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Unter einem Kunkellehen (lateinisch feudum femininum) versteht man ein Lehen, das matrilinear (der Erbfolge der Mutter folgend) vererbt wird. Diese Lehensform wurde im Lehenswesen des Heiligen Römischen Reiches (Deutscher Nation) seit dem Hochmittelalter im 12. Jahrhundert angewendet. Neben Kunkellehen finden sich auch gelegentlich die Bezeichnungen Weiberlehen, Schleierlehen, Spindellehen oder Spilllehen.

Das Kunkelteil ist das Erbteil der Frau.[1] Das entsprechende patrilineare Gegenstück des Kunkellehens nennt man Mannlehen oder auch Schwerdteil.

EtymologieBearbeiten

Der Begriff Kunkellehen leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort kunkel (ahd. chuncla) her, womit ein Spinnrocken bezeichnet wurde. Die Kunkel wird hier zum Symbol des Weiblichen, da das Spinnen eine typisch weibliche Tätigkeit war. Das Wort Kunkel selbst geht auf lateinisch conucula zurück, der Verkleinerungsform des lateinischen Wortes conus (Kegel).

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kunkelteil. In: Vormalige Akademie der Wissenschaften der DDR, Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Deutsches Rechtswörterbuch. Band 8, Heft 2 (bearbeitet von Heino Speer u. a.). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1985, OCLC 832567175 (adw.uni-heidelberg.de – Fortsetzung im Folgeheft).