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Liste der Gerichte im Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen

Wikimedia-Liste

Diese Liste nennt die Gerichte im Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen.

GerichteBearbeiten

Oberstes Gericht in Hohenzollern-Sigmaringen war zunächst die Landesregierung. Im April 1821 wurde hierfür das Hofgericht Sigmaringen geschaffen, dieses war bis 1849 jedoch noch personell mit der Landesregierung verbunden. Die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung war daher nicht gegeben.

Darüber stand zunächst das großherzoglich hessische Oberappellationsgericht Darmstadt, dass per Staatsvertrag vom 20. März 1818 diese Funktion übertragen bekommen hatte. Mit Staatsvertrag vom 26. Juni 1824 übernahm statt dessen das Obertribunal Stuttgart die Rolle des Oberappellationsgerichtes.

Eingangsgerichte waren primär die Oberämter und Städte:

Gericht Sitz Anmerkungen
Obervogteiamt Achberg Achberg
Obervogteiamt Beuron Beuron am 10. März 1830 aufgelöst und zum Oberamt Wald
Oberamt Glatt Glatt
Oberamt Haigerloch Haigerloch
Obervogteiamt Hohenfels Hohenfels am 16. April 1822 aufgelöst und zum Oberamt Wald
Oberamt Sigmaringen Sigmaringen
Oberamt Wald Wald
Patrimonialamt Ostrach Ostrach Thurn und Taxis
Patrimonialamt Straßberg Straßberg Thurn und Taxis; wurde am 13. Januar 1837 zum landesherrlichen Oberamt
Patrimonialamt Jungnau Jungnau Fürstenberg
Patrimonialamt Trochtelfingen Trochtelfingen Fürstenberg
Patrimonialamt Gammertingen Gammertingen von Speth; wurde am 15. Juni 1827 zum landesherrlichen Oberamt
Stadtgericht Gammertingen Gammertingen
Stadtgericht Haigerloch Haigerloch
Stadtgericht Hettingen Hettingen
Stadtgericht Sigmaringen Sigmaringen
Stadtgericht Trochtelfingen Trochtelfingen
Stadtgericht Böhringen Böhringen

Daneben bestand das Militärgericht in Sigmaringen und die Forstgerichte, die Forstfrevel aburteilten.

Mit der Auflösung des Fürstentums und der Angliederung an Preußen als Hohenzollernsche Lande wurde auch die Gerichtsorganisation angepasst. Zum 1. Januar 1852 wurde ein königlich preußisches Kreisgericht, das Kreisgericht Hechingen eingerichtet. Gleichzeitig wurden Kreisgerichtskommissionen in Gammertingen, Sigmaringen und Wald eingerichtet. Zum 1. September 1854 wurden zusätzlich Kreisgerichtskommissionen in Glatt und Haigerloch eingerichtet.

Nun ging der Instanzenzug zum Appellationsgericht Arnsburg und zum Obertribunal Berlin.

LiteraturBearbeiten

  • Eckhart G. Franz, Hanns Hubert Hofmann, Meinhard Schaab: Gerichtsorganisation in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen im 19. und 20. Jahrhundert (= Behördliche Raumorganisation seit 1800. Grundstudie 14 = Veröffentlichungen der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. Beiträge 100). ARL, Hannover 1989, ISBN 3-88838-224-6, S. 27–28.
  • Johann Friedrich Kratzsch: Tabellarische Übersicht des Justiz-Organismus der sämtlichen Deutschen Bundesstaaten, 1836, S. 63–65, online