Kattowitzer Zeitung

ehemalige regionale Tageszeitung aus Katowice

Die Kattowitzer Zeitung (1869–1874: Allgemeiner Anzeiger für den oberschlesischen Industriebezirk) war eine 1869 gegründete regionale Tageszeitung aus Kattowitz.

Kattowitzer Zeitung
Schriftzug
Beschreibung Kattowitzer Tageszeitung
Verlag G. Siwinna
Erstausgabe 1. Juli 1874
Einstellung 23. Januar 1945
Erscheinungsweise täglich von Montag bis Sonnabend

GeschichteBearbeiten

Gründer der Kattowitzer Zeitung war der Buchhändler Gottfried Siwinna der sie ab 1869 unter dem Namen Allgemeiner Anzeiger für den oberschlesischen Industriebezirk herausgab. 1870 wurde sie Eigentum der Firma G. Siwinna. 1874 wurde die Zeitung in Kattowitzer Zeitung umbenannt. Der Verlag und die Druckerei hatten die Adresse Grundmannstraße 12 (heute: ulica 3 Maja 12) in Kattowitz.

18. Januar 1921 – Das "Königshütter Tageblatt" und die "Kattowitzer Zeitung" werden in Oppeln von der Interalliierten Kommission für acht Tage verboten. Die Zeitungen unterstützen deutsche Interessen in Oberschlesien, wo die Abstimmung über die Volkszugehörigkeit zu Polen oder dem Deutschen Reich noch aussteht.[1]

Kurz vor der Teilung Oberschlesiens verkaufte Carl Siwinna am 1. Dezember 1921 seinen gesamten Besitz und siedelte nach Berlin über. 1921 übernahm die Kattowitzer Buchdruckerei- und Verlagsgesellschaft AG die Herausgabe der Zeitung. Im Jahr darauf wurde die Zeitung zum Organ der Deutschen Partei. In ihren Kommentaren bezeichnete sie immer wieder den Anschluss der Region an Polen als Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker.[2] Die Errichtung einer polnischen Verwaltung nannte sie "Besetzung".[3]

Ab Mitte der dreißiger Jahre wurde sie von Mitgliedern der deutschnationalen Jungdeutschen Partei kontrolliert. Mit der Begründung, sie unterstütze die Positionen der NS-Führung in Berlin, ließ der Kattowitzer Wojewode Michał Grażyński die Zeitung am 15. August 1939 schließen.

Schon wenige Tage nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Kattowitz erschien die Zeitung wieder vom 9. September 1939 an, mit einem Reichsadler und Hakenkreuz im Titel. Nach dem Wiederanschluss Ostoberschlesiens an das Deutsche Reich im Oktober 1939 wurde sie Organ der NSDAP-Kreisleitung von Kattowitz. Mit anderen Zeitungen der Region wurde sie 1943 zur Oberschlesischen Zeitung vereinigt. Die letzte Ausgabe erschien am 23. Januar 1945,[4] vier Tage nach der Besetzung der Stadt Kattowitz durch die Rote Armee. Die Druckerei und das sonstige Eigentum des Verlags wurden durch den polnischen Staat konfisziert und sind in dessen Besitz übergegangen.[5]

VerweiseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Archiv für Buchgewerbe, Band 54, A. Waldow, 1917
  • Bernhard Gröschel: Themen und Tendenzen in den Schlagzeilen der Kattowitzer Zeitung und des Oberschlesischen Kuriers 1925-1939, Analyse der Berichterstattung zur Lage der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien. Münster, 1993. ISBN 3786117195
  • Otto Heike: Das Deutschtum in Polen, 1918-1939, Verlag für ganzheitliche Forschung, 1995

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. chroniknet.de
  2. Bernhard Gröschel: Themen und Tendenzen in den Schlagzeilen der Kattowitzer Zeitung und des Oberschlesischen Kuriers 1925-1939. Münster 1993, S. 40.
  3. Kattowitzer Zeitung, 20. Juni 1922, S. 1.
  4. Ostatnia szarża Volkssturmu (polnisch)
  5. Monitor Polski vom 8. September 1949