Mäuseschwanz-Federschwingel

Art der Gattung Federschwingel (Vulpia)
Mäuseschwanz-Federschwingel
Mäuseschwanz-Federschwingel (Vulpia myuros) (Herbarbeleg)

Mäuseschwanz-Federschwingel (Vulpia myuros) (Herbarbeleg)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Federschwingel (Vulpia)
Art: Mäuseschwanz-Federschwingel
Wissenschaftlicher Name
Vulpia myuros
(L.) C.C.Gmel.

Der Mäuseschwanz-Federschwingel (Vulpia myuros), auch als Mäuse-Federschwingel oder Mäuse-Fuchsschwingel bezeichnet, ist ein in Mitteleuropa sehr zerstreut vorkommender Angehöriger der Süßgräser (Poaceae).

ErscheinungsbildBearbeiten

 
Habitus mit typisch überhängenden Rispen.
 
Der untere Teil der Rispe ist von der obersten Laubblattscheide umschlossen.
 
Ährchen mit unterer und oberer Hüllspelze (Glu) und fünf Deckspelzen (Lem) und Vorspelzen (Pal). Die obere Hüllspelze ist mindestens 2½-mal so lang wie die untere.
 
Die Blüte (Bildmitte) weist nur ein einziges Staubblatt auf.

Die einjährige krautige Pflanze wächst in dichten Büscheln und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 40 cm. Der Halm wächst aufrecht oder knickig aufsteigend und ist bis oben von den Blattscheiden bedeckt. Die obersten Blattscheiden wirken oft wie aufgeblasen. Die ganze Pflanze ist von hell- bis bläulichgrüner Farbe. Sie wird jedoch schon nach kurzer Zeit strohgelblich. Die Blattspreite sind meist borstlich behaart und wirken starr. Selten sind sie flach. Sie erreichen eine Länge von etwa 20 bis 70 mm und sind etwa 1 bis 2 mm breit.

Die Ährchen stehen in einer einseitswendigen etwa 10 bis 20 cm langen und meist nur 5 bis 10 mm breiten Rispe. Diese ist oft so lang wie der Traghalm und im oberen Teil meist bogig überhängend. Im unteren Teil wird sie oft von der obersten Blattscheide umhüllt.

Die Ährchen werden 8 bis 11 mm lang und besitzen vier oder fünf, 10 bis 15 mm lange Grannen. Sie sind von langovaler Gestalt, hellgrün gefärbt und werden bald bräunlich. Meist sind sie vier- bis fünfblütig. Die Befruchtung geschieht meist innerhalb der nicht geöffneten Blüte (Kleistogamie). Die Hüllspelzen sind kurz.

Vulpia myuros blüht vorwiegend in den Monaten Mai bis Juli.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14 oder 42.[1]

 
Mäuseschwanz-Federschwingel (Vulpia myuros)

Standortansprüche und VerbreitungBearbeiten

Der Mäuseschwanz-Federschwingel wächst an Wegrändern und Schuttstellen, auf Bahngelände und an Ackerrändern. Durch Verschleppung mit Schafwolle wächst er auch oft auf dürftigen Schafweiden. Er bevorzugt sommerwarm-trockenen, mäßig nährstoff- und basenreichen, sauren, durchlässigen aber festen, humus- und feinerdearmen Sand- oder Kiesboden. Er ist eine Charakterart des Filagini-Vulpietum aus dem Verband Thero-Airion, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Sisymbrion und Onopordion oder der Klasse Plantaginetea vor.[1]

Vulpia myuros ist ein mediterran-submediterranes Florenelement. Seine Verbreitung reicht von Europa bis Taiwan und Sri Lanka und von Makaronesien bis zur Arabischen Halbinsel und bis Kenia. In Amerika, Australien und anderen Ländern ist die Art ein Neophyt.[2]

In Deutschland ist die Art häufiger nur in West- und Teilen Ostdeutschlands zu finden. Vielfach tritt sie aber nur sehr unbeständig auf. In Österreich kommt der Mäuseschwanz-Federschwingel sehr selten in den östlichen Bundesländern vor und ist stark gefährdet. In der Schweiz findet man ihn in den collinen Lagen allgemein zerstreut vor.

NamenserklärungBearbeiten

Der Gattungsname Vulpia ehrt den deutschen Apotheker und Botaniker Johann Samuel Vulpius (1760–1846) in Stuttgart und Pforzheim.[3]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5. Seite 217.
  2. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Vulpia - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 14. November 2016.
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin Berlin 2016. ISBN 978-3-946292-10-4, doi:10.3372/epolist2016

WeblinksBearbeiten

 Commons: Mäuseschwanz-Federschwingel (Vulpia myuros) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien