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Der ursprünglich etwa 36,0 m Durchmesser aufweisende und etwa 8,0 m hohe Lusehøj ist ein Hügelgrab (dänisch oldtidshøj) aus der späten Bronzezeit (etwa 800 v. Chr.) Er liegt unweit des Buskehøj, südwestlich von Voldtofte auf der dänischen Insel Fünen. Der Name basiert auf dem dänischen Wort "Lys", für Licht.

Der Lusehøj wurde im Jahre 1861 im Auftrag von König Frederik VII., der an Archäologie interessiert war, ausgegraben. Die Ausgrabung war unfachmännisch und unvollständig. Eine neue Untersuchung fand daher von 1973 bis 1975 statt. Der Lusehøj wurde als letzte Ruhestätte eines reichen Häuptlings bestätigt. Grabbeigaben waren unter anderem ein importiertes Trinkgefäß, zwei Tassen aus Bronze, ein Eidring, Knöpfe aus Gold, ein eiserner Ring, ein Schwert und Wagenteile. In der Bronzeurne, die wahrscheinlich aus der südöstlichen Alpenregion stammt, lagen die verbrannten Knochen eines Mannes in ein Tuch gewickelt.

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TextiluntersuchungBearbeiten

Die Produktion von gewebten Textilien aus Pflanzenfasern wurde lange eng mit der Entwicklung der Landwirtschaft und dem Anbau von Lein oder Hanf verbunden. Eine Untersuchung der 2800 Jahre alten Textilien aus dem bronzezeitlichen Lusehøj stellt dies in Frage. Das Textil ist aus Fasernesseln gemacht, die wahrscheinlich (wie die Urne) aus der Region Kärnten-Steiermark stammen. Das deutet darauf hin, dass die Textilproduktion in der Bronzezeit Europas nicht gänzlich auf kultivierten Pflanzen, sondern weiterhin auch auf der Nutzung von Wildpflanzen basierte. Die Untersuchung der Lusehøj-Textilien verweist auf eine zur Bronzezeit unerkannte Rolle der Brennnessel als Rohmaterial und zeigt die Notwendigkeit der Neubewertung der Textilproduktion im prähistorischen Europa.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Koordinaten: 55° 14′ 38,2″ N, 10° 2′ 38,5″ O