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Basisdaten (Stand 1994)
Bestandszeitraum: 1951–1994
Bezirk: Karl-Marx-Stadt
Verwaltungssitz: Schwarzenberg
Fläche: 198 km²
Einwohner: 58.316 (1989)
Bevölkerungsdichte: 295 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: T und X (1953–1990)
TU (1974–1990)
SZB (1991–1994)
Kreisgliederung: 16 Gemeinden (1957–1994)
Lage des Kreises in der DDR
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Über dieses Bild

Der Kreis Schwarzenberg war ein Landkreis im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR. Von 1990 bis 1994 bestand er als Landkreis Schwarzenberg im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute im Erzgebirgskreis in Sachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Schwarzenberg.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Kreis Schwarzenberg lag im westlichen Erzgebirge.

NachbarkreiseBearbeiten

Der Kreis Schwarzenberg grenzte im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Kreise Aue und Annaberg. Im Süden grenzte er an die Tschechoslowakei.

GeschichteBearbeiten

Der Landkreis Schwarzenberg entstand 1939 durch Umbenennung der 1874 gebildeten Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. 1947 wurde er in Landkreis Aue umbenannt.

Am 17. Dezember 1951 wurden die Städte Johanngeorgenstadt und Schneeberg aus dem damaligen Landkreis Aue ausgegliedert und damit zu Stadtkreisen. Gleichzeitig wurden aus dem verbleibenden Kreisgebiet die neuen Landkreise Aue und Schwarzenberg gebildet, die am 25. Juli 1952 dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet wurden.[1]

Folgende 15 Gemeinden bildeten am 17. Dezember 1951 den neuen Landkreis Schwarzenberg: Antonsthal, Beierfeld, Bermsgrün, Breitenbrunn, Erla, Grünhain, Grünstädtel, Markersbach, Pöhla, Raschau, Rittersgrün, Schwarzenberg, Steinheidel, Tellerhäuser, Waschleithe.

Der Kreis erfuhr bis zu seiner Auflösung nur geringe Änderungen:

  • 20. Juni 1957 – Eingliederung der Kreisfreien Stadt Johanngeorgenstadt
  • 15. Juli 1967 – Umbenennung von Steinheidel in Erlabrunn
  • 1. März 1994 – Eingemeindung von Tellerhäuser in Rittersgrün.

Am 17. Mai 1990 wurde der Name des Kreises in Landkreis Schwarzenberg geändert.[2] Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis im Oktober 1990 dem wiedergegründeten Land Sachsen zugesprochen und dort 1991 in den Regierungsbezirk Chemnitz eingegliedert. Bei der ersten sächsischen Kreisreform ging er am 1. August 1994 im neuen Landkreis Aue-Schwarzenberg auf.[1]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Kreis Schwarzenberg[3]
Jahr 1960 1971 1981 1989
Einwohner 62.275 60.907 58.402 58.316

WirtschaftBearbeiten

Die Wirtschaft im Kreis wurde in den 1950er Jahren dominiert vom Uranbergbau durch die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut mit den Abbaubetrieben Johanngeorgenstadt, Antonsthal und Pöhla.

Weitere bedeutende Betriebe waren unter anderem:

VerkehrBearbeiten

Dem überregionalen Straßenverkehr diente die F 101 von Aue über Schwarzenberg nach Annaberg-Buchholz.

An das Eisenbahnnetz der DDR war der Kreis durch die Bahnstrecke Zwickau–Schwarzenberg angebunden. Daneben existierten die Nebenbahnen Schwarzenberg–Johanngeorgenstadt und Schwarzenberg–Annaberg-Buchholz. Die Pöhlatalbahn von Grünstädtel nach Rittersgrün wurde 1971 stillgelegt.

BevölkerungsdatenBearbeiten

Bevölkerungsübersicht aller 16 Gemeinden des Kreises Schwarzenberg, die 1990 in das wiedergegründete Bundesland Sachsen kamen.[4]

AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha)
3. Oktober 1990 31. Dezember 1990
14049010 Antonsthal 1 600 1 588 782
14049020 Beierfeld 3 807 3 761 490
14049030 Bermsgrün 1 258 1 248 1 062
14049040 Breitenbrunn/Erzgeb. 2 679 2 657 2 181
14049050 Erla 1 521 1 524 439
14049060 Erlabrunn 1 272 1 274 849
14049070 Grünhain, Stadt 2 905 2 886 1 343
14049080 Grünstädtel 857 855 359
14049090 Johanngeorgenstadt, Stadt 9 094 8 926 2 960
14049100 Markersbach 2 222 2 211 1 832
14049110 Pöhla 1 437 1 427 1 179
14049120 Raschau 5181 5151 2 124
14049130 Rittersgrün 1 968 1 959 1 922
14049140 Schwarzenberg/Erzgeb., Stadt 20 551 20 478 1 585
14049150 Tellerhäuser 148 145 266
14049160 Waschleithe 535 532 388
14049000 Landkreis Schwarzenberg 57 035 56 622 19 761

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit dem Buchstabenpaar TU begannen, zugewiesen.[5] Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war XV 65-01 bis XV 99-99.[6]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen SZB. Es wurde bis zum 31. Juli 1994 ausgegeben. Seit dem 9. November 2012 ist es im Erzgebirgskreis erhältlich.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  3. Statistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
  4. Regionalregister Sachsen
  5. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 303.
  6. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 526.