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Die Münchner Freiheit (bis 1998 Münchener Freiheit)[1] ist ein Platz im Münchener Stadtviertel Schwabing östlich der Leopoldstraße. Die Münchner Freiheit liegt westlich des Englischen Gartens.

Münchner Freiheit
Muenchen Kleines Stadtwappen.svg
Platz in München
Münchner Freiheit
Münchner Freiheit, Blick nach Norden
Basisdaten
Ort München
Ortsteil Schwabing
Hist. Namen Feilitzschplatz (bis 1933), Danziger Freiheit (1933–1946), Münchener Freiheit (1946–1998)
Einmündende Straßen Leopoldstraße, Ungererstraße, Marschallstraße, Hesseloherstraße, Haimhauserstraße, Feilitzschstraße, Herzogstraße, Clemensstraße, Erwin-Planck-Weg,
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr, ÖPNV
Platzgestaltung Denkmal für Helmut Fischer
Trambahn- und Bushaltestelle an der Münchner Freiheit
24-Stunden-Kiosk an der Münchner Freiheit
Helmut Fischer („Monaco Franze“)

BeschreibungBearbeiten

Der Platz ist mit einem viergleisigen Bahnhof der Münchner U-Bahn (Aufspaltung von U3 und U6) und einem Busbahnhof ein Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs im nördlichen München. Am 12. Dezember 2009 wurde die Tramlinie 23 zwischen Münchner Freiheit und Schwabing Nord eröffnet. Die Straßenbahn-Haltestelle Münchner Freiheit wird von einer grün-weißen Stahlkonstruktion mit einem Gewicht von rund 400 Tonnen auf 18 Stützen überdacht.

Vor einem dort ansässigen Café ist eine Statue von Helmut Fischer (er spielte den Monaco Franze in der gleichnamigen Fernsehserie von Helmut Dietl) platziert.

Am Anfang der Feilitzschstraße liegen seit 1995 die Kinos Münchner Freiheit, die jedoch im Laufe des Jahres 2019 schließen werden.[2] In der Adventszeit veranstaltet der Verein Schwabinger Weihnachtsmarkt einen Kunst- und Kunsthandwerksmarkt auf der Münchner Freiheit. Jeden Donnerstag findet ein Wochenmarkt statt.

Am Platz befindet sich ein 24-Stunden-Kiosk.[3][4]

GeschichteBearbeiten

Der Platz hieß früher Feilitzschplatz (nach Maximilian von Feilitzsch), ab 1933 auch Danziger Freiheit. 1946 erhielt er den Namen Münchener Freiheit im Gedenken an die Widerstandsgruppe Freiheitsaktion Bayern, die im April 1945 zur Kapitulation vor den amerikanischen Truppen und zum bewaffneten Aufstand gegen die verbliebenen NS-Einheiten aufrief. Zur Erinnerung daran wurde 1981 an der östlichen Einfassung des Forums eine von Franz Hart geschaffene 4 m × 0,4 m große Bronzetafel mit einer Inschrift angebracht. Eine früher existierende am Straßenschild befestigte Erinnerungstafel war beim Bau der U-Bahn 1971 verlorengegangen.[5]

Die Benennung als Danziger Freiheit beruhte auf einem Aufruf der Verkehrszentrale im seit 1933 nationalsozialistisch regierten Danzig, in großen deutschen Städten einen verkehrsreichen Platz Danziger Freiheit zu nennen, um der Forderung nach einer Änderung des Status der Freien Stadt Danzig Ausdruck zu geben. Hierbei berief sie sich auf eine Rede von Joseph Goebbels, die er am 17. Mai 1933 vor Vertretern des deutschen Fremdenverkehrs gehalten hatte. So gab es in vielen deutschen Städten Plätze mit diesem Namen, die zumeist nach dem Krieg wieder umbenannt wurden.

1877 errichtete Ludwig Petuel sen. am Platz die „Schwabinger Brauerei“.[6]

LiteraturBearbeiten

  • Rupprecht Gerngross: Aufstand der Freiheits-Aktion Bayern 1945. „Fasanenjagd“ und wie die Münchner Freiheit ihren Namen bekam. Erinnerungen. Heidrich-Verlag, Augsburg 1995, ISBN 3-930455-92-7.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Münchner Freiheit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Harry Luck: Die „Münchener Freiheit“ verliert ein „e“
  2. Bernhard Blöchl: Die Kinos Münchner Freiheit müssen schließen. In: sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH, 5. Juli 2019, abgerufen am 14. Juli 2019.
  3. Cathrin Schmiegel: Nachts im grünen Würfel. In: sueddeutsche.de. 15. November 2014, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  4. Laura Kaufmann: Trauer um Besitzer des 24-Stunden-Kiosks an der Münchner Freiheit. In: sueddeutsche.de. 28. April 2017, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  5. Helga Pfoertner: Mit der Geschichte leben. Bd. 1, Literareron, München 2001, ISBN 3-89675-859-4, S. 124–126 (PDF; 1,1 MB (Memento vom 28. April 2014 im Internet Archive))
  6. Regina Bluhme, Freising: Stetig bergauf. In: sueddeutsche.de. 30. Oktober 2015, abgerufen am 13. Oktober 2018.

Koordinaten: 48° 9′ 41″ N, 11° 35′ 11″ O