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Lopau

für die Öffentlichkeit weitgehend gesperrtes Dorf in der Lüneburger Heide

Lopau ist ein für die Öffentlichkeit weitgehend gesperrtes Dorf in der Lüneburger Heide. Es befindet sich auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord an dessen äußerstem Nordrand. Früher gehörte es zum Landkreis Uelzen, heute zur niedersächsischen Stadt Munster im Landkreis Heidekreis. Die Zufahrt von Wulfsode ist frei. Die Zufahrt über den Ort Ehlbeck ist nicht befestigt. Die Zufahrt von Munster ist für die Öffentlichkeit weitgehend gesperrt. Die Umgebung darf nur betreten werden, wenn die Schranken zum Truppenübungsplatz geöffnet sind.

Hier entspringt mit zwei Quellarmen, nordwestlich und östlich des ehemaligen Dorfes zu Teichen und Seen gestaut, der Heidefluss Lopau.

Ehemaliger Bauernhof, Haupthaus von 1844
Ehemalige Schule von Lopau
Südlich von Lopau: Ehemalige landwirtschaftliche Flächen, die sogenannten „Westerhorner Schläge“ (benannt nach Toepffers Westerhorner Gut), hier führte Toepffer die Kultivierung mit Dampfpflügen durch. Die Furchen sind noch zu erkennen. Heute ist hier die Schießbahn 5 des Truppenübungsplatzes Munster-Nord

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Erste Erwähnung fand das Dorf im Jahr 1293; damals bestand es aus drei Hofstellen. 1895 erwarb der Industrielle Richard Toepffer den „Aevermannschen Hof“, einen sanierungsbedürftigen Heidehof, in Lopau. Das alte Bauernhaus musste wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Er baute eine Scheune zu seinem Wohnhaus um und gestaltete das 3.000 Morgen große Areal zum repräsentativen Landsitz. Das Anwesen diente auch zur Vorführung neuer land- und forstwirtschaftlicher Maschinen. Insbesondere wollte er die Leistungsfähigkeit der Dampfpflüge auf den verarmten Böden zur Vorbereitung zur Aufforstung und Ackerwirtschaft demonstrieren. Um 1900 hatte das Dorf 123 Einwohner und eine Schule. 1922 wurde das Gut an den Staat verkauft. 1942 erhielt der Gauleiter Telschow den Hof und 40 ha. Land vom Staat als Geschenk. Er baute sich auf dem Gelände einen Bunker, der in Teilen noch heute erhalten ist. Im Jahr 1970 lebten noch 62 Menschen in Lopau.[1] Der Gutshof Toepffers selbst wurde 1978 durch die Bundeswehr abgerissen. Das „Haus Schilling“, benannt nach einem Vertriebenen, der nach dem Zweiten Weltkrieg hier wohnte, zu Toepffers Zeit die Wohnung der Aufseherfamilie, ist heute ein Heim der Waldjugend Munster. Das ehemalige Wohnhaus der Waldarbeiter (Alte Forstwartei) dient heute als Betriebs- und Wohnhaus der Bundesforstverwaltung. An einem der Quellteiche der Lopau steht das „Haus Fangbeutel“, das der Stadt Munster zur zivilen Nutzung überlassen wurde. Es soll insbesondere jugendpflegerischen Zwecken dienen und wird überwiegend vom Sportanglerverein Munster und der Waldjugend genutzt.

Am 1. Juli 1972 wechselte Lopau vom Landkreis Uelzen in den Landkreis Soltau. Zudem verlor die Gemeinde ihre Selbständigkeit und wurde in die Stadt Munster eingegliedert.[1]

Als Anfang der 1980er Jahre die Schießbahn 7 des Truppenübungsplatzes Munster Nord gebaut wurde, fiel Lopau in den Sicherheitsbereich und seine Bewohner wurden umgesiedelt.

Die ursprüngliche Planung der Bundeswehr, die Schießbahn in Nähe des Dorfrandes zu errichten und eine Panzerringstraße durch das Tal zu führen, stieß auf Widerstand bei der regionalen Bevölkerung und führte zur Gründung der Aktionsgemeinschaft Rettet das Lopautal. Die Inbetriebnahme der Schießbahn verzögerte sich in der Folge um über zehn Jahre. Die Ausweisung des Tals als Naturschutzgebiet scheiterte am Veto der Bundeswehr. Auf der Schießbahn 7 dürfen die Panzer nur auf befestigten Wegen fahren, damit das Wasser im Quellgebiet der Lopau nicht verschmutzt wird.

 
Ehemaliges Wohnhaus von Toepffer in Lopau

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Richard Toepffer, Industrieller (1840–1919). An Toepffer und die Zeit der Kultivierung der großen Heide- und Moorflächen erinnert die Ruine des „Töpferturms“ (Die heutige Schreibweise weicht vom Namen ab!). Der Töpferturm
     
    Der Töpferturm am Fluss Lopau
    liegt nördlich vom alten Dorf und befindet sich am Oberlauf der Lopau auf dem rechten Steilufer[2]. Die obere Etage des ursprünglichen Töpferturms wurde bei der Renovierung abgerissen, während das Erdgeschoss für Wanderer zugänglich gemacht wurde.
  • Der Heidedichter Hermann Löns erwähnt Lopau in seinem Buch Haidbilder, Kapitel Das Könekenmeer und dabei auch die oben genannten Dampfpflüge. Er schreibt:

Wenn man von Lopau, das da hinten in der Haide zwischen Ülzen und Munster liegt, den Hützeler Weg entlang geht [...] Bevor der Dampfpflug hier das Land um und um wühlte und den Boden für die Fuhren[3] zurecht machte[...] war da alles kahle Schnuckenheide[...]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lopau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 235.
  2. Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen, Topographische Karte 1 : 25 000 (TK25), Blatt 2927, Wriedel 2002, ISBN 978-3-89435-170-0.
  3. Kiefern

Koordinaten: 53° 3′ N, 10° 12′ O