Lederfaserstoff

Lederfaserstoff, abgekürzt auch Lefa genannt, ist ein Werkstoff, der aus Chromfalzspänen und zerkleinerten, pflanzlich gegerbten Lederresten der lederverarbeitenden Industrie (Sohlenherstellung, Reitsport- und Orthopädielederherstellung), natürlichen Fetten, Gerbstoffen sowie Naturlatex, Polyurethan oder anderen Polymeren als Bindemittel hergestellt wird.

„Bonded Leather“ Aufdruck am Gürtel
Muster mit Lederfaserstoffen („Bonded Leather“) verschiedener Farben und Prägungen
Bonded-Leather-Werk der Salamander Industrie-Produkte in Türkheim

Lefa wird bei der Schuhherstellung hauptsächlich für Hinterkappen, Absätze, Lauf- und Brandsohlen sowie für sogenanntes Rahmenmaterial eingesetzt, aber auch in der Lederwaren- und Möbelindustrie und in der Buchbinderei. Dort wird es als Bucheinband verwendet, welcher fast alle Eigenschaften von Leder (Aussehen, Geruch und Anfassgefühl), jedoch einen geringeren Preis als echtes Leder hat. In Warenbeschreibungen wird Lederfaserstoff häufig als Bonded Leather oder Recycled Leather bezeichnet.

Die Verwendung des Begriffes Lederfaserstoff bzw. Bonded Leather wird durch die Norm EN 15987 „Leder – Terminologie – Hauptdefinitionen für den Lederhandel“ geregelt. Produkte mit weniger als 50 % Lederanteil dürfen nicht als Lederfaserstoff bezeichnet werden.

Weltmarktführer in der Herstellung von Lederfaserstoffen ist das Tochterunternehmen Salamander SPS GmbH & Co. KG der Salamander Industrie-Produkte aus Türkheim. Zu deren Produktnamen für Bucheinbandmaterial zählt Cabra.

Im Bereich der Möbelprodukte findet sich häufig die Marke ReCast aus den USA – oft als „Recast-“, „Bicast“- oder „Bycast“-Leder oder „Faux Leder“ bezeichnet. Ein Teil dieser Produkte enthält weniger als 50 % Lederanteil.