Kachin Independent Army

Flagge der Unabhängigen Armee Kachins

Die Kachin Independent Army (auch Kachin Independence Army genannt, deutsch Unabhängige Armee Kachin, Kürzel KIA) ist der bewaffnete Arm der Kachin Independence Organisation (KIO), einer politischen Organisation in Myanmar (dem ehemaligen Birma), die sich für die Rechte der myanmarischen Volksgruppe der Kachin einsetzt. Die KIO hält sich zurzeit an einen Waffenstillstand mit dem Militärregime Myanmars, dem Staatsrat für Frieden und Entwicklung (SPDC). Die Stärke der KIO wird auf 5.000 Mann geschätzt. Organisiert ist die KIO in 4 Brigaden. Das Hauptquartier der KIO befindet sich in Laiza im Kachin-Staat.

GeschichteBearbeiten

Den Grundstock bildeten Mitglieder der Kachin-Rifles, einer von der britischen Kolonialmacht gegründeten Einheit der Kolonialarmee. Nach der Unabhängigkeit Birmas wurde diese Einheit vom neuen Staat Birma übernommen. Sie rebellierte im Jahre 1961, was zur Gründung der KIA führte. Die KIO wurde 1961 zusammen mit der KIA gegründet.[1] Sie nahm im gleichen Jahr ihren bewaffneten Kampf gegen die birmanische Zentralregierung auf.

Die KIO kämpfte erst für einen unabhängigen Staat, dann für Autonomie innerhalb Burmas. Seit ihrer Gründung beherrschte die KIA mit Ausnahme der größeren Städte und der Eisenbahnverbindung nach Mandalay fast den gesamten Kachin-Staat. Die KIO arbeitete in der Vergangenheit eng mit der Communist Party of Burma (CPB) zusammen und wurde von China unterstützt. Nachdem sich in den späten 1980er-Jahren die Beziehungen zwischen Birma und China verbesserten, stelle die chinesische Regierung ihre Hilfe an die CPB und damit auch an die KIO ein. Im Jahre 1991 vereinbarte die 4. KIO-Brigade, die im Grenzgebiet zwischen Kachin-Staat und dem Shan-Staat operierte, einen Waffenstillstand mit der Zentralregierung in Yangon.

DrogenhandelBearbeiten

In der Vergangenheit finanzierten sich KIA und KIO unter anderem durch die Besteuerung von Opium-Ernten. Obwohl die Kachin Independence Organisation in der Vergangenheit ihre Gebiete zu drogenfreien Zonen erklärt hat, wurde der Anbau von Opium und die Verarbeitung zu Heroin nie völlig eingestellt. Es hat im Gegenteil den Anschein, dass sich KIO und KIA zunehmend wieder aus Drogeneinnahmen finanzieren.[2]

Verhältnis zur RegierungBearbeiten

Man kann mit Recht das Verhältnis zwischen dem Staatsrat für Frieden und Entwicklung (SPDC) und KIO als gespannt bezeichnen. In der Vergangenheit hat der SPDC immer wieder versucht, mehr Einfluss auf das Gebiet der KIO zu nehmen. Unter anderem unterband der SPDC 2005 den Export von Teakholz nach China. Auch versuchte er sich in die Kasino-Geschäfte von KIA und KIO einzumischen.

Im Jahre 1980 fanden Verhandlungen bezüglich einer Autonomie innerhalb Burmas in Rangun statt. Die Regierung wollte die Möglichkeit einer Autonomie in der Verfassung aber nicht aufnehmen und die Verhandlungen scheiterten. Die Kämpfe wurden wieder aufgenommen.[1]

Im Februar 1994 unterzeichnete auch die Kachin Independence Organisation einen Waffenstillstand mit der Zentralregierung.[1] Durch den Vertrag erhielt die KIO weitgehend autonome Rechte im Kachin-Staat. Die KIA konnte ihre Waffen und Stützpunkte im Kachin-Staat behalten und stellt auch heute noch die prinzipielle Sicherheit, obwohl auch einige SPDC-Einheiten im Kachin-Staat stationiert sind.

2010 kam von der Regierung in Rangun die Initiative, die KIA als Grenzschutzeinheit in die Burmesische Armee einzugliedern. Dem wollte die KIA aber nicht zustimmen. 2011 begannen neue Kämpfe.[1]

Im Jahre 2015 handelte die Regierung mit verschiedenen Rebellengruppen ein Friedensabkommen aus. Die KIA wollte das Friedensabkommen nicht unterzeichnen.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Nicholas Farrelly: Ceasing Ceasefire? Kachin Politics Beyond the Stalemates. In: Myanmar's Transition. Openings, Obstacles and Opportunities. Institute of Southeast Asia Studies, Singapur 2012, S. 52–71.

QuellenBearbeiten

  1. a b c d A Chronology of Myanmar’s Kachin Conflict. In: The Irrawaddy. 20. November 2014 (irrawaddy.com [abgerufen am 20. August 2018]).
  2. Push coming to shove for Kachins Archivlink (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive)
  3. Sakse Collective, The Diplomat: Kachin: Hardly a Ceasefire. In: The Diplomat. (thediplomat.com [abgerufen am 20. August 2018]).