Hauptmenü öffnen

Das Konzentrationslager Börnicke (kurz KZ Börnicke) war ein frühes deutsches Konzentrationslager in der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde im Mai 1933 durch die Sturmabteilung in einer ehemaligen Zementfabrik in Börnicke bei Nauen eingerichtet. Nach der Machtergreifung betrieb die SA-Standarte 224 mit Sitz in Nauen hier eine Wehrsportschule. Später begann die Nutzung als sogenanntes „wildes“ oder „frühes“ KZ. Die Häftlinge waren überwiegend Kommunisten und Sozialdemokraten aus dem Kreis Osthavelland, die zu Wegebau- und Forstarbeiten eingesetzt wurden. SA-Männer ermordeten mindestens zehn Häftlinge. Weitere starben an den Folgen der unmenschlichen Behandlung und der schlechten Verpflegung. Einer der Insassen war der Falkenseer Arbeitersportler Oskar Sander. Nach der Auflösung im Juli 1933 brachte man 79 Gefangene in das KZ Oranienburg.[1]

Die preußische Landesregierung untersuchte im Sommer 1933 die Vorgänge im Lager. Aufgrund dessen wurde der Lagerkommandant Heinrich Krein am 28. September 1933 festgenommen und am 14. August 1934 vom Landgericht Berlin wegen Vergewaltigung einer Kommunistin verurteilt. Die eigentlichen Vorgänge im Lager blieben ungesühnt.[2]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Günter Morsch, S. 115.
  2. Günter Morsch, S. 117.

Koordinaten: 52° 41′ 37,6″ N, 12° 56′ 6,3″ O