Der Ladedruck ist der Luftdruck in der Ansaugleitung eines Verbrennungsmotors entweder absolut oder relativ zum umgebenden Atmosphärendruck.

Aufgeladene MotorenBearbeiten

Bei aufgeladenen Verbrennungsmotoren ist der Ladedruck (englisch: charging pressure oder boost) der Druck relativ zum umgebenden Atmosphärendruck. Er wird auch "Vorverdichtung" genannt und durch ein Messinstrument an einem auf den jeweiligen Motortyp festgelegten Punkt aufgenommen und bei einigen Fahrzeugen innerhalb oder außerhalb des Kombiinstruments angezeigt. Bei Motoren mit entsprechender Aufladetechnik kann der Ladedruck geregelt werden.

Bei Kolbenmotoren kann durch die Aufladung des Triebwerks das Drehmoment und die Leistung gesteigert werden. Ein höherer Ladedruck bewirkt hierbei eine höhere Leistungsabgabe bei Volllast, was in diesem Moment natürlich auch eine stärkere Belastung für das Triebwerk ist. Bei den meisten Serienmotoren mit Turbo- oder Kompressoraufladung gehen die Hersteller deshalb einen Kompromiss ein und wählen einen nicht allzu hohen Ladedruck, um die Laufleistung des Motors nicht zu stark einzuschränken, und somit auch akzeptable Garantien geben zu können. Im Rennsport, und vor allem im Fahrzeugtuning werden hingegen höhere Ladedrücke gewählt, um eine noch höhere Leistungsabgabe zu erzielen. Hierbei wird die Laufleistung des Motors nur zweitrangig angesehen. So arbeiten normale Ottomotoren mit Vorverdichtung häufig mit Ladedrücken unter einem Bar, Diesel- und stärkere und/oder kleinere (Downsizing) Otto-Motoren mit Ladedrücken von 1 Bar und mehr (beispielsweise VW Golf VI R: 1,2 bar[1]). Seat benutzt für seinen Diesel-Rennmotor in der WTCC hingegen wesentlich höhere Ladedrücke zwischen 2,5 und 2,9 Bar, weil Selbstzünder wesentlich abhängiger vom Ladedruck sind, als Fremdzünder/Benziner, um dort ähnliche Leistungssteigerungen zu erzielen.[2]

SaugmotorenBearbeiten

Bei nicht-aufgeladenen Motoren ist der Ladedruck (in diesem Zusammenhang englisch manifold pressure, abgekürzt MAP) der absolute Druck im Ansaugtrakt. Er ist grundsätzlich kleiner (oder gleich) dem Atmosphärendruck. Genutzt wird die Messung und Anzeige vor allem bei Flugmotoren mit Verstellpropeller, um die Leistung einstellen zu können, da sich diese durch die Propellerverstellung nicht mehr direkt in der Drehzahl niederschlägt.

LiteraturBearbeiten

  • Gert Hack Iris Langkabel: Turbo- und Kompressor-Motoren. 1. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart, 1999, ISBN 3-613-01950-7

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lutz Algermissel: Sportlicher Kompakt: Stärkster Golf aller Zeiten hat nur noch vier Zylinder. In: welt.de. 16. September 2009, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  2. http://www.motorsport-total.com/wtcc/news/2009/05/Neue_Regelung_Ladedruck-Erhoehung_fuer_SEAT_09052209.html