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Literaturhaus Berlin

Institution der Kulturförderung des Landes Berlin
Literaturhaus Berlin, 2013

Das Literaturhaus Berlin ist eine öffentliche Institution der Kulturförderung des Landes Berlin und bietet dem Publikum Informations- und Austauschmöglichkeiten durch Lesungen, Buchpräsentationen, Symposien, Diskussionen, Vorträge, Tagungen, Aufführungen und Ausstellungen. Das Literaturhaus in der Fasanenstraße 23 im Berliner Ortsteil Charlottenburg ist eine Villa des Historismus mit Wintergarten, Restaurantbetrieb und mehreren Sälen. In der Nähe befinden sich mehrere kulturelle Einrichtungen wie das Käthe-Kollwitz-Museum, eine Repräsentanz des Suhrkamp-Verlags, das Haus der Berliner Festspiele, die Universität der Künste und das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik.

Aufgaben und TätigkeitenBearbeiten

 
Literaturhaus mit Garten und Kaffeehaus
 
Gedenkstele am Literaturhaus

Gründungsleiter war von 1986 bis 2003 der Kulturmanager und Literaturwissenschaftler Herbert Wiesner. Es wurde im Juni 1986 als erstes einer Reihe von Literaturhäusern in Hamburg, Frankfurt a. M. und München gegründet. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählt die Vorstellung und damit die indirekte Förderung deutschsprachiger und internationaler Autoren sowie die Darstellung literarischer Zusammenhänge und Hintergründe. Sein Programm spiegelt die Geschichte der literarischen Moderne, deren Konflikte in der Zeitgeschichte sowie literaturpolitische und ästhetische Fragen der internationalen Gegenwartsliteratur. 2004 übernahm der Lyriker Ernest Wichner die Leitung des Hauses. Ende 2017 schied er aus Altersgründen aus.

Seit 1. Januar leiten die Literaturwissenschaftlerin Janika Gelinek und die Amerikanistin und Kunsthistorikerin Sonja Longolius als Doppelspitze das Literaturhaus Berlin.

Träger des Literaturhauses Berlin ist ein Verein, dem literarische Institutionen angehören. Die Zuwendungen des Landes Berlin werden durch Einnahmen, Projektmittel und Kooperationen ergänzt. Außerdem gibt es einen Mitgliederverein der Freunde und Förderer.

Jährlich finden im Literaturhaus Berlin neben rund 80 eigenen Veranstaltungen zahlreiche Gastveranstaltungen statt. Die im Buchhandel erhältlichen „Texte aus dem Literaturhaus Berlin“ sind Teil der literarischen Produktion: 22 im Auftrag geschriebene und uraufgeführte Theaterstücke und Hörspiele, Ausstellungsbücher, Texteditionen. Mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach bzw. dem Schiller-Nationalmuseum werden gemeinsame Ausstellungen geplant. Das Literaturhaus Berlin verlegte bis 2008 die Künstlerbücher der Edition Mariannenpresse und vergibt zusammen mit dem Kulturradio vom RBB den Walter-Serner-Preis.

Die Trägerschaft des Hauses ist Mitglied im Netzwerk literaturhaeuser.net, deren Jury seit 2002 zusammen mit den Partnern den Preis der Literaturhäuser vergibt.

In den historischen Räumlichkeiten des Gebäudes befindet sich auch das Restaurant „Café Wintergarten“, das überwiegend von kulturell aufgeschlossenem Publikum besucht wird. Im Sommer gibt es in der idyllischen, nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wiederhergestellten Gartenanlage auch eine Außenbewirtschaftung.

GebäudeBearbeiten

Das Gebäude, in dem das Literaturhaus in unmittelbarer Nähe des Kurfürstendamms residiert, gehört dem Land Berlin und ist Teil des Wintergartenensembles, das aus drei repräsentativen Stadtvillen und dem sie verbindenden Skulpturengarten besteht. Es wurde 1889/1890 als spätklassizistischer Backsteinbau für das Ehepaar Hildebrandt von den Architekten Albrecht Becker und Emil Schlüter erbaut.

Ende der 1920er Jahre gelangte das Haus in den Besitz der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, die darin ausländische Studenten beherbergte. Nach einer gleichzeitigen Nutzung als Diskothek und Bordell war zunächst geplant, das Haus zugunsten eines Zubringers für die Stadtautobahn abzureißen, was eine Bürgerinitiative verhinderte. Das denkmalgeschützte Gebäude wird seit dem Erwerb durch das Land Berlin und einer umfassenden Instandsetzung und Renovierung im Jahr 1986 als Literaturhaus genutzt.

WeblinksBearbeiten