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Li-Fi (englisch light fidelity) ist ein 2011 vom an der University of Edinburgh arbeitenden deutschen Forscher Harald Haas geprägter Begriff für ein Verfahren der optischen Datenübertragung auf kurze Distanzen (englisch Visible Light Communications, VLC) und ein optisches Äquivalent zu den funktechnisch realisierten WLAN.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Stand der ForschungBearbeiten

Im Oktober 2011 verständigten sich vier Gründungsmitglieder, die norwegische IBSENtelecom, die israelisch-amerikanische Supreme Architecture, TriLumina (USA) und das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme auf die Bildung eines Li-Fi-Konsortiums zur Bewerbung dieses Standards.[1]

Durch An- und Ausschalten spezieller Leuchtdioden (LEDs) können für die optische Nahbereichskommunikation hohe Datenübertragungsraten erzielt werden: 2013 wurden im Labor 10 Gigabit pro Sekunde erzielt.[2] Als Empfänger fungieren Fotodioden, in der eine Umwandlung der Lichtsignale in elektrische Impulse erfolgt. Mittlerweile wurden unter Laborbedingungen bereits Geschwindigkeiten von ca. 224 Gigabit pro Sekunde erreicht.

Oledcomm führte auf der Consumer Electronics Show 2014 das erste Li-Fi taugliche Mobiltelefon vor.[3]

Harald Haas stellte Ende 2015 eine verbesserte und effizientere Variante von Li-Fi vor, bei dieser wird eine Photovoltaikzelle genutzt, um die Lichtsignale aufzufangen und weiter zu verarbeiten. Bei dieser Version wird nun auch Energie zurückgewonnen und es werden neue Anwendungsmöglichkeiten geschaffen.

Vor- und NachteileBearbeiten

Im Vergleich zur Funkübertragung steht durch die optische Übertragung eine größere Bandbreite zur Verfügung, was theoretisch auf gleichem Raum eine höhere Anzahl von Datenkanälen erlaubt. Außerdem ist dieses Übertragungsverfahren auch in Bereichen einsetzbar, wo Funksignale wegen der elektromagnetischen Verträglichkeit problematisch sein können, etwa in Flugzeugen oder Krankenhäusern. Ferner ist die Nutzung der optischen Übertragung sicherer, da ein Angreifer physischen Zugang zu der Lichtquelle haben müsste, um Datenpakete abzufangen beziehungsweise zu manipulieren.

Im Gegensatz zu Funksystemen ist bei optischer Übertragung im Regelfall nur eine direkte Datenübertragung auf Sicht möglich und eine Datenübertragung durch bspw. Hauswände hindurch nicht möglich. Dies macht bei Li-Fi-Ausstattung ggf. die Installation von ortsfesten Empfangs- und Sendestationen erforderlich. Jedoch ist bei neuester 5G-Technologie im 30-GHz-Bereich auch in jedem Raum ein Sender nötig, weshalb ortsfeste Empfangs- und Sendestationen kein exklusiver Nachteil von Li-Fi mehr sind.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten