Hauptmenü öffnen

LXQt ist eine freie Desktop-Umgebung für Unix und andere POSIX-konforme Plattformen, wie Linux oder BSD. LXQt ist dabei eine Portierung von LXDE auf das GUI-Toolkit Qt und nach Angaben der Entwickler dessen zukünftige Ausrichtung. LXQt hat LXDE in Lubuntu ab der Version 18.10 abgelöst.

LXQt

Logo
Screenshot
Der LXQt Desktop in Version 0.10
Basisdaten

Erscheinungsjahr 2013
Aktuelle Version 0.14.1
(26. Februar 2019)
Betriebssystem Linux, BSD
Programmiersprache C++[1]
Kategorie Desktop-Umgebung
Lizenz GPL/LGPL
lxqt.org

GeschichteBearbeiten

Ende Juli 2011 wurde das GUI-Toolkit GTK+ 3 eingeführt, das zum Nachfolger von GTK+ 2 erklärt wurde, zugleich aber nicht abwärtskompatibel zu GTK+ 2 ist. Monatelang vorher war bereits auf die Einführung von GTK+ 3 hingearbeitet worden.[2] Für den Chefentwickler des LXDE-Projekts, Hong Jen Yee, stellte sich damit die Frage, welches Toolkit das LXDE-Team in Zukunft verwenden wolle, da LXDE bis dahin auf dem Widget-Set GTK+ 2 basierte, welches fortan nicht mehr weiterentwickelt werden sollte. Yee stellte in einem Blog-Artikel fest, dass GTK+ 3 „speicherintensiver und langsamer“ als GTK+ 2 sei,[3] was seinem Projekt-Konzept von einer „schlanken, ressourcenschonenden“ Desktop-Umgebung widersprach.

Er kündigte eine Qt-Version von LXDE an, deren Fertigstellung für Anfang Juli 2013 geplant war. Jerôme Leclanche, ein wichtiger Entwickler der Desktopumgebung Razor-qt, und Yee beschlossen, die Qt-Version von LXDE und Razor-qt zusammenzuführen. Der bisherige LXDE-Code, welcher auf GTK+ 2 basierte, solle parallel dazu noch eine Weile gewartet werden, so der Beschluss.[4] Diese Aufgabe wurde an einen extra dafür ausersehenen Maintainer delegiert.

Im Mai 2014 erschien eine erste Version (0.7.0)[5] des auf Qt basierenden LXDE, nun „LXQt“ genannt.[6] Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Maui Project entwickelt.[7] Neben dem Quelltext werden Pakete unter anderem für Debian, Fedora, openSUSE, Arch Linux und Ubuntu angeboten.

Version 0.8.0 brachte volle Kompatibilität mit Qt5. Dazu wurden neue Bibliotheken der KDE Frameworks integriert, um bisherige selbst programmierte Bibliotheken mit weniger Funktionen zu ersetzen. Das neue lxqt-admin enthält Admintools, beispielsweise zum Konfigurieren von Datum und Zeit sowie zum Verwalten von Benutzern und Gruppen. Der Bildschirm wird nun mit lxqt-config-monitor anstelle von lxqt-config-randr angepasst. Der Dateimanager PCManFM-Qt sowie das LXQt-Panel wurden verbessert.[8][9] Neuere Versionen nutzen ausschließlich Qt 5, das auch bei KDE 5.x verwendet wird.

LXQt-KomponentenBearbeiten

Wie LXDE oder Xfce ist auch LXQt modular aufgebaut. Folgende Komponenten sind vorhanden:[10]

  • compton-conf – Konfiguration des Composite-Managers Compton
  • lximage-qt – Bildbetrachter
  • lxqt-about – Informationen zu LXQt
  • lxqt-admin – Systemadministration
  • lxqt-config – Einstellungen und Systemsteuerung
  • lxqt-globalkeys – Tastenkürzel
  • lxqt-l10n – Übersetzungen
  • lxqt-notificationd – Desktop-Benachrichtigungen
  • lxqt-openssh-askpass – Passwort-Agent für SSH
  • lxqt-panel – Desktop-Panel
  • lxqt-policykit – PolicyKit-Agent
  • lxqt-powermanagement – Energieverwaltung
  • lxqt-qtplugin – Qt-Integration
  • lxqt-runner – Programmstarter
  • lxqt-session – Session-Manager
  • lxqt-sudo – Frontend für sudo/su
  • lxqt-themes – Symbole und Designs
  • obconf-qt – Openbox-Konfiguration
  • pavucontrol-qt – Mixer für PulseAudio
  • PCManFM-Qt – Dateimanager
  • qterminal – Terminalemulator

FenstermanagerBearbeiten

LXQt bringt selbst keinen Fenstermanager mit, sondern arbeitet mit anderen zusammen. Ist bereits ein Fenstermanager installiert, verwendet LXQt diesen automatisch. Über die Einstellungen lässt sich der Fenstermanager ändern. Anschließend ist eine erneute Anmeldung erforderlich, um ihn zu aktivieren. Empfohlen wird Openbox, da dieser passend zum Desktop wenig Ressourcen benötigt.

SystemanforderungenBearbeiten

LXQt benötigt etwas mehr Arbeitsspeicher (RAM) als der Vorgänger LXDE. Daher gilt auch hier: weniger als 512 MiB RAM sind nicht empfehlenswert, in der Praxis darf es auch gerne deutlich mehr sein. Damit liegen die Hardwareanforderungen in etwa auf dem Niveau von Xfce bzw. leicht darüber. So reiht sich LXQt wie MATE ins Mittelfeld ein, was die benötigten Systemressourcen betrifft.[11]

WeblinksBearbeiten

  Commons: LXQt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Do you know C++? Qt? You can contribute to LXQt.
  2. GUI-Bibliothek: GTK+ 3 ist fertig - Golem.de. (golem.de [abgerufen am 13. August 2017]).
  3. PCMan: PCManFM Qt 0.1.0 released. In: LXDE Blog. 26. März 2013, abgerufen am 13. August 2017.
  4. heise online: Schlanke Linux-Desktops: Razor-Qt und LXDE-QT fusionieren. Abgerufen am 13. August 2017.
  5. LXDE - Lightweight X Desktop Environment / Mailing Lists. Abgerufen am 13. August 2017 (englisch).
  6. heise online: Erste Version des Linux-Desktops LXQt veröffentlicht. Abgerufen am 13. August 2017.
  7. LXQT 0.7: Erste Version von LXDE-Qt-Port erschienen - Golem.de. (golem.de [abgerufen am 13. August 2017]).
  8. heise online: LxQt 0.8.0: Schlanker neuer Linux-Desktop. Abgerufen am 13. August 2017.
  9. LXDE - Lightweight X Desktop Environment / Mailing Lists. Abgerufen am 13. August 2017 (englisch).
  10. LXDE · GitHub. Abgerufen am 15. Februar 2018 (amerikanisches Englisch).
  11. LXQt › Wiki › ubuntuusers.de. Abgerufen am 13. August 2017 (deutsch).