Klein Eyolf ist ein Theaterstück von Henrik Ibsen. Es wurde 1894 geschrieben und am 12. Januar 1895 im Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt.

Bühnenbild einer Aufführung von 1907

InhaltBearbeiten

Ritas und Alfreds ungewollter Sohn Eyolf fällt in der Nacht vom Tisch und wird behindert. Seitdem verweigert sich Alfred jeder Intimität, zieht sich auf sein Buchprojekt "Die menschliche Verantwortung" zurück und widmet sich Eyolfs Erziehung. Rita hasst ihren Sohn, der zwischen ihr und ihrem Mann steht. Eyolf folgt einer Rattenfängerin und ertrinkt im Meer. Alfred gesteht sich den Bankrott seiner Ehe und will mit seiner Halbschwester Asta zusammenleben. Diese ihrerseits weiß, dass sie und Alfred gar keine Geschwister sind, und will Rücksicht auf Rita nehmen. Asta flieht mit dem ungeliebten Straßenbauingenieur Borghejm. Rita und Alfred werden sich ihres Egoismus' bewusst und wollen aus ihrem Haus ein Heim für die Straßenkinder vom Strand machen. Nun nehmen sie den Armen die Kinder weg, um ihr Sinnloch zu stopfen.

InterpretationBearbeiten

Die Bindekraft, die von Kindern für Paar-Beziehungen ausgeht, wird selten im Theater thematisiert. Ibsen tut es in Klein Eyolf, der gar nicht klein ist, denn um ihn kreisen Beziehungsplaneten, genannt Eltern. Ibsen gelingt damit eine zeitlose Beziehungskiste, die auch in heutige Reihenmittelhäuser passen könnte. Seine Charaktere nehmen im Laufe des Stückes Konturen an. Trotz des Trauerfalls in der Familie und trotz der ganzen unausgesprochenen für Ibsen typischen Abgründe, nimmt das Stück am Ende eine positive Wendung. Das Stück macht Mut, sich auf Kinder, Aufgaben und Beziehungen einzulassen.

AufführungsgeschichteBearbeiten

Das Stück habe in letzter Zeit eine Renaissance erfahren, weil es „mit der Eltern-Kind-Problematik und dem Konflikt von Selbstverwirklichung und Verantwortung Themen verhandelt, die in unserer zunehmend kinderlosen und sinnentleerten Ego-Gesellschaft doch virulent sind.“[1]

Inszenierungen (Auswahl)Bearbeiten

VerfilmungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung 26. Mai 2007, zit. auf Nachtkritik
  2. Sonntagsnachrichten Herne auf sn-herne.de (Memento des Originals vom 13. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sn-herne.de