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LEW EL 2

Grubenlok von LEW aus Hennigsdorf
LEW – Baureihe EL 2
4-1271-100-B3 Welzow 23. März 2004
4-1271-100-B3 Welzow 23. März 2004
Hersteller: LEW
Baujahr(e): 1952–1988
Achsformel: Bo’Bo’
Spurweite: 1435 mm oder 1520 mm
Länge über Puffer: 13.000 mm/[1]
13.700 mm
Drehzapfenabstand: 6250 mm
Dienstmasse: 100 t
Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h
Stundenleistung: 1400 kW
Dauerleistung: 1160 kW
Anfahrzugkraft: 294 kN
Treibraddurchmesser: 1120 mm
Stromsystem: 1200 V, 1500 V, 2400 V =
Stromübertragung: Ober- und Seitenfahrleitung
Anzahl der Fahrmotoren: 4
Bremse: Druckluftbremse mit Zusatzbremse, elektr. Widerstandsbremse

Die elektrische Grubenlok EL 2 wurde bei LEW Hennigsdorf von 1952 bis 1988 in 1384 Exemplaren gefertigt.

GeschichteBearbeiten

 
Führerstands-Innenansicht einer Umbaulokomotive EL2m

Die auch „Hundert-Tonnen-Loks“ genannten, mit Gleichstrom betriebenen Maschinen gehören der am meisten gebauten Ellok-Baureihe Deutschlands an. Etwa die Hälfte der Lokomotiven wurde an DDR-Betriebe geliefert. Abnehmer waren auch Bulgarien (206), China (186) und Polen (62). In die UdSSR wurden zwischen 1957 und 1970 245 Maschinen dieses Typs geliefert.

In Deutschland existiert die Ursprungsausführung im Betriebsdienst im Gegensatz zu Osteuropa und China inzwischen nur noch in drei Exemplaren im Lausitzer Braunkohlerevier, wo sie insbesondere zum Enteisen der Oberleitungen im Winter eingesetzt werden. Modernisierte Lokomotiven dieser Bauart verkehren bei der MIBRAG (teilmodernisiert am Tagebau Profen) und bei der LEAG im Lausitzer Braunkohlerevier, bezeichnet als EL2m.

TechnikBearbeiten

 
Seitenstromabnehmer: rechts

Die Drehgestelle sind untereinander kurzgekuppelt, der Brückenrahmen überträgt keine Zugkräfte. Wegen der Kurzkupplung ist einer der Drehzapfen längsbeweglich. Durch die gekuppelten Drehgestelle und die zusätzlichen Federn an Stelle von Ausgleichshebeln zwischen den Achsen in einem Drehgestell stützt sich die Maschine auf vier Punkten ab. Die Radsätze laufen bei den Maschinen der ersten Baujahre in Gleitlagern mit Peyinghaus-Schleuderschmierung, bei den späteren Lieferungen wurden Rollenlager eingebaut. Grubenbahntypisch sind die tiefliegenden Stoßbalken an Stelle der Bahnräumer. Sie sind in beiden Drehgestellen beidseitig (also auch in Fahrzeugmitte) vorhanden und sollen bei Entgleisungen, die insbesondere auf Strossengleisen häufiger vorkommen können, das Abrutschen vom Gleisrost verhindern. Die an deutsche Betreiber gelieferten Maschinen sind in der Regel mit Grubenbahnkupplungen ausgerüstet. Seitenpuffer sind einbaubar, aber nicht immer vorhanden. In die Grubenbahnkupplung ist eine Schraubenkuppelkette einsetzbar. Damit sind Regelfahrzeuge kuppelbar, wichtig für den umladefreien Transport von Wagenzügen in das öffentliche Eisenbahnnetz. Beispielsweise in Polen laufen auch Lokomotiven mit vollständiger Schraubenkupplung mit Zughaken. Die Lokomotiven für China und die UdSSR wurden mit den dort üblichen Mittelpufferkupplungen ausgeliefert.

Die Lokomotiven sind mit Stromabnehmern für Oberleitung ausgerüstet, zusätzlich sind Seitenstromabnehmer einbaubar. Benötigt werden diese für Strossengleise und für Anlagen, in denen die Wagen von oben beladen werden. Geliefert wurden die Maschinen in der Regel mit Scherenstromabnehmern, insbesondere modernisierte laufen auch mit Einholmstromabnehmern.

Wegen der Achslast von 25 Tonnen werden die Lokomotiven bei Überführungsfahrten im Fernbahnnetz als außergewöhnliche Sendung und Schwerwagen behandelt. Durch separaten Transport des Brückenrahmens auf einem Flachwagen ist die Achslastüberschreitung vermeidbar.

Museums- und DenkmallokomotivenBearbeiten

  • Die Lokomotiven 4-10-100-B3 und 4-662-100-B3 sind im Lausitzer Bergbaumuseum Energiefabrik Knappenrode erhalten.
  • Die Lok 4-541-100-B3 stand vor dem Romonta-Werk in Amsdorf und wurde 2017 nach Aschersleben zum Eisenbahn Club Aschersleben (ECA) in das dortige BW beim Güterbahnhof verbracht.
  • Seit dem 5. Dezember 2007 ist die 4-1124-100-B3 des Braunkohlekombinates (BKK) Bitterfeld – nachdem sie äußerlich in den Originalzustand zurückversetzt wurde – Denkmallok im Bombardier-Werk Hennigsdorf
  • Industriemuseum Brikettfabrik Herrmannschacht, Zeitz, Lok 4-1125-100-B3 (LEW 16306/1980) der früheren Brikettfabrik Phoenix, Mumsdorf, ist dort seit ca. Ende der 1990er Jahre im Außengelände als Denkmallok aufgestellt.
  • Die 4-1137-100-B3 ist in dem im Aufbau befindlichen Bergbau-Technik-Park nahe Großpösna zu finden.
  • In Lauchhammer-Mitte, Ortseingang von Ost kommend, ist die Lok 4-1148-100-B3 mit dem Schüttgutwagen 40-11674 als Denkmal ausgestellt.
  • Die Lok 4-1070-100-B3 steht mit dem Abraumwagen 40-10371 auf dem Parkplatz des EuroSpeedway Lausitz in Meuro.
  • In Senftenberg, an der B 96 von Ost kommend, wurde die 4-1204-100-B3 mit dem Abraumwagen 40-11015 ebenfalls als Denkmal aufgestellt.
  • Im Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60 ist die 4-1291-100-B3 ist mit dem Abraumwagen 40-11594 und dem Kohlewagen 84-5313 zu finden.
  • Bernsteinvilla am ehemaligen Tagebau Goitzsche in Bitterfeld. Die 4-1296-100-B3 wurde als restaurierte Museumslok am 21. Juli 2008 aus Ferropolis abgeholt.
  • Seit Dezember 2016 ist die 4-1000-100-B3 (ex MIBRAG, Profen) in Ferropolis ausgestellt.

GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Teilmodernisierung der MIBRAG-Industrielkomotiven EL 2. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 7/2004, ISSN 1421-2811, S. 329 f.
  • Zeitzeugnisse 1945–1990, Teil II, Herausgeber Jahresringe e. V., Hennigsdorf 2000

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Holger Neumann, Henry Burde: Kohlenloks, In: Modelleisenbahner 1992; S. 16

WeblinksBearbeiten

  Commons: LEW-type EL 2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Elektrische Industrielokomotive 100 t. (PDF; 3,11 MB) VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ Hennigsdorf, abgerufen am 22. Februar 2014 (Verkaufsprospekt zu der Lok mit eingehender Beschreibung).