Marcus Sergius Esquilinus

römischer decemvir

Marcus Sergius Esquilinus war ein römischer Politiker im 5. Jahrhundert v. Chr. und Mitglied des Patriziergeschlechtes der Sergier. Er gehörte nach der Überlieferung 450 v. Chr. zum zweiten Kollegium der Decemviri legibus scribundis.

Der Vorname Marcus[1] ist bei Titus Livius[2] und Dionysios von Halikarnassos[3] überliefert, Diodor überliefert als Vornamen Lucius.[4] In der Liste der römischen Konsuln und Feldherren, den Fasti Capitolini, sind weder Vorname noch Familienname rekonstruierbar, sondern nur der Beiname Esquilinus.[5]

Der Beiname Esquilinus (nach einem der Sieben Hügel Roms) ist in der Sippe der Sergier (gens Sergia) sonst nicht bekannt, die anderen Vertreter der Sergier in der frühen Republik trugen alle den Beinamen Fidenas (nach der Siedlung Fidenae).[6] Zwar wird das zweite Kollegium der Decemvirn von der Forschung als nachträglich eingefügt (interpoliert) betrachtet, jedoch gibt es gute Gründe, Sergius Esquilinus für eine historische Person zu erachten und ihn dem Kollegium der Decemvirn zuzurechnen.[7]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zur Frage des Praenomens siehe: T. Robert S. Broughton: The Magistrates Of The Roman Republic. Band 1: 509 B.C.–100 B.C. (= Philological Monographs. Hrsg. von der American Philological Association. Nummer 15, Band 1). Case Western Reserve University Press, Cleveland/Ohio 1951, Unveränderter Nachdruck 1968, S. 46 f.
  2. Titus Livius, Ab urbe condita III,35,11.
  3. Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae XI,23.
  4. Diodor, Bibliotheca historica XII,24,1
  5. Fasti Capitolini: „...Esquilin[us]“
  6. Friedrich Münzer: Sergius 24. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II A,2, Stuttgart 1923, Sp. 1711.
  7. Robert Werner: Der Beginn der Republik. Historisch-chronologische Untersuchungen über die Anfangszeit der libera res publica. R. Oldenbourg, München/Wien 1963, S. 280–283.