de:hbz:294-40781, (PDF; 4,82 MB), S. 8–12.