Kunstfestspiele Herrenhausen

Die Kunstfestspiele Herrenhausen (Eigenschreibweise: KunstFestSpiele Herrenhausen) sind von der Landeshauptstadt Hannover veranstaltete internationale und genre-übergreifende Festspiele der modernen Künste, die jährlich im Mai in den historischen Räumen der Herrenhäuser Gärten und wechselnden Orten in der Stadt Hannover stattfindet. Die erste Ausgabe fand 2010 statt.[1]

Kunstfestspiele Herrenhausen
Allgemeine Informationen
Ort Herrenhäuser Gärten, Hannover und weitere Orte in der Stadt
Genre divers
Veranstalter Landeshauptstadt Hannover
Zeitraum jährlich im Mai
Website https://www.kunstfestspiele.de

SpielstättenBearbeiten

Schauplätze der Kunstfestspiele Herrenhausen sind vorwiegend die Galerie, Orangerie und das Arne-Jacobsen-Foyer der Herrenhäuser Gärten. Ebenso werden unregelmäßig im Großen Garten, Berggarten und Georgengarten Installationen oder Performances gezeigt. Seit 2019 wird auch der Ehrenhof des Herrenhäuser Schlosses bespielt. Konzerte finden auch im weiteren Stadtgebiet statt, wie in der Marktkirche, im Kuppelsaal, in der Eilenriedehalle, im Capitol, im Kulturzentrum Faust, in der Christuskirche, in der Musikhochschule Hannover, im Kulturzentrum Pavillon sowie im Volkswagenwerk Hannover. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum waren Stadtraumprojekte in der Nordstadt und in den Georgengärten zu sehen. 2020 wurde zudem die Hockeyhalle des DHC Hannover als feste Spielstätte vorgestellt und auch in der Lutherkirche wird eine Produktion gezeigt.

Als Ort der Begegnung dient ein Spiegelzelt, das seit 2016 während der Festspielzeit in den Herrenhäuser Gärten aufgebaut wird[2] und Gäste kulinarisch von der Freitagsküche aus Frankfurt versorgt werden. Abends finden neben Künstlergesprächen kuratierte Clubkonzerte statt.

GeschichteBearbeiten

2010Bearbeiten

Unter dem Motto „Macht des Spiels“ starteten im Juni 2010 die ersten Kunstfestspiele Herrenhausen. Hervorgegangen aus den Festwochen Herrenhausen präsentierte die Landeshauptstadt Hannover vom 4. bis 27. Juni 2010 unter neuer Festivalleitung ein europäisches Festivalformat, das mit Veranstaltungen aus den Bereichen Oper, Konzert, bildende Kunst, Philosophie und Wissenschaft eine Brücke vom Barock bis in die heutige Zeit schlägt. Elisabeth Schweeger war erste Intendantin.[3]

2011Bearbeiten

„Entfesselte Welten“ lautete das Motto der Kunstfestspiele Herrenhausen, die vom 27. Mai bis 19. Juni 2011 stattfanden. Gezeigt wurde ein interdisziplinäres Programm mit 26 Veranstaltungen in 24 Tagen, das tradierte Grenzen überschritt und den Dialog der Disziplinen verfolgte.[4]

2012Bearbeiten

Die dritten Kunstfestspiele Herrenhausen fanden vom 1. bis 17. Juni 2012 unter dem Motto „Fragiles Gleichgewicht“ statt.[5]

2013Bearbeiten

Die vierten Kunstfestspiele Herrenhausen standen unter dem Motto „Heimat Utopie“ und fanden vom 1.–22. Juni 2013 statt.

2014Bearbeiten

Vom 6. Juni bis zum 1. Juli und vom 19. bis zum 28. September 2014 präsentierten die Kunstfestspiele Herrenhausen unter anderem Konzerte, Musiktheater, Diskussionen unter dem Motto „Verhältnisse“.

2015Bearbeiten

Unter dem Motto „Gegen den Strich“ präsentierten die sechsten Kunstfestspiele Herrenhausen vom 29. Mai bis zum 14. Juni 2015 Rebellen der Kunst aus Amerika, China und Europa. Nach sechs Festival-Durchführungen verabschiedete sich Intendantin Elisabeth Schweeger.

2016Bearbeiten

Ab 2016 übernahm der Dirigent Ingo Metzmacher die Intendanz. Vom 13. bis 29. Mai 2016 begaben sich die Kunstfestspiele mit neuen Spielorten weiter in die Stadt Hannover hinein, sie bewahren aber gleichzeitig Herrenhausen – die barocken Gärten sowie Orangerie und Galerie – als ihr natürliches Zentrum und Hauptspielort. Die Öffnung zur Stadt, neue Formate und die Ansprache neuer Publikumsschichten brachten den KunstFestSpielen 2016 einen großen Besuchererfolg.

2017Bearbeiten

Vom 5. bis 21. Mai 2017 präsentierten die Kunstfestspiele in Herrenhausen und an drei Spielstätten innerhalb der Stadt 18 Produktionen aus den Bereichen Musiktheater, Konzert, Theater, Performance und Installation. Höhepunkt der Spielzeit war das Konzert Surrogate Cities von Heiner Goebbels im zur Konzerthalle umgewidmeten Transporterwerk von Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Rund 13.700 Besucher besuchten das Festival. Die Auslastung lag bei knapp 91 Prozent.

2018Bearbeiten

Die neunte Durchführung fand vom 18. Mai bis 3. Juni 2018 statt. Höhepunkte waren u. a. das Berlioz Requiem im Kuppelsaal, die Lecture on Nothing von Robert Wilson[6] oder die Uraufführung von "KreisIncrease" der Komponistin Brigitta Muntendorf. Die Lichtinstallation „Best of All“ von Tim Etchells an der Glasfassade des Arne Jacobsen Foyers war einer der größten Besuchermagnete.[7]

2019Bearbeiten

Zur 10. Ausgabe der Kunstfestspiele vom 10. bis 26. Mai 2019 besuchten rund 18.500 Besucher die rund 90 genreübergreifende Veranstaltungen. Darüber hinaus feierten 15.000 Besucher das öffentliche 10. Geburtstagsfest am 12. Mai. Die Auslastung der Veranstaltungen lag im Durchschnitt bei 90 %.[8]

2020Bearbeiten

Die 11. Ausgabe der Kunstfestspiele findet vom 15. Mai bis 1. Juni 2020 statt. Laut dem Programm beinhalten die Kunstfestspiele 75 Veranstaltungen, unter anderem vier Uraufführungen, drei Auftragsproduktionen, fünf deutsche Erstaufführungen und drei Koproduktionen.[9]

IntendantenBearbeiten

KünstlerBearbeiten

Zu den Künstlern und Kompanien, die bei den Kunstfestspielen gezeigt wurden, gehören u. a. Xiao Ke x Zi Han, Wantoch Rekowski/Pommerehn/Rodrigez, Heiner Goebbels, Jordi Gali, Vlatka Horvat, Tim Etchells, Peter Sellars, Ensemble Modern, Gidon Kremer, Romeo Castellucci, Brigitta Muntendorf, Rebecca Saunders, Pierre-Laurent Aimard, Robert Wilson, Rabih Mroué, graindelavoix, Eszter Salamon, Tabea Zimmermann, Michel van der Aa, Emanuel Gat, Steve Reich, Lemi Ponifasio, Isabelle Faust, Jack Quartet, Ensemble Resonanz, Michael Beutler, Michael Sailstorfer, Igor Levit, Musica Assoluta, Jan Lauwers & Needcompany, Marino Formenti, Olaf Nicolai, Roman Signer.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Intendant Metzmacher dirigiert Blasorchester. Abgerufen am 8. Oktober 2019.
  2. Aufbau für Kunstfestspiele Herrenhausen beginnt. Abgerufen am 8. Oktober 2019.
  3. Die Macht des Spiels - Die 1. KunstFestSpiele Herrenhausen - Theater-News - Verlag Theater der Zeit. Abgerufen am 8. Oktober 2019.
  4. Festival-Auftakt in Herrenhausen: Barock trifft Punk. Abgerufen am 8. Oktober 2019.
  5. red01: Kunstfestspiele Herrenhausen. In: Klassikinfo.de. 4. Juni 2012, abgerufen am 8. Oktober 2019 (deutsch).
  6. Theaterlegende Robert Wilson eröffnet Kunstfestspiele Herrenhausen, auf haz.de, abgerufen am 13. Oktober 2019
  7. Steigende Besucherzahlen bei den Kunstfestspielen. Abgerufen am 8. Oktober 2019.
  8. Besucherrekord bei den Kunstfestspielen Herrenhausen. Abgerufen am 8. Oktober 2019.
  9. Kunstfestspiele Herrenhausen. Abgerufen am 29. Januar 2020.